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Öffentliche Brunnen in Berlin: Friedrichshain-Kreuzberg

Wasserfälle


Wasserfälle - Gesamtansicht     Berlin-Karte
Bezirk Friedrichshain-
Kreuzberg von Berlin

Das sogenannte Drei-Kaiser-Jahr 1888 war nicht nur für die deutsche Historie von Bedeutung, es markiert auch in der (Vor-) Geschichte und städtebaulichen Entwicklung des Bezirks Kreuzberg einen wichtigen Einschnitt: In jenem Jahr begannen nämlich auf dem Kreuzberg nach Plänen des Gartendirektors Hermann Mächtig die Arbeiten zur Anlage des Viktoria-Parks als dem Jüngsten der vier großen Berliner Volksgärten Dieser Park wurde übrigens nach Behebung kriegsbedingter Schäden 1980 als erste Grünanlage in seiner Gesamtheit als schützenswertes Gut in das Berliner Baudenkmalbuch eingetragen.

Im Kern der vorwiegend im Sinne eines Landschaftsgartens geprägten Anlage stand von Planungsbeginn an die Errichtung eines Wasserspiels, das als optische Verknüpfung von Großbeerenstraße und des nach Plänen von Schinkel 1821 auf die Spitze des Kreuzberges postierten Denkmals für die Befreiungskriege in Erscheinung treten sollte. So wurde die in die Verlängerung der Großbeerenstraße platzierte Wasseranlage als Teil einer Sichtachse geschickt instrumentalisiert, denn zielstrebig führt sie den Blick des Betrachters in die Höhe zu dem bergbekrönenden Schinkelmonument und steigert und überhöht damit dessen Präsenz. Anfänglich herrschte noch keine Klarheit darüber, ob das Wasserspiel eher "architektonisch" in Form einer Kaskade zu gestalten sei, oder ob man sich eher für den "natürlichen" Wasserlauf entscheiden sollte. Schließlich genehmigte am 25. März 1891 die Stadtverordnetenversammlung den Bau des heute über die Bezirksgrenzen hinaus bekannten Wasserfalls, wobei sich Experten bislang darüber uneins sind, ob sich Mächtig bei der Konzipierung der Anlage von einem natürlichen Vorbild - dem sogenannten Zackelfall im Riesengebirge - leiten ließ. Der feierlich inszenierte erste Probelauf fand am 14. Oktober 1893 statt.

Bei der Ausführung des Wasserfalls, der ca. 24 Meter Höhenunterschied überwindet und heute beiderseits von starkem Baumbestand flankiert wird, kamen unterschiedliche Gesteinsarten zur Verwendung: Die Seitenwände erstellte man in Kalkstein, die Sohle wurde hingegen in unempfindlichen Granit gefertigt. Komplettiert wird die malerische Anlage durch einen großen, unregelmäßig ausgebildeten Auffangteich, an dessen nördlichem Ufer die 1896 von Ernst Herter geschaffene Skulptur "Der seltene Fang" aufgestellt wurde.

(Quelle: "Wenn alle Brünnlein fließen", herausgegeben vom Bezirksamt Kreuzberg von Berlin, Hochbauamt und Untere Denkmalschutzbehörde)

Wasserfälle
Standort Viktoriapark, Kreuzbergstraße, 10965 Berlin
Brunnenaufbau
Entwurf Hermann Mächtig
Baujahr 1891
Verkehrsverbindungen U-Bahn U6
Bus M19, 140

 
Monument auf dem Kreuzberg

Wasserfälle - Detail

Bronzeskulptur - Der seltene Fang