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Öffentliche Brunnen in Berlin: Mitte

Brunnen auf dem Schinkelplatz


Brunnen auf dem Schinkelplatz - Gesamtansicht     Berlin-Karte
Bezirk Mitte von Berlin

Der Platz nördlich der 1832-1836 von Schinkel errichteten Bauakademie stellte in seiner ursprünglichen Form lediglich eine dreieckige Freifläche dar. Sein späterer Namensgeber Karl Friedrich Schinkel prägte im 19. Jahrhundert als Architekt und Baumeister das Stadtbild der preußischen Residenzstadt mit herausragenden Bauten. Von ihm stammten auch erste Entwürfe zur Platzgestaltung, jedoch ohne Planung eines Springbrunnens.

1837 wurde der Platz an der Bauakademie schließlich durch Peter Joseph Lenné als Schmuckplatz angelegt. Mit der Errichtung der Denkmäler für Albrecht Thaer (1860), Christian Peter Wilhelm Beuth (1861) und Karl Friedrich Schinkel bekam der Platz anlässlich der Aufstellung des Schinkel-Denkmals 1869 dann den Namen Schinkelplatz und wurde zum bedeutenden Bestandteil des historischen Stadtteils Friedrichswerder.

Die endgültige Gestaltung nach Plänen der Ministerial-Baukommission erhielt der Schinkelplatz 1886 / 1887, deren Kosten der Ausschmückung das Komitee des Schinkel-Denkmals trug. Die Fläche vor den Denkmälern wurde mit einem ornamentierten Mosaikpflaster versehen, in Mitten dieses Pflasters ein Springbrunnen errichtet und hinter den Denkmälern eine monumentale Rundbank, eine so genannte Exedra, aus poliertem Granit aufgestellt. Zudem erhielten die drei Denkmälerschützende Einfriedungen aus Gusseisen.

Im 2. Weltkrieg wurde die Bauakademie schwer beschädigt und in Teilen zerstört, wie auch die Kommandantur, die umgebende Bebauung und der Schinkelplatz selbst.

1962 wurden die Bauakademie und der Schinkelplatz aus dem Stadtbild entfernt, und die Denkmäler an andere Standorte verbracht. Die Ruine der Bauakademie musste dem Neubau des Außenministeriums der DDR weichen, das wiederum als Folge der politischen Wende in Deutschland 1995 abgerissen wurde. Der Schinkelplatz wurde als Rasenfläche provisorisch neu angelegt. 1996 kehrte die Schinkel-Statue als erster Teil des Ensembles an ihren ursprünglichen Standort zurück, 1999 kamen die Beuth-Statue und im Jahr 2000 eine Kopie der Thaer-Figur wieder zur Aufstellung. Das Original verblieb in der landwirtschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität.

Die Durchführung der umfassenden gartendenkmalpflegerischen Wiederherstellung des Schinkelplatzes erfolgte 2007 / 2008 im Rahmen der Entwicklungsmaßnahme "Hauptstadt Berlin - Parlaments- und Regierungsviertel".

Nach historischem Vorbild und überlieferten Unterlagen aus den Jahren 1886 / 1887 wurde der Schinkelplatz unter Berücksichtigung prägender Platzelemente möglichst originalgetreu gestaltet. Zu dieser charakteristischen Ausstattung gehören auch heute Gartenanlagen, ein Springbrunnen mit Fontäne, die aufwändige farbige Mosaikpflasterung, eine halbrunde Granitsitzbank, die Beleuchtung und die einst im 19. Jahrhundert dort aufgestellten drei Bronzedenkmäler. Die Sockel der Denkmäler konnten erneut in Naturstein hergestellt und die gusseiserne Einfassung der Denkmäler wiederhergestellt werden.

Damit hat das historische Zentrum Berlins zwischen Schlossplatz, der neu errichteten früheren Kommandantur Unter den Linden und der künftigen Schinkelschen Bauakademie, deren Wiederaufbau geplant ist, ein "städtebauliches Kleinod" zurück erhalten.

