Bauen  

 

Archiv: Berliner Baukonjunktur

Bericht Berliner Bauwirtschaft 4/2000


Vierteljahresbericht über die Entwicklung
der Berliner Bauwirtschaft 4/2000

(publiziert im März 2001)

1. Auftragslage


Die schwache Bestelltätigkeit der Vorquartale setzte sich auch im 4. Vierteljahr des Baujahres 2000 fort. Die Unternehmen des Berliner Bauhauptgewerbes verzeichneten in diesem Zeitraum um 12,1% weniger Auftragseingänge als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Vor allem fehlte es an Hochbauaufträgen öffentlicher Auftraggeber. Diese haben sich mit - 34,0% überproportional rückläufig entwickelt. Auch die Ordertätigkeit der Wohnungsbauherren (- 17,7%) sowie der gewerblichen Investoren (- 9,7%) zeigte Schwächen. Dank neuer Straßenbauaufträge (+ 11,5%) und gewerblicher Tiefbaubestellungen (+ 5,4%) hielt sich im letzten Jahresquartal die Abnahme aller Tiefbauaufträge mit - 2,0% in Grenzen.

Im Berliner Handwerk - so berichtet die Handwerkskammer Berlin - füllten sich die Auftragsbücher im 4. Vierteljahr 2000 für die Mehrzahl der Betriebe des Ausbaugewerbes nicht so wie erwartet. Die Auftragsergebnisse des Vorjahres wurden auch im Bauhauptgewerbe des Handwerks nicht erreicht.

Insgesamt gesehen gab es im Verlauf des Baujahres 2000, mit Ausnahme des ersten Vierteljahres, für die Berliner Unternehmen des Bauhauptgewerbes von der Auftragsseite her wenig Grund zur Freude. Im Durchschnitt aller 12 Monate verzeichneten sie um 10,8% weniger Aufträge als vor Jahresfrist, und die im Tiefbau tätigen Unternehmen waren mit - 19,5% von der Rückläufigkeit noch deutlich stärker betroffen als die des Hochbaus. Hier wirkte sich der gewerbliche Tiefbau, wozu auch die Deutsche Bahn, die BEWAG wie auch die Telekom zählen, mit - 30,2% besonders gravierend aus. Im Hochbaubereich stabilisierten Aufträge aus der gewerblichen Wirtschaft die Gesamtentwicklung, so dass hier lediglich eine Abnahme in Höhe von 6,3 % über alle Bausparten gesehen verzeichnet wurden. Wirtschaft und Gewerbe bestellten nahezu ein Viertel (+ 24,2%) mehr Bauleistungen als 1999. Anders die öffentlichen Bauherren: In Anbetracht der bekannten Finanzierungsprobleme der öffentlichen Haushalte gingen hier die Baubestellungen um 46,9% gegenüber 1999 zurück. Wohnungsbauaufträge wurden in Anbetracht einer weitestgehenden Bedarfsdeckung um 12,6% weniger erteilt.

Entsprechend der schwachen Ordertätigkeit sind auch die Auftragsbestände zum Jahresende deutlich abgebaut worden. Mit 2,8 Mrd. DM unterschritten die am 31.12.2000 noch abzuarbeitenden Bauaufträge den entsprechenden Vorjahresstand (3,2 Mrd. DM) um 15,1%. Besonders gravierend gingen die Bestände im gewerblichen Tiefbau (-42,0%) sowie im Wohnungsbau (-35,1%) zurück. Im gewerblichen Hochbau lagen die Auftragsbestände um 7,5% höher als vor Jahresfrist und trugen somit etwas zur Stabilisierung der Auftragslage für die im Hochbau tätigen Unternehmen bei.

Neben der insgesamt rückläufigen Auftragssituation deuten auch die Baugenehmigungen das Ende des Baubooms in der Hauptstadt an. Die entsprechende Statistik als Frühindikator künftiger Bauaktivitäten lässt künftig eine abnehmende Bautätigkeit erwarten.

Die Bauaufsichtsämter Berlins haben im Jahr 2000 - gemessen am umbauten Raum - 30,9 % weniger Erlaubnisse zum Bauen ausgesprochen als 1999. Besonders auffällig gingen die Genehmigungen für Industrie- u. Gewerbebauten (- 46,0 %) und solche für öffentliche Hochbauten (-40,8 %) zurück. Die Rückläufigkeit der Bauabsichten von Wohnungsbauherren hielt sich dagegen mit - 13,0 % in Grenzen.


