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Startschuss für die Entwicklung eines Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms

Berlin bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu gestalten – das ist ein wesentliches Ziel des Berliner Senats. Ein zentrales Instrument zur Erreichung dieses Zieles ist das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK), das in einem breit angelegten Dialog- und Beteiligungsverfahren mit der Stadtgesellschaft erarbeitet werden soll. Den Startschuss für die Entwicklung dieses Programms gab Senator Michael Müller am 3. November 2014 im Auditorium Friedrichstraße.

Fotograf: André Wagenzik

Unter Berücksichtigung der aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen sowie des neuesten Standes wissenschaftlicher Erkenntnisse und technischer Möglichkeiten soll das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm für alle energie- und klimapolitisch relevanten Handlungsfelder der Hauptstadt – Energieversorgung, Gebäude und Stadtentwicklung, Wirtschaft, private Haushalte und Konsum sowie Verkehr – konkrete Strategien und Maßnahmen beschreiben und festlegen. Die Entwicklung des Programms basiert auf der von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt beauftragten und Anfang 2014 fertiggestellten Machbarkeitsstudie „Klimaneutrales Berlin 2050“.

Fotograf: André Wagenzik

„Damit Berlin für uns und zukünftige Generationen lebenswert bleibt, müssen wir jetzt handeln. Klimaschutz ist unsere Chance: Von einem klimaneutralen Berlin profitieren alle – die Umwelt, die Menschen in der Hauptstadt und die Wirtschaft. Gleichzeitig positioniert sich Berlin damit als Vorreiter im Klimaschutz auf deutscher und internationaler Ebene. Dass es möglich ist, das Klimaneutralitätsziel zu erreichen, haben wir mit der Machbarkeitsstudie gezeigt. Jetzt müssen wir konkrete Maßnahmen entwickeln und diese umsetzen – hierfür sind wir auf die Unterstützung der Berlinerinnen und Berliner angewiesen. Sie wissen am besten, was unsere Stadt braucht, um klimafreundlicher und fit für die Zukunft zu werden. Gemeinsam tragen wir die Verantwortung für die Entwicklung unserer Stadt. Ich kann alle Berlinerinnen und Berliner daher nur dazu aufrufen, die Chance zu nutzen: Machen Sie mit und beteiligen Sie sich an der Entwicklung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms“, sagte Senator Michael Müller auf dem Auftaktforum zum Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm in Berlin.

Die Bedeutung des Energie- und Klimaschutzprogramms für die Zukunft Berlins unterstrich auch Prof. Dr. Bernd Hirschl, Leiter des Forschungsfelds Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), das mit der Entwicklung des Programms beauftragt ist: „Mit dem Programm beschreiten wir jetzt die Pfade, die die Machbarkeitsstudie uns aufgezeigt hat – und machen Berlin zu einer modernen Metropole mit einem klimaverträglichen CO2-Fußabdruck. Das Vorhaben ist ambitioniert und erfordert Anstrengungen, aber es lohnt sich. So würde etwa der anvisierte Umbau des Energiesystems Investitionen bedeuten, die die Berliner Wirtschaft erheblich stärken könnten.“

200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nahmen am Auftaktforum teil. Neben der Erläuterung der zentralen Meilensteine der Entwicklung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms wurde bei der Veranstaltung die Bedeutung des geplanten Beteiligungsprozesses zum Programm diskutiert: Was kann die Stadtgesellschaft einbringen? Warum ist ein Beteiligungsverfahren für eine erfolgreiche Umsetzung des BEK so wichtig? Wie können insbesondere junge Menschen dazu motiviert werden, sich beim BEK einzubringen? An der Diskussion nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Berliner Stadtgesellschaft teil, darunter Dr. Stefan Taschner, Sprecher des Berliner Energietisches, Maria Reinisch, Leiterin Kommunikation Siemens Deutschland und Annekathrin Otto, Pressesprecherin ClubMob Berlin.

Fotograf: André Wagenzik.

Maria Reinisch betonte vor allem die Bedeutung der Lastverschiebung, die Berlin zum Vorreiter machen könnte. Hierbei gehe es darum, den Verbrauch von Energie intelligent nach dem Angebot der erneuerbaren Energien auszurichten. Das hieße zum Beispiel, dass mehr Energie verbraucht werden sollte, wenn die Sonne scheint und Wind weht. So könnten Unternehmen etwa zeitunabhängige energieintensive Arbeiten in wind- und sonnenreiche Zeiten verlegen. Annekathrin Otto ging vor allem auf die Bedeutung der jungen Generation für den Prozess ein. Gerade Jugendliche und junge Erwachsene sollten einbezogen werden – aber ohne den moralischen Zeigefinger zu heben. Um junge Menschen zu erreichen, sei eine einfache Sprache wichtig. Außerdem sollten die Kanäle, über die Jugendliche kommunizieren, genutzt werden. Zudem spiele die Kreativwirtschaft eine wichtige Rolle in Berlin – dieses kreative Potenzial gelte es laut Otto, für die Entwicklung des BEK zu nutzen. Die Bedeutung einer einfachen Sprache, die für die breite Gesellschaft verständlich ist, betonte auch Dr. Stefan Taschner. Die Herausforderung liege nach Taschner auch darin, nicht nur bereits Engagierte und Interessierte zu erreichen, sondern auch die Berliner und Berlinerinnen, die sich bisher eher zurückgehalten haben. Wichtig sei, eine möglichst breite Sichtweise der Berliner Bevölkerung im Prozess zu erhalten.

Fotograf: André Wagenzik

Das Forum bildete den Auftakt für die angestrebte breite Beteiligung der Stadtgesellschaft an der Entwicklung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms. Daran anschließend finden im Dezember Workshop-Reihen mit Fachexperten zu den fünf Handlungsfeldern der Machbarkeitsstudie statt. Dort werden die Maßnahmenvorschläge aus der Machbarkeitsstudie diskutiert und bewertet. Im Januar folgt ein Fachforum für die breite Öffentlichkeit und Fachöffentlichkeit. Gleichzeitig startet der Online-Beteiligungsprozess, in dem über einen Zeitraum von mehreren Wochen alle Berlinerinnen und Berliner aufgerufen sein werden, die bis dahin erarbeiteten Maßnahmenvorschläge für das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm zu kommentieren und auch eigene Vorschläge zu unterbreiten. Darüber hinaus haben die Berliner Bürgerinnen und Bürger über den gesamten Erstellungsprozess des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms hinweg die Möglichkeit, sich auf dieser Website über den Erarbeitungsprozess und den Arbeitsstand zu informieren und diesen zu kommentieren.

Weitere Informationen:

 Video der Auftaktveranstaltung: