Städtebau  

 

Berliner Umweltpreis - Seit 2002 nicht mehr ausgeschrieben

Die Preisträger des Berliner Umweltpreises 2001


  • Berliner Stadtreinigungsbetriebe
    mit dem Projekt "Deponiegasverwertungsanlage"

    Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR), Geschäftsbereich Abfallverwertung und -beseitigung sind für die Errichtung einer Deponiegasverwertungsanlage ausgezeichnet worden. Bei diesem Projekt handelt es sich um die Planung und Errichtung sowie die Optimierung des Betriebes einer Deponiegasverwertungsanlage nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Koppelung zur Emissionsverhinderung auf der Deponie in Schwanebeck.
    Um das gewonnene Gas energetisch verwerten zu können, investierte die BSR in ein Blockheizkraftwerk, welches mit Hilfe von Gasmotoren nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung elektrische und thermische Energie erzeugt. Ein Teil der elektrischen Energie wird zur Deckung des Eigenbedarfes der Deponie genutzt, der überwiegende Teil wird in das öffentliche Stromversorgungsnetz eingespeist - genug um eine Stadt mit 30.000 Einwohnern zu versorgen.
    Um die entstehende Wärmeenergie zu verwerten, wurde das einmalige Konzept des E-nergieverbundes mit einem Großkraftwerk entwickelt. Durch die Schaffung des Wärmeverbundes konnte der - bislang seltene - Idealfall der Deponiegasverwertung mit vollständiger Nutzung von Strom und Wärme realisiert werden.

    Dieses Projekt wurde im Auftrag der Berliner Stadtreinigungsbetriebe und in Zusammenarbeit mit der Firma IGEA mbH ingenieurtechnisch betreut und umgesetzt. IGEA mbH ist ein kleines Ingenieurbüro, das u.a. auf dem Gebiet der dezentralen Energietechnik mit regenerativer Energiebasis tätig ist und seinen Sitz in Berlin-Adlershof auf dem WISTA-Standort hat.

  • Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft
    mit dem Projekt "Ökologische Stadterneuerung"

    Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft für eine Maßnahme zur ökologischen Stadterneuerung in Berlin-Lankwitz.
    Die GSW als eine der großen städtischen Wohnungsbaugesellschaften Berlins besitzt und bewirtschaftet rund 72.000 Wohnungen in fast allen Stadtbezirken.

    Die seit 1952 bestehende Siedlung in der Belß-/Lüdeckestraße in Berlin-Lankwitz wird seit 1996 saniert, modernisiert und erweitert sowie mit fünf Mehrfamilienhäusern ergänzt. Dabei stellt die erweiterte Aufstockung der bestehenden Gebäude eine wirtschaftliche Ergänzung zur Modernisierung dar. Das Vorhaben stellt eine besonders umwelt- und sozialverträgliche Form der Erneuerung und Weiterentwicklung einer Kleinraumsiedlung der 50er Jahre dar. Die bauliche Ergänzung durch Aufstockung und ergänzenden Neubau mit hohem ökologischen Standard ist beispielhaft für den Umgang mit Wohnbausubstanzen aus dieser Zeit.
    Hervorzuheben ist die bundesweit erstmalige Planung, Umsetzung und wissenschaftliche Evaluierung einer neuartigen Form der Regenwasserbewirtschaftung für ein Wohngebiet unter Einsatz von Wasser aus dem öffentlichen Regenwasserkanal als Betriebswasser in Gebäuden. Die Umsetzung und Evaluierung des Regenwasserkonzeptes wurde vom Land Berlin als stadtökologisches Modellvorhaben gefördert.

  • Berliner Ornithologische Arbeitsgemeinschaft e.V.
    mit dem Projekt "Übersicht über gegenwärtig in Berlin brütende Vogelarten"

    Herr Winfried Otto wurde stellvertretend für die Berliner Ornithologische Arbeitsgemeinschaft e.V. für das Projekt "Übersicht über gegenwärtig in Berlin brütende Vogelarten" ausgezeichnet.
    In der Berliner Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft schlossen sich 1990 über 100 aktive Berliner Feld-(Amateur-)Ornithologen zusammen. Sie verfolgten das Ziel, die Vogelbeo-bachtungen aus der wiedervereinigten Stadt zu sammeln und die Daten so auszuwerten, dass sie für den Vogel- und Landschaftsschutz verfügbar sind. Dieses Datenmaterial erlaubte es schließlich, eine Übersicht über alle in Berlin gegenwärtig brütenden Vogelarten mit Angaben zu ihrer Verbreitung und zu ihren Beständen zu erarbeiten. Diese Aufgabe wurde von einem kleinen Team unter der Projektleitung von Klaus Witt und Winfried Otto auf ehrenamtlicher Basis zum Abschluss gebracht.

    Der Nutzen und die Bedeutung dieser Maßnahme für Berlin ist aus der Sicht des Naturschutzes als sehr hoch einzustufen. Sie dient einerseits als Grundlage für Untersuchungen der Vogelwelt in Planungsgebieten und für die Bewertung der Untersuchungsergebnisse. Andererseits dient sie der Planung und Vorbereitung von Maßnahmen der Landschaftspflege zur Erhaltung gefährdeter Arten. Weiterhin bildet sie eine wichtige Voraussetzung für die Erfüllung der Berichtspflichten des Landes Berlin gegenüber der EU, die sich aus internationalen Abkommen (z.B. der EU-Vogelschutzrichtlinie) ergeben.

