Navigation

Anmeldebereich

Anmelden / Registrieren

Sie haben bereits Zugangsdaten?

Inhaltsbereich

  • Brotkrumennavigation
  • Startseite
  • Alle Meldungen
  • Abschluss des Beteiligungsprozesses und Übergabe des Entwurfs für ein Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm

Abschluss des Beteiligungsprozesses und Übergabe des Entwurfs für ein Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm

 

Fotograf: André Wagenzik

Am Dienstag, den 1. Dezember 2015, fand der Erarbeitungsprozess des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK) seinen feierlichen Abschluss.

„Die Metropolen der Welt tragen mit ihren CO2-Emissionen wesentlich zum Klimawandel bei. Berlin übernimmt deshalb seine Verantwortung: Wir setzen uns ambitionierte Klimaschutzziele und mit dem Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm zeigen wir ganz konkret, wie wir diese auch erreichen können. Damit nimmt Berlin auf deutscher und internationaler Ebene eine Vorreiterrolle ein und setzt auch im Zuge der aktuellen UN-Klimakonferenz in Paris ein wichtiges Zeichen. Berlin leistet seinen Beitrag für eine klimafreundliche, lebenswerte Zukunft“, sagte der Regierende Bürgermeister des Landes Berlin Michael Müller zur Eröffnung der Veranstaltung.

Fotograf: André Wagenzik

Entwurf für ein BEK wird an die Senatsverwaltung übergeben
Im Beisein von rund 300 Gästen wurde der Entwurf für ein BEK feierlich an den Regierenden Bürgermeister des Landes Berlin Michael Müller und an den Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Andreas Geisel übergeben und damit auch ein Resümee des 13-monatigen Beteiligungsprozess, der von IFOK und seinen Partnern umgesetzt wurde, gezogen. Denn die wissenschaftliche Entwicklung und Auswahl der Maßnahmen des BEK erfolgte auch unter großer Beteiligung der Berlinerinnen und Berliner. Den Berichtsentwurf übergaben der Leiter des Fachprojekts zur Erstellung des BEK-Endberichts, Herr Prof. Bernd Hirschl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) sowie die beiden Co-Leiter des Fachprojekts Herr Dr. Fritz Reusswig vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und Frau Dr. Julika Weiß vom IÖW. Der Endbericht zum BEK bildet nun die Grundlage für eine Senatsvorlage.

Übergabe des BEK-Endberichts
Fotograf: André Wagenzik

Der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Andreas Geisel unterstrich die Bedeutung dieses Energie- und Klimaschutzprogramms für Berlin: „Das BEK ist eines der zentralen Instrumente der Berliner Energie- und Klimaschutzpolitik und bildet das Fundament für die Umsetzung unseres ambitionierten Ziels, Berlin bis 2050 klimaneutral zu gestalten. Bei der Erarbeitung des Energie- und Klimaschutzprogramm war uns besonders wichtig, konkrete Maßnahmen als Ergebnis eines einjährigen Beteiligungsprozesses einfließen zu lassen. Das BEK ist damit von der Stadtgesellschaft getragen und zugleich höchst konkret. Lassen Sie uns dieses Gemeinschaftswerk fest in Berlin verankern und gemeinsam zum Erfolg tragen.“

Fotograf: André Wagenzik

Maßnahmen für ein klimaneutrales Berlin
Prof. Bernd Hirschl stellte die zentralen Inhalte des BEK vor und hob hervor: „Weil Klimaschutz eine Querschnittaufgabe ist, haben wir bei der Erstellung des BEK klima-, energie-, wirtschafts- und sozialpolitische Aspekte konsequent zusammengedacht. Zielkonflikten sind wir mit integrierten Lösungsansätzen begegnet. So stellen wir sicher, dass die künftige Energieversorgung nicht nur sicher und umweltfreundlich, sondern in der Mieterstadt Berlin auch bezahlbar ist. So machen wir mit dem BEK Berlin zu einer modernen Metropole mit einem klimaverträglichen CO2-Fußabdruck.“

Das BEK beschreibt für alle energie- und klimapolitisch relevanten Handlungsfelder der Hauptstadt – Energieversorgung, Gebäude und Stadtentwicklung, Wirtschaft, private Haushalte und Konsum sowie Verkehr – konkrete Strategien und Maßnahmen. Als zentrale Maßnahme wird zum Beispiel der Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur, die Attraktivitätssteigerung des Fußverkehrs oder die Angebotsausweitung des ÖPNV im Handlungsfeld Verkehr benannt. Der Ausbau von Beratung und Vernetzung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) wird als Notwendigkeit im Handlungsfeld Wirtschaft gesehen und der Masterplan Solarcity im Handlungsfeld Energie. Die Steigerung der Sanierungsrate im Bereich Gebäude oder eine Erhöhung der Geräteeffizienz sind konkrete Maßnahmen für das Handlungsfeld Private Haushalte.

Für alle Maßnahmen wurden die Kosten für die öffentliche Hand und die jeweils verantwortlichen Träger ermittelt und auch Nutzenwirkungen abgeschätzt. Die durchschnittlichen Jahreskosten bis 2030 liegen demzufolge bei ca. 100 bis 169 Mio. Euro. Dem gegenüber stehen erhebliche Nutzenwirkungen u. a. durch eingesparte fossile Brennstoffkosten und regionalökonomische Effekte aus der energetischen Sanierung. So geben die Berlinerinnen und Berliner derzeit etwa 3,3 Mrd. Euro jährlich (Stand 2012) für den Import fossiler Brennstoffe aus. Diese Kosten könnten im Jahr 2030 um 1,9 Mrd. Euro reduziert werden.

Podiumsdiskussion
Fotograf: André Wagenzik

Zukünftige Herausforderung: Gemeinsame Umsetzung des BEK
Die Umsetzung des BEK war zudem Thema einer Podiumsdiskussion. Christian Gaebler, Staatssekretär für Verkehr und Umwelt des Landes Berlin, hob in der Diskussion hervor, dass das BEK langfristig angelegt sei – in Schritten, die systematisch aufeinander aufbauen. Er bewertete positiv, dass das BEK vor allem auf freiwilligen Vereinbarungen beruhe – diese bewirkten meist mehr als Verpflichtungen. Michael Schäfer, Mitglied der Enquete-Kommission „ Neue Energie für Berlin“ wies darauf hin, dass Investitionen eines der zentralen Mittel zur Umsetzung des BEK seien. Berlin müsse den Innovationsvorsprung schaffen und besonders in regionale Strukturen investieren. Siegfried Rehberg, Besonderer Vertreter des Vorstands beim Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e. V. (BBU), und Rainer Knauber, Leiter Konzernkommunikation und -marketing der GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, betonten einstimmig die Notwendigkeit der Weiterbildung von Mitarbeitenden im Bereich Energie und Klimaschutz sowie den Ausbau von Quartierslösungen in Berlin.

Videos:


Ein Rückblick auf den BEK-Beteiligungsprozess


Zahlen, Daten, Fakten zum BEK-Beteiligungsprozess

 

Weitere Informationen:
Die Pressemitteilung zur Abschlussveranstaltung
Hintergrundpapier: Überblick über die Ergebnisse des Endberichts und den Beteiligungsprozess
Interview mit Prof. Hirschl zum Entwurf für das BEK
Präsentation von Prof. Bernd Hirschl zu den Inhalten des Entwurfs für das BEK
Endbericht zum BEK (Langfassung (mit Anhang A und B) und Kurzfassung)
- Dokumentation der Abschlussveranstaltung