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Nachlese zum Zweiten Stadtdialog Energie und Klimaschutz am 28. September 2015 in der ufaFabrik

Zweiter Stadtdialog Energie und Klimaschutz: Berlinerinnen und Berliner geben Hinweise für die Umsetzung des BEK


Staatssekretär für Verkehr und Umwelt Christian Gaebler
© André Wagenzik


Am 28. September eröffnete der Staatssekretär für Verkehr und Umwelt, Christian Gaebler, den zweiten Stadtdialog Energie und Klimaschutz in der ufaFabrik in Berlin. Zahlreiche Berlinerinnen und Berliner nahmen die Möglichkeit wahr, sich aktiv an der Veranstaltung zu beteiligen und Hinweise für die Finalisierung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms zu geben. In drei Diskussionsrunden widmeten sich die Teilnehmenden drei ausgewählten Schwerpunktmaßnahmen „Verkehr – Veränderung des Modal Splits“, „Energetische Gebäudesanierung“ sowie „Wissen, Innovation & Wertschöpfung“. Dabei standen die Herausforderungen bei der Umsetzung der Maßnahmen im Fokus. Außerdem wurden mögliche Lösungswege aufgezeigt und die Hinweise des Publikums für die Umsetzbarbarkeit aufgenommen. Die Beteiligung des Publikums erfolgte über das Online-Beteiligungstool „ideactive“, bei dem die Teilnehmenden parallel zur Podiumsdiskussion ihre individuellen Fragen und Kommentare über ihr Smartphone oder Tablet absenden konnten. Diese wurden zusammengeführt und an die Moderatorin – als Stimme des Publikums auf dem Podium – weitergeleitet.

„In den vergangenen Monaten haben wir zusammen mit der Berliner Stadtgesellschaft die Erarbeitung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms vorangetrieben, denn nur so können wir ein möglichst konkretes BEK entwickeln, das uns dem Ziel der Klimaneutralität näher bringt. Alle Hinweise zur Umsetzung der Maßnahmen sind wertvoll, um ein alltagsnahes Programm und eine verlässliche Grundlage für die Berliner Energie- und Klimapolitik zu schaffen. Auch die Hinweise der Bürgerinnen und Bürger sind in die Erarbeitung des BEK eingeflossen und machen es zu einem Gemeinschaftswerk für eine lebenswerte Zukunft unserer Stadt“, sagte Staatssekretär Christian Gaebler beim Stadtdialog.

Zuschauer im Publikum
Das Publikum bringt sich über Online-Beteiligungstool
„ideactive“ ein. © André Wagenzik

Nach einer Einordnung des Zweiten Stadtdialogs in den Erarbeitungsprozess des BEK, stellte Prof. Hirschl, Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und Leiter des BEK-Fachprojekts im Auftrag der Senatsverwaltung, den aktuellen Stand der Erarbeitung vor. So sind die bereits im Rahmen der ersten Workshoprunde, dem ersten Stadtdialog und der Onlinebeteiligung eingegangenen Kommentare und Hinweise der Stadtgesellschaft in den letzten Monaten ausgewertet sowie ein großer Teil der eingebrachten inhaltlichen Ergänzungen bearbeitet und eingefügt worden. Für jede Maßnahme wurden zudem eine Wirkungsabschätzung, eine Kostenkalkulation und eine Evaluierung durchgeführt. Mit dem nun vorliegenden Maßnahmenpaket 4.0 könne bei vollständiger Umsetzung das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 erreicht werden. Prof. Hirschl betonte jedoch, dass zur Zielerreichung alle Handlungsfelder zusammen berücksichtigt werden müssen, da sie ineinandergreifen und nur gemeinsam die geplante Wirkung erzielen.


Nach den einführenden Vorträgen begann der zentrale Teil der Veranstaltung: Die Diskussion der drei ausgewählten Schwerpunktthemen „Verkehr – Veränderung des Modal Splits“, „Energetische Gebäudesanierung“ sowie „Wissen, Innovation & Wertschöpfung“. Zu jedem Schwerpunkt gab es zunächst einen fachlichen Impuls durch ein Mitglied des mit der Erarbeitung des BEK beauftragten Fachprojekts sowie einen Einblick aus der Praxis durch einen Themenbotschafter. Anschließend stand viel Zeit für die Debatte mit dem Publikum zur Verfügung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten rege die Möglichkeit, ihre Hinweise für die Umsetzbarkeit der Maßnahmen in die Diskussion einzubringen. Die Rückmeldung der Teilnehmenden zu den Maßnahmen und ihrer Umsetzbarkeit war Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung.


Patrick Klemm & Wolter te Riele zu den Veränderungen
des Modal Splits im Verkehr © André Wagenzik


Einblicke aus der Praxis: Diskussionsrunden mit wissenschaftlichen Impulsgebern und Handlungsfeldbotschaftern

Verkehr – Veränderung des Modal Splits
Patrick Klemm von der VMZ Berlin Betreibergesellschaft mbH und zuständig für das Thema Verkehr im Rahmen des Fachprojekts betonte, dass die Veränderungen des Modal Splits ein wesentlicher Hebel im Handlungsfeld Verkehr seien. Die Aufteilung der zurückgelegten Wege auf die einzelnen Verkehrsmittel in Berlin sei bereits durchaus positiv. 2013 entfielen über 70 Prozent der Wege auf den Umweltverbund. Dennoch gebe es weitere Steigerungspotentiale. Vor allem müssten Alternativangebote zum privaten Pkw ausgebaut und attraktiver gestaltet werden.
Als Handlungsfeldbotschafter im Bereich Verkehr berichtete Wolter te Riele von der Niederländischen Beratungsfirma Berenschot von positiven Entwicklungen des Modal Split in den Niederlanden. Bereits geringinvestive Maßnahmen in die Knotenpunkte, die sichere Gestaltung von Park-and-Ride-Plätzen sowie eine Verbesserung des Informationsangebotes und eine Harmonisierung der Fahrpläne hätten zu einer verstärkten Nutzung des Öffentlichen Verkehrs geführt.


Julika Weiß zur energetischen Gebäudesanierung
© André Wagenzik


Energetische Gebäudesanierung

Ein weiterer behandelter Schwerpunkt war die energetische Gebäudesanierung, die unabdingbar ist, um die ambitionierten Klimaneutralitätsziele für Berlin zu erreichen. Sie ist vor allem in nachgefragten Wohngegenden und bei besonders erhaltenswerten Gebäuden mit Interessenskonflikten verbunden. Die Teilnehmenden diskutierten daher, wie die im BEK enthaltenen Maßnahmen sozialverträglich gestaltet werden können. Julika Weiß vom Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) betonte, dass der Energiebedarf für Wohngebäude durch Sanierung und energieeffizienten Neubau stark reduziert werden müsse. Weiterhin müsste Wärme auf klimafreundliche Weise erzeugt und Wohn- und Arbeitsflächen verringert werden. Dabei sei besonders wichtig, dass Baukostenzuschüsse für energetische Sanierungen und Härtefallregelungen für Sozialschwache geschaffen würden, um die Mieterhöhungen in Grenzen zu halten.

Jochen Icken als Botschafter für die
energetische Gebäudesanierung © André Wagenzik

Jochen Icken, Vorstand Märkische Scholle Wohnungsunternehmen und Botschafter für das Thema, wies dazu auf bereits bestehende Lösungsansätze zur Überwindung möglicher Hindernisse hin. So habe die eingetragene Wohnungsbaugenossenschaft in der Wohnanlage Lichterfelde mit einem umfassenden Energiekonzept und der energetischen Sanierung erreicht, dass der Verbrauch von 210 kWh auf 30 kWh reduziert werden konnte. Dazu wurde ein Informationsangebot geschaffen und auch ein direkter Ansprechpartner vor Ort eingesetzt. Um die Sozialverträglichkeit zu gewährleisten, wurden die Kosten der Umzüge übernommen und Ersatzwohnungen gestellt. Trotz umfassender Sanierung habe man die gesetzlichen Mieterhöhungsmöglichkeiten nicht ausschöpfen müssen.

 
 


Wissen, Innovation & Wertschöpfung

Prof. Dr. Bernd Hirschl und Marcus Peise zu Wissen,
Innovation & Wertschöpfung © André Wagenzik

Berlin als Kreativ-, IT- und Wissenschaftsmetropole ist hervorragend geeignet, um Innovationen zu generieren und durch Unternehmensgründungen Investitions- und Wertschöpfungsgrundlagen zu legen. Erneuerbare Energien sowie zahlreiche Klimaschutztechnologien und -Dienstleistungen sind zum Teil noch jung in ihrer Entwicklungsphase und versprechen viele Innovationen und Weiterentwicklungen. Prof. Hirschl machte gleich zu Beginn deutlich, dass die Themen Wissen und Innovation für Berlin von zentraler Bedeutung seien. So fördere Berlin bereits durch Clusterstrategien oder den Masterplan Industriestadt Berlin Innovationen mit politischen Maßnahmen. Nun sei es wichtig, auch auf die Verknüpfung der Zukunftsfelder zu achten, um lokale Klimaschutz- und Energiewendeaktivitäten weiter zu verstärken.
Als Botschafter für das Thema gab Marcus Peise, Gründer des Start-Up-Unternehmens Sunride, weitere Anregungen zur Stärkung des Wissens- und Innvotationsstandortes Berlin. Das Unternehmen Sunride habe sich zum Ziel gesetzt, Energiegenossenschaften über eine  bereitgestellte Software die Möglichkeit einer einfachen Abrechnung zu ermöglichen und somit die dezentrale Energieversorgung zu fördern. Er wies darauf hin, wie schwierig es für kleine Unternehmen sei, mit den großen Energieversorgungsunternehmen zu verhandeln und forderte eine Förderung derartiger Partnerschaften durch die Politik.

Auf der Zielgeraden: Letzte Schritte zur Fertigstellung des BEK
Der zweite Stadtdialog ist im Rahmen des Erarbeitungs- und Beteiligungsprozesses einer der letzten Schritte auf der Zielgeraden zur Fertigstellung des BEK. Die dort geäußerten Hinweise der Stadtgesellschaft fließen jetzt in den weiteren Erarbeitungsprozess des BEK ein. Bis zur Abschlusskonferenz am 1. Dezember widmet sich das Fachprojekt nun der Finalisierung, um das BEK in den politischen Entscheidungsprozess zu übergeben.

Video:

Weitere Informationen:
Die Pressemitteilung zum ersten Stadtdialog Energie und Klimaschutz
Präsentation von Prof. Bernd Hirschl

Präsentationen zum Schwerpunkt I - Veränderungen des Modal Split

Präsentationen zum Schwerpunkt II - Energetische Gebäudesanierung

Präsentationen zum Schwerpunkt III - Wissen, Innovation, Wertschöpfung

Die ausführliche Dokumentation des Zweiten Stadtdialogs Energie und Klimaschutz finden Sie hier.