  • Ulrich Grimm
    mit dem Projekt "Umgestaltung eines Innenhofes zu einem Wildgarten"

    Angeregt durch die Anfang der 80ziger Jahre vom Senat initiierte Aktion "Mehr grün in der Stadt" begann Herr Grimm einen der tristen betonierten Innenhöfe des Institutsneubaus des Fachbereichs Physik der Freien Universität umzugestalten.
    Der Hof umfasst eine Fläche von ca. 580 qm. Zunächst musste in monatelanger Arbeit ein großer Teil der verankerten Betonplatten entsiegelt, später der darunter liegende Bausand gegen Humus- bzw. Mutterboden ausgetauscht werden. Nun konnte das Regenwasser durchsickern, ein kleiner Kreislauf wurde geschlossen. Allmählich setzte ein Wachstum von Wildkräutern, Sträuchern und Bäumen ein.
    Herr Grimm legte auch noch einen naturnahen Teich mit Feuchtzone, entsprechender Ufervegetation und einer Vielzahl von Wasserpflanzen an.

    Im Sommer 2000 wurde Herr Grimm mit den grundsätzlichen Arbeiten fertig. In ca. 20jähriger mühevoller Arbeit wurde aus einer ehemaligen Steinwüste ein Wildgarten.
    Der vormals nutzlose Innenhof ist so zu einer kleinen Idylle geworden, einem kleinen ökologischen Refugium, das von den Studenten zum entspannten Arbeiten im Grünen genutzt wird.

Sonderpreis "Umweltverträglicher Verkehr"

  • Firma Peine GmbH
    mit dem Projekt "Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung der Fahrzeugflotte auf der Basis des EG-Öko-Audits"

    Der Sonderpreis ist an die Fa. Peine GmbH für das Projekt "Ökologische Verbesserung der Fahrzeugflotte auf Basis des EG-ÖKO-Audits" vergeben worden.
    Ein wesentliches Ziel des Umweltprogramms des Unternehmens ist die Senkung des Kraftstoffverbrauchs
    . Hierfür wurden zahlreiche Maßnahmen im Managementprogramm festgeschrieben bzw. schon durchgeführt:
    Von der besseren Erfassung der Leerfahrten und einer optimierten Tourenplanung und Logistik über die Einführung von Euro 3-Fahrzeugen mit Dieselrußfiltern bis hin zum Einbau einer exakten Kraftstoffverbrauchsanzeige in den Fahrzeugen und Schulung der Fah-rer sowie Kraftstoffsparwettbewerbe.
    Um die Abfallmengen im Bereich des Fuhrparks zu verringern, werden in Zusammenarbeit mit Michelin Reifen mit genauer Erfassung der Laufleistung getestet. Angestrebt wird eine Steigerung der Reifenlaufleistung um 15 %.

    Das Unternehmen geht mit diesem sehr umfassenden Maßnahmepaket weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und strebt durch den Einsatz moderner Informationstechnologie eine Entlastung der Umwelt an, die sich voraussichtlich auch ökonomisch rentieren wird. Es dient somit als gutes Beispiel für andere Betriebe im Speditionsgewerbe.

Die Jury hat ferner beschlossen nachstehende Maßnahmen durch

lobende Erwähnungen

hervorzuheben:
  • Alligator Sunshine Technologies GmbH
    mit dem Projekt "Serienproduktion des CUADRO Solarkollektors"

    Alligator Sunshine Technologies GmbH hat die Serienproduktion ihres CUARDO Solarkollektors sowohl in produktionstechnischer als auch in gestalterischer Handhabungstechnik optimal den Bedürfnissen der Kunden und des Handwerks entwickelt und angepasst.

  • Die Putzfräse GmbH
    mit dem Projekt "Verfahren zum Entfernen von Altputz"

    Die Putzfräse GmbH hat bei dem Verfahren zur Entfernung von Altputz die Staubentstehung effektiv vermindert und gleichzeitig relativ lärmarm entwickelt.

  • Förderverein Naturschutzstation Malchow e.V.
    mit dem Projekt "Streuobstwiese"

    Die Anlage und Unterhaltung der Streuobstwiese durch den Förderverein Naturschutzstation Malchow e.V. stellt nicht nur einen konkreten umweltverbessernden Effekt dar, sondern dient u.a. auch der Förderung der Artenvielfalt, der Verbesserung kleinklimatischer Bedingungen und der Bereicherung des Landschaftsbildes.

  • Öko-Gruppe Karow
    mit dem Projekt "Natur- und Artenschutz in Karow"

    Beim Projekt "Natur- und Artenschutz" der Öko-Gruppe Karow handelt es sich um eine Maßnahme, die auf verschiedenen Gebieten der örtlichen Umweltverbesserung und der Umweltpädagogik dient. Beispiele hierfür sind : Planung einer Schulbegrünung, Pflanzung und Pflege von Obstbäumen, Anbau alter Kulturpflanzen und Stellungnahmen in Planungsverfahren.