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2. Bautätigkeit


Wie schon bei der Auftragssituation festgestellt, so sind auch bei der Bautätigkeit keine Anzeichen einer konjunkturellen Besserung festzustellen. Die geleisteten Arbeitsstunden in den bauhauptgewerblichen Betrieben unterschritten im letzten Jahresviertel das Ergebnis des entsprechenden Vorjahreszeitraums um 22,5%. Von der sonst üblichen relativ hohen Bautätigkeit zum Jahresschluss war nichts zu spüren. Besonders im Hochbau ging die Bauleistung mit einer Abnahme um 24,3% stärker als sonst üblich zurück. Die Wohnungsbautätigkeit verminderte sich um 33,2% und im öffentlichen Hochbau wurden 27,7% weniger Arbeitsstunden als vor einem Jahr geleistet. Die Tiefbauaktivitäten waren besonders im gewerblichen Bereich mit minus 24,8% stark rückläufig; insgesamt wurden 18,5% weniger Arbeitsstunden geleistet als vor Jahresfrist.

Im gesamten Verlauf des Jahres 2000 wurde der Produktionsabstand zum Vorjahr zunehmend größer. Vom Berliner Bauhauptgewerbe sind durchschnittlich 14,7% weniger Arbeitsstunden als 1999 geleistet worden, wobei im Tiefbau die Rückläufigkeit mit 17,3% stärker ausgeprägt war als im Hochbau (- 13,6%). Nach Baubereichen gegliedert, stellt sich die Entwicklung der Bautätigkeit wie folgt dar:
  • Wohnungsbau: -17,8% (Vorjahr: -1,1%)
  • öffentlicher Bau und Verkehrsbau: -16,2% (Vorjahr: -8,9%)
  • gewerblicher und industrieller Bau: -9,6% (Vorjahr: -15,1%).
Auch die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen unterlag einem ähnlich negativen Trend. Belief sich die Rückläufigkeit der Arbeitnehmer im Bauhauptgewerbe im ersten Halbjahr noch im einstelligen Bereich zwischen 6 und 8%, so erhöhte sich diese Tendenz im 2. Halbjahr auf 14 bis 16%. Im Jahresmittel sind dem Berliner Bauhauptgewerbe 11,4% seiner Arbeitskräfte verloren gegangen. Der Personalstand der Berliner Unternehmen hat sich zum Jahresende auf 30.498 tätige Personen (einschließlich Inhaber und mithelfender Familienangehörigen) reduziert. Vor einem Jahr um diese Zeit wurden noch 35.789 Personen beschäftigt. Die Zahl der Facharbeiter - an der in besonderem Maße die qualitative Leistungsfähigkeit der Unternehmen beurteilt werden kann - ist in den Berliner Betrieben um 12,2% im Jahresmittel zurückgegangen; Ende Dezember wurden 13.780 Facharbeiter beschäftigt.

Im Vergleich zur Bautätigkeit und zu den Beschäftigtenzahlen hat sich der Umsatz des Berliner Bauhauptgewerbes nicht in dem Maße reduziert, wie es von der Personalentwicklung her zu erwarten war. Insgesamt wurden 7,3 Mrd. DM oder 8,3% weniger Umsätze erzielt als vor einem Jahr. Die zwischen der Beschäftigtenentwicklung einerseits und der Umsatzentwicklung andererseits auseinander gehenden Entwicklung ist ein Zeichen dafür, dass ein Teil der hier anfallenden Umsätze durch Nachunternehmen aus anderen Bundesländern oder dem Ausland erbracht wird.

Nach Umfrage der Handwerkskammer Berlin waren die handwerklichen Produktionskapazitäten des Berliner Bauhauptgewerbes nur zu 78% ausgelastet. Deutlich mehr Personal als erwartet ist abgebaut worden. Die Rückgangsquote liegt hier über der des Vorjahresquartals. Im Ausbaugewerbe des Berliner Handwerks betrug der Auslastungsgrad der Produktionskapazitäten 78,5%, womit die aktuelle Geschäftslage im letzten Quartal für 65% der Betriebe befriedigend bis gut eingeschätzt wurde.


