Der Kiez des Ostens, Kulturwerkstatt und Nachtbetrieb
In Prenzlauer Berg ist Berlin so typisch wie sonst nirgendwo: Mietskasernen mit Gründerzeitfassaden und Hinterhöfen, und ein Menschengemisch, das interessanter nicht sein könnte. Wer die Abwechslung liebt, der lebt hier richtig.
Geschichtliches
Vor rd. 150 Jahren war Prenzlauer Berg noch nahezu unbebaut, doch bereits um die Jahrhundertwende gehörte es zu den am dichtesten besiedelten Stadtgebieten Berlins. Die Gründe für diese rasante Entwicklung lagen in der sich schnell entwickelnden Industrialisierung Berlins, die zu einem enormen Wohnungsbedarf für die zuziehenden Arbeitskräfte führte. Zusammen mit der damals geltenden Bauordnung war der Fluchtlinienplan von James Hobrecht Grundlage für die Bebauung. Fünfgeschossige Mietskasernen mit Hintergebäuden prägen seither das Gesicht dieses traditionellen Arbeiterbezirkes, der zu den am dichtest besiedelten Berlins gehört. Vom Bombardement des Weltkrieges verschont, hat sich hier wie nirgends sonst in Berlin die dichte Bebauung mit der typischen Nutzungsmischung von Wohnen und Gewerbe erhalten. In der Zeit der DDR, deren Wohnungspolitik jahrzehntelang auf Neubau setzte, wurde der Stadtteil weitgehend vernachlässigt. Mitte der siebziger Jahre wurde das Gebiet zum "beispielhaften Planungsgebiet" der DDR. Im Rahmen der 750-Jahrfeier Berlins 1987 wurde die Husemannstraße modellhaft rekonstruiert.
Der Stadtteil hat in den letzten Jahren eine starke Wandlung erlebt: Vor der Wende war Prenzlauer Berg ein klassischer "Kleine-Leute-Bezirk" mit einfachen, billigen Wohnungen, in die es in den 70er und 80er Jahren verstärkt auch regimekritische "Intelligenzija" zog. Dieser Zuzug belebte das kulturellen Geschehen im Kiez, der Bezirk wurde zum Symbol eines anderen Lebens in der DDR stilisiert.
Nahezu ungebremster Zuzug aus dem ehemals "revolutionären" Kreuzberg brachte seit 1990 das bis dahin noch intakte soziale Gefüge des Bezirks ziemlich durcheinander. Inzwischen ist Prenzlauer Berg der Szenebezirk Berlins- mit allem, was dazugehört: pulsierendem Nachtleben, künstlerischer Avantgarde und einer gehörigen Portion Sozialromantik.
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Prenzlauer Allee

Mauerpark
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