Städtebau  
 

Nichtoffener Realisierungswettbewerb für Architekten
"Neubau Schulstandort Wartiner Straße, Berlin Lichtenberg"


Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
19.000,- Euro
  Glass Kramer Löbert Ges. v. Architekten mbH, Berlin
Verfasser: Johannes Löbbert, Johan Kramer
Mitarbeiter: Giacomo Vacca, Julia Brilmayer



Beurteilung durch das Preisgericht:

Das Konzept besticht in seiner fünfgeschossigen Kompaktheit und der Eleganz der gesamten architektonischen Erscheinung. Einer Art Magnet gleich sitzt der Kubus in dem ungerichteten Stadtraum an der Schnittstelle von Siedlungsstruktur und freiem Landschaftsraum. Dieser Eindruck wird durch die Geschosshöhen von 3,90 m in den Obergeschossen und 5,85 m im Erdgeschoss übermäßig gesteigert.

Die Kompaktheit des Baukörpers hat große und gut gestaltete Freiflächen zur Folge. Eine räumliche Abgrenzung des Sportplatzes ist nachvollziehbar, jedoch gestalterisch neben dem Kubus noch nicht überzeugend gelöst.

Die Zugänglichkeit wird mit einem zentralen Zugang nah an der Wartiner Straße markiert, konzeptionell sind drei gleichwertige Eingänge überzeugender und möglich. Die Innenraumperspektive vermittelt einen schönen offenen Raum mit Einblicken und Durchblicken, die sich so mit den notwendigen Nutzungen (Küche, Schülerzeitung, Mehrzweckbereich) nicht realisieren lassen. Ein Vorhang wird als räumliche Trennung zwischen Mehrzweckraum und Halle nicht ausreichend sein, auch wenn dadurch größere Raumzusammenhänge entstehen.

Der Charakter einer Weg-Raum-Beziehung wird überzeugend durch das gesamte Haus entwickelt. Immer wieder gibt es Raumerweiterungen, die großzügig zur offenen Treppe liegen, ohne großflächig zu sein, wodurch eine differenzierte Innen-Außenwahrnehmung entsteht und eine gute Aufenthaltsqualität ermöglicht wird. Allerdings ist die vertikale Durchlässigkeit eine Herausforderung an den Brandschutz, um diesen offenen Charakter zu erhalten. Die Klassen sind nach außen gerichtet, nur wenige öffnen sich zum gläsernen Innenhof, so dass ein differenzierter Unterricht sich auch räumlich ablesen ließe.

Die Sporthalle im Untergeschoss ist räumlich gut integriert und gut belichtet. Sie wird allerdings viergeschossig überbaut, mit allen konstruktiven Konsequenzen. Kritik wurde an der Lage der Lehrküche im ersten Obergeschoss geübt, die statt neben, über der Verteilerküche im Erdgeschoss liegt. Fehlende WCs im Erdgeschoss sind für einen Schulbetrieb unkomfortabel und auch die Lage des WAT-Lagers zum Unterrichtsraum ist zu weit und mit einer Anbindung über Flaschenzug als Idee eher ungewöhnlich.

Der gesamte Körper ist kompakt und damit wirtschaftlich, allerdings wäre die elegante Fassade eine wirtschaftliche Herausforderung. Ungeachtet dessen und mit einigen schulorganisatorischen Einschränkungen ist das Konzept ein überzeugender Beitrag.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Ansicht
Ansicht

Fassadenschnitt
Fassadenschnitt

Grundriss EG
Grundriss EG

Lageplan
Lageplan

Perspektive
Perspektive