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3. Preissituation


Der Baupreisindex sank auch zum Ende des 4. Quartals weiter. Nach Meldungen des Statistischen Landesamtes erreichte der Preisindex für den Neubau von Wohnungen im November 2000 mit 92,7 Punkten den tiefsten Stand seit Einführung des Basisjahres 1995. Gegenüber dem vergleichbaren Monat des Vorjahres gingen die von der Berliner Bauwirtschaft realisierten Preise um 2,3% zurück. Für Bürogebäude errechnete das Statistische Landesamt im Vorjahresvergleich einen Preisrückgang um 1,3%; der Index erreichte hier einen Stand von 95,1 (Basis 1995 = 100). Der Preisindex für gewerbliche Betriebsgebäude wies mit 95,6 einen um 0,2 Prozentpunkten höheren Indexstand zum Vorquartal aus. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist jedoch ein Rückgang von 0,8% zu verzeichnen. Überproportional stark sanken die Preise für Schönheitsreparaturen in Wohnungen, sie sind im November um 3,9% gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresmonat zurückgegangen.

Der Rückgang des Teilindexes für Rohbauarbeiten, der mit einer Gewichtung von 50% in die Berechnung einfließt, fiel mit - 3,7% höher aus als der Gesamtindex. Der Index betrug 87,8 (Basis 1995 = 100). Erneut wurden Preiserhöhungen bei Stahlbauarbeiten (+ 1,7%) und für Abdichtungsarbeiten (+ 0,7%) entgegen dem allgemeinen Trend verzeichnet. Alle übrigen in diesem Teilindex berücksichtigten Bauleistungen verzeichneten Rückgänge. Im Einzelnen wurden Reduzierungen bei Verbauarbeiten (- 6,2%), Zimmer- und Holzbauarbeiten (- 5,7%), Entwässerungskanalarbeiten (-4,9%), Beton- und Stahlbetonarbeiten (- 4,6%) sowie bei Erdarbeiten mit - 4,1% registriert.

Der Teilindex für Ausbauarbeiten (Gewichtung ebenfalls 50%) sank gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres nur um 1,0% und erreichte einen Stand von 97,6 (Basis 1995 = 100). Die Preisbewegungen waren hier sehr unterschiedlich. So verteuerten sich Verglasungsarbeiten um 12,1%; Gussasphaltarbeiten stiegen um 3,7% und die Preise für Förder-, Aufzugsanlagen, Fahrtreppen und -steige erhöhten sich um 3,3%. Wie bereits schon im vorherigen Quartal wurden starke Preisrückgänge bei Tapezierarbeiten um 5,8%, bei Fliesen- und Plattenarbeiten (- 4,9%), bei Putz- und Stuckarbeiten (- 3,9%) sowie bei Maler- und Lackiererarbeiten (- 3,4%) registriert. Auch bei dem für Berlin typischen Preisindex aller Tiefbauleistungen war ein Rückgang festzustellen. Er betrug 86,6 (Basis 1995 = 100) und lag damit um 2,3% unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Im Ingenieurbau und sonstigen Tiefbau gingen die Preise um 3,8 bzw. 3,6% und im Leitungsbau sogar um 2,4% zurück. Lediglich im Straßenbau war ein Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von 1,2% zu verzeichnen.
Im gesamten Bundesgebiet haben sich die Baupreise leicht erhöht. Im Durchschnitt aller Bundesländer lagen sie für Bauleistungen an Wohngebäuden (Neubau) im November 2000 um 0,3% höher als vor einem Jahr. Der bundesweite Index betrug im Monat November 98,7 (Basis 1995 = 100).
Im 4. Quartal 2000 blieben die Mehrzahl der betrachteten Baustoffpreise im Vergleich zum vorhergehenden Quartal unverändert. Preisnachlässe wurden bei bituminösen Dach- und Dichtungsbahnen zwischen 14,9% und 34,7% sowie bei Betonwaren bis zu 12,9% registriert. Die Preise für Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl stiegen wenn auch moderater im 4. Quartal weiter an. Leichtes Heizöl verteuerte sich gegenüber dem Vorquartal um 3,8% und Dieselkraftstoff erhöhte sich um 1,7%. Der Kupferpreis bewegt sich weiter auf hohem Niveau und stieg im Vergleich zum 3. Quartal um 2,7% an.


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4. Arbeitsmarkt


Auch im letzten Jahresviertel des Baujahres 2000 hat sich die negative Entwicklung auf dem Berliner Teilarbeitsmarkt für Bauberufe fortgesetzt. Auch wenn das teilweise mit der witterungsabhängigen Jahreszeit zu begründen ist, so war der überproportionale Anstieg der arbeitslosen Bauarbeiter im Vergleich zum Vorjahr um 2.437 Personen dennoch ungewöhnlich. Mit 31,1% erreichte die Bauarbeitslosigkeit den höchsten Stand seit 1991.

