Städtebau  
 

Nichtoffener Realisierungswettbewerb für Architekten
"Neubau Schulstandort Wartiner Straße, Berlin Lichtenberg"


Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung
8.500,- Euro
  scholl architekten partnerschaft
scholl.balbach.walker, Stuttgart

Verfasser: Dipl.-Ing. fr. Arch. Wolfgang Balbach
Dipl.-Ing. fr. Arch. Michael Walker BDA
Mitarbeiter: Dipl.-Ing. Arch. Markus Glaser

Sonderfachleute:
Landschaftsarchitekt Dipl.-Ing. Philip Denkinger
Tragwerksplanung: Prof. Dr. Ing. Jürgen Graf



Beurteilung durch das Preisgericht:

Der viergeschossige, längliche Baukörper wird parallel zur Wartiner Strasse positioniert. über einen Vorplatz und die zurückversetze EG Fassade entlang des Straßenverlaufs wird die Schule sowie die Sporthalle angemessen erschlossen.

Aula und Mensa bilden erdgeschossig den übergang zu den östlich angrenzenden Pausen- und Sportflächen. Die Durchlässigkeit der Erdgeschosszone wird positiv bewertet. Die baukörperliche Unterspülung zum Sportfeld kann als überdachte Pausenfläche genutzt werden und erlaubt Einblicke in die Sporthalle.

Das abgesenkte Sportfeld schafft eine wohltuende Zonierung und räumliche Abgrenzung zum südlich angrenzenden Fußweg. Die klare Gliederung der Außenflächen in eine Sportflächenzone, welche sich bis zur Wartiner Strasse erstreckt, und eine Pausen- und Vorplatzfläche sind gut umgesetzt.

Kritisch betrachtet wird die Situation der Anlieferung der Mensaküche am Haupteingang der Schule sowie der an den Speisehof angrenzende Fahrradraum. Aula und Mensa lassen sich nicht zu einer bespielbaren Fläche zusammenschalten. Zwischen Mensa und Aula entsteht eine gewisse Engstelle.

Den Mittelpunkt der Schule bildet neben den Erdgeschosszonen die vertikale Erschließung mit einläufiger Treppenanlage in die Obergeschosse. Hier sind konzeptionell die zweigeschossige Aula, Lernzonen und Fluraufweitungen positioniert. Zudem ergeben sich vertikale Lufträume und Terrassenflächen zu den beiden angrenzenden, eingestanzten Innenhöfen. In den Obergeschossen sind alle Klassenräume an die innere Ringerschließung angebunden, eine Blickbeziehung von den Erschließungsflächen in das städtebauliche Umfeld ist nicht vorhanden. Eine gute Orientierung im Gebäude ist gegeben. Breite, gut belichtete Flure können als Kommunikationsflächen genutzt werden, die angedachten offenen Lernzonen in den Fluraufweitungen werden brandschutztechnisch jedoch kritisch diskutiert. Die baulichen Rettungswege erfolgen über zwei Treppenhäuser an den Stirnseiten des Gebäudes sowie über eine Treppe hin zur Wartiner Straße.
Die Geschosshöhe von 2,89 m im Bereich der Verwaltung und der Lehrerzimmer ist zu knapp bemessen.

Die Sporthalle befindet sich auf Ebene -1 und ist von den Klassenzimmern in Teilbereichen überbaut. Die Dimensionierung des Tragwerkes wäre in Bezug auf die Lastabtragungen der darüberliegenden Geschossen zu prüfen.
Die Fassade wird als lehmfarbene Klinkerfassade vorgeschlagen. In den Obergeschossen sind liegende Fensterformaten mit bekannten Rahmeneinfassungen vorgesehen. Die Fenster erhalten im Wechsel Festverglasungen und Dreh-Kippflügel. Die Anmutung der Fassade weist eine gewisse Monotonie und Gleichförmigkeit auf. Die Erdgeschosszone ist großzügig verglast, wobei die Einsehbarkeit der Sporthalle von der Wartiner Strasse zu prüfen wäre.
Insgesamt überzeugt die Arbeit durch die klare Baukörperdisposition und gut gegliederte Freiflächen.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Ansicht
Ansicht

Fassadenschnitt
Fassadenschnitt

Grundriss EG
Grundriss EG

Lageplan
Lageplan

Perspektive
Perspektive