Die Gesamtgröße des Platzes beträgt 1.700 m², die sich verteilen auf 800 m² Rasenfläche, 550 m² Pflasterfläche, 233 m² Granitbahn inkl. Bordsteine, 47 m² Grundflächen Exedra und Denkmäler und 70 m² Brunnenfläche (Schale und Pflanzung).

Im Zentrum einer flachen runden Brunnenschale aus grau gestrichenem Beton und einem Rand aus rötlichem schwedischen Granit sprudelt in einem Kranz aus fünf stilisierten bronzenen Akanthusblättern eine schäumende Fontäne empor. Das Modell für den Akanthusblattkranz wurde von dem Bildhauer Hans Starcke nach historischen Aufnahmen gefertigt, der Bronzeguss selbst entstand in der Kunstgießerei Lauchhammer. (Akanthusblattkronen finden sich in ähnlicher Form auch in den historischen Brunnen Pariser Platz und Hausvogteiplatz wieder).

Mit Hilfe eines in einer benachbarten Laterne versteckt angebrachten Windmessers werden Höhe und Intensität der Fontäne gesteuert, um Wasserverluste durch Wind zu reduzieren. Ein attraktives Blumenbeet und eine gusseiserne Einfriedung ergänzen das ansprechende Brunnenbild.

(Textinhalte in Teilen, 2 historische Fotos und übersichtsplan aus der Broschüre "Einweihung des Schinkelplatzes", herausgegeben vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung entnommen)

Karl Friedrich Schinkel (1781 bis 1841) Baumeister, Architekt
Christian Peter Wilhelm Beuth (1781 bis 1853) Staatsrat Industrialisierung, auch "Vater der preußischen Gewerbeordnung" genannt
Albrecht Thaer (1752 bis 1828) Arzt und später Agrarwissenschaftler

Brunnen auf dem Schinkelplatz
Standort Schinkelplatz, zwischen Schlossplatz und Friedrichswerderscher Kirche, 10117 Berlin
Brunnenaufbau Maße: Ø 6,00m (Brunnenschale),
Höhe 0,50 m (Beckenrand),
Breite 0,40 m (Beckenrand)
Material: Beton, grau gestrichen (Brunnenschale),
Rötlicher schwedischer Granit (Rand der Brunnenschale),
Gusseisen (Einfriedung),
Bronzeguss (Akanthuskranz)
Entwurf Karl-Friedrich Schinkel (1832-36 Schinkelplatz),
Peter-Joseph Lenné (1837 Schinkelplatz),
Ministerial-Baukommission (1886/1887 Schinkelplatz mit Brunnen),
Hans Starcke (2007 - 2008, Granitbrunnenrand und Akanthuskranz Brunnen)
Baujahr 1837 / 1869 / 1886/1887 / 2008
17. Oktober 2008 Einweihung des neugestalteten Schinkelplatzes
Verkehrsverbindungen S-Bahn S5, S7, S9, S75
U-Bahn U2, U6
Bus TXL, 100, 200

 
Brunnen Schinkelplatz - Fontäne - Klick für Vergrößerung
Fontäne
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Brunnen Schinkelplatz - Brunnenrand
Brunnenrand

Brunnen Schinkelplatz - historisches Mosaikpflaster - Klick für Vergrößerung
historisches Pflaster
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Brunnen Schinkelplatz - Windrad in Laterne
Windrad in Laterne

Brunnen Schinkelplatz - Ornamente in Stein
Ornamente in Stein

Plan des Schinkelplatzes - Klick für Vergrößerung
Plan des Platzes
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Schinkelplatz: Historische Aufnahme von 1888 - Klick für Vergrößerung
Aufnahme von 1888
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Schinkelplatz: Historische Aufnahme von 1910 - Klick für Vergrößerung
Aufnahme von 1910
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