Insgesamt stellt sich zum Jahresende die Arbeitsmarktsituation wie folgt dar:

Arbeitsmarktdaten am 31. Dezember
1999 2000
Arbeitslose Bauarbeiter 26.023 (28,4%) 28.460 (31,1%)
Offene Stellen 317 145

Über das gesamte Berichtsjahr 2000 hinweg waren kaum Impulse zur Entlastung zu spüren, so dass die Bauarbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr ständig ein höheres Niveau erreichte. Im Jahresdurchschnitt waren 27.600 Bauleute ohne Beschäftigung bei den Arbeitsämtern registriert, dies war ein Anstieg gegenüber 1999 von 1.400 Personen oder 5,5%.
Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften für das Baugewerbe war während des gesamten Jahres äußerst schwach. Ende Dezember 2000 wurden nur 145 offene Stellen für Arbeitnehmer in den Bauberufen den Arbeitsämtern gemeldet; vor einem Jahr waren es noch 317 Gesuche. Das Instrument der Kurzarbeit zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit im Baugewerbe wird weiterhin stark genutzt. Im Dezember arbeiteten 951 Arbeitnehmer verkürzt, 289 Personen mehr als vor einem Jahr.


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5. Ausschreibungsergebnisse


Die Vergabe öffentlicher Aufträge Berlins schwächte sich im 4. Vierteljahr 2000 erheblich ab. Das lag vorwiegend an der stark forcierten Mittelausschöpfung in den vorangegangenen Quartalen sowie den abgesenkten verfügbaren Baumitteln. Zu Lasten des laufenden und künftiger Haushaltsjahre lag das Auftragsvolumen um rd. 15% unter dem Ergebnis des Vorjahres.

Im Rahmen des abgesenkten Vergabevolumens konnten sich die Berliner Baubetriebe im gesamten Jahr 2000 erfolgreich im Wettbewerb um Bauaufträge des Landes Berlin behaupten. Der weit überwiegende Teil, d.h. rund 82% aller vergebener Aufträge konnten Betriebe mit Sitz in Berlin an sich binden. Bei der Auswertung der Auftragsvergaben wurde ferner festgestellt, dass in dem besonders wertgewichtigen Segment der europaweiten Ausschreibung Berliner Unternehmen im Jahr 2000 den überproportionalen Anteil von 91% der Auftragserteilung erzielten. Hier liegt die Vermutung nahe, dass in diesem Bereich die Angebote von vornherein unter Einbeziehung von Nachunternehmern kalkuliert worden sind, die die Bauleistungen in erheblichem Umfang mit niedrig entlohnten Arbeitskräften erstellen.

Die Auswertung besagt darüber hinaus, dass der durchschnittliche Einzelauftragswert im Jahr 2000 die Höhe des Vohrjahreswertes überstieg. Der seit 1997 zu beobachtende Trend der Absenkung der Einzelauftragswerte wurde damit gestoppt.

Die Vergabeintensität des Jahres 2000 wurde folglich nicht nur durch die Reduzierung der zur Verfügung stehenden Baumittel sondern auch durch die Erhöhung der durchschnittlichen Einzelauftragswerte gegenüber dem Vorjahr vermindert.

Für den Berichtszeitraum ist erneut festzustellen, dass der anhaltende Wettbewerbsdruck insbesondere beim Bauhauptgewerbe und im Tiefbau zu Angebotspreisen führte, deren Angemessenheit oftmals in Frage zu stellen war. Gering kalkulierte Zeitansätze mussten für Teilleistungen häufig angezweifelt werden und der Kostenfaktor "Wagnis und Gewinn" blieb in zunehmendem Maße bei der Preisbildung unberücksichtigt.


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6. Ausschöpfung der Haushaltsmittel

(einschließlich Unterhaltungsmaßnahmen sowie Auftragsverwaltung des Bundesministers für Verkehr)

Die abschließenden Jahresdaten der Haushaltswirtschaft 2000 standen im Detail bei Redaktionsschluss noch nicht zur Verfügung. Die Bauausgaben Berlins für das gesamte Berichtsjahr können somit erst mit dem nächsten Bericht nachgewiesen werden.


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7. Gesamtbeurteilung der Baukonjunktur


In der Berliner Bauwirtschaft setzte sich die konjunkturelle Talfahrt im Baujahr 2000 fort, im zweiten Halbjahr hat sie sich sogar beschleunigt. Die erforderlichen Impulse einer verbesserten Nachfrage wie auch die einer verstärkten Wettbewerbsfähigkeit blieben aus, so dass Personalabbau und Produktionsrückgänge bis zuletzt anhielten. Demzufolge war auch der Berliner Teilarbeitsmarkt für Bauberufe von ausgeprägten Schwächetendenzen gekennzeichnet.

Dabei hätte das insgesamt in der Stadt realisierte Bauvolumen ausgereicht, alle Berliner Personalkapazitäten zu beschäftigen. Nach vorläufigen Berechnungen wurde auf den Baustellen Berlins im Jahre 2000 ein Bauvolumen in Höhe von rd. 24,0 Mrd. DM erwirtschaftet. Dieser Wert umfasst alle Leistungen, die der Errichtung, Verbesserung oder Reparatur von Anlagen dienen, die unmittelbar mit dem Grund und Boden verbunden sind und nicht zur maschinellen Ausrüstung gehören. Das Bauvolumen wies damit nach 1999 erneut eine Rückläufigkeit auf. Es ist nominal um rd. 8% zurückgegangen. Bei Berücksichtigung der jahresdurchschnittlichen Preisabschläge bei Bauleistungen in Höhe von 2,2% bedeutet das eine reale Abnahme des Berliner Bauvolumens um rd. 6%.

Im Vergleich zu Brandenburg hat das Berliner Bauhauptgewerbe auch im Baujahr 2000 ungünstig abgeschnitten. Die Rückläufigkeit bei Beschäftigung und Bautätigkeit war in Berlin um 4 bis 6 Prozentpunkte größer als in Brandenburg, während die Umsätze der Berliner Unternehmen bei weitem nicht in dem Umfang abnahmen wie die der Brandenburger. Offensichtlich fließen in die abgerechneten Berliner Bauleistungen verstärkt solche von Nachunternehmen ein.

Das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe des Berliner Handwerks hatte im Verlauf des Baujahres 2000 wie auch die industriell und mittelständisch ausgerichtete Bauwirtschaft erhebliche Probleme zu bewältigen. Allerdings lagen die Probleme hier mehr im Bereich gestiegener Einkaufspreise, die an die Abnehmer der Leistungen nicht weitergegeben werden konnten. Die konjunkturellen Geschäftsaussichten beurteilten dagegen etliche Bauhandwerker zum Jahresende wieder hoffnungsvoll.

Die Impulse für ein stabileres Baugeschehen sind allerdings überwiegend von gewerblichen Investoren zu erwarten, da die Probleme der öffentlichen Haushalte auch bei zu erwartenden verbesserten Steuereinnahmen im bevorstehenden Jahr 2001 noch nicht behoben sein werden. Das niedrige Zinsniveau und die insgesamt günstigen Kapitalmarktbedingungen sind jedoch für die private Wirtschaft gute Rahmenbedingungen, um geplante Investitionen zu realisieren.


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8. Empfehlungen


Die Begrenzung des Nachunternehmereinsatzes hat für den Senat weiterhin eine zentrale Bedeutung. Zum einen ist sie Mittel zur Bekämpfung der illegalen Beschäftigung und der Schwarzarbeit, zum anderen dient sie auch der Stützung der regionalen Baukapazitäten.


Aus diesen Gründen wird bei der Vergabe öffentlicher Bauaufträge Berlins der Nachunternehmereinsatz stärker als bisher begrenzt sein. Die gegenwärtig in Arbeit befindliche Neuregelung auf Grundlage § 4 Nr. 8 VOB/B betont, dass die angebotene Bauleistung im Falle der Auftragserteilung im eigenen Betrieb auszuführen ist. Dazu wird von den Bietern mit dem Angebot die Angabe der voraussichtlich zur Verfügung stehenden eigenen Arbeitskräfte verlangt. Die auftragvergebenden Baudienststellen können damit die Leistungsfähigkeit der anbietenden Unternehmen besser einschätzen und somit auch die Probleme des Nachunternehmereinsatzes besser beherrschen. Auch der Arbeitsmarkt soll durch Neueinstellungen entlastet werden. Als Voraussetzung für die Wirksamkeit dieser Regelung ist kleinteilige, fachlosweise Vergabe unabdingbar. Es wird schon jetzt gebeten, sich darauf einzustellen. Ein entsprechendes Rundschreiben wird in Kürze erscheinen.