Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb für Architekten als Generalplaner mit Tragwerksplanern, Fachplanern für Technische Ausrüstung, Fachplanern für Bauphysik sowie Landschaftsarchitekten
"Neubau einer Grundschule für die Europacity, Berlin-Mitte"


Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
20.000,- Euro
  Haberland Architekten, Berlin
Verfasser: Dipl.-Ing. Jost Haberland
Mitarbeit: MA Robert Heimann

Tragwerksplanung: Happold Ingenieurbüro GmbH, Berlin
Verfasser: Paul Rogers
Mitarbeit: Dipl.-Ing. Markus Schoppe, Dipl.-Ing. Uwe Behrends

Landschaftsarchitektur: häfner jiménez betcke jarosch landschaftsarchitektur gmbh, Berlin
Verfasser: Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt Thomas Jarosch
Mitarbeit: Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt Jens Betcke, Dipl.-Ing. Anne Rauhut

Fachplanung TA: Happold Ingenieurbüro GmbH, Berlin
Verfasser: Paul Rogers
Mitarbeit: Dipl.-Ing. Markus Schoppe, Dipl.-Ing. Uwe Behrends

Bauphysik: GWJ Ingenieurgesellschaft für Bauphysik, Berlin
Verfasser: Dr. Volker Grosch

Sonderfachleute:
Brandschutz:
Berliner Brandschutz
Verfasser: Dipl.-Ing. Sonja Berghaus


Beurteilung durch das Preisgericht:

Dem Verfasser gelingt eine sehr starke städtebauliche Setzung in Form eines kompakten, 7-geschossigen Gebäudes an der Chausseestraße, die in ihrer Wirkungsweise äußerst positiv bewertet wird. Auf diese Weise gelingt eine klare Ordnung des offen geprägten Stadtraums. Bezogen auf das Schulgrundstück offenbart das Konzept durch die Konzentrierung der Baumasse an der Grundstücksgrenze seine vielfältigen Vorzüge für einen offenen, weitläufigen Pausen- und Freibereich mit Orientierung zum Großsportfeld. Hierbei ist jedoch das völlige Ignorieren des modularen Ergänzungsbaus, der in keinster Weise räumlich oder funktional eingebunden wird, ein entschiedener Malus. Es entsteht der Eindruck deutlicher Hierarchien auf dem Schulgrundstück. Der Hierarchiegedanke setzt sich im Inneren des Schulgebäudes fort. Während das Vorgehen, die Nutzungen kompakt als eine Art vertikale Stadt zu stapeln begrüßt wird, bestehen trotz richtiger Platzierung des Hauptzugangs Bedenken an der streng achsialen Organisation und der unvermittelt an das Foyer anschließenden vertikalen Erschließungen.

Die räumlich vielversprechende kaskadenartige Haupterschließung ist möglicherweise für eine Schule etwas zu groß angelegt und stünde einer musealen Nutzung besser zu Gesicht. Insgesamt veranschaulicht der Umgang mit räumlichen Strukturen und Proportionen keine für eine Grundschule angemessene Ausprägung. Die Organisation über sieben Geschosse wird im Hinblick auf den Schulalltag kritisch gesehen. Die Deckenkonstruktionen sind in der vorgeschlagenen Weise nicht umsetzbar, ließen sich jedoch alternativ in Stahlbeton ausführen. Die Materialisierung der Fassaden in geschichtetem Mauerwerk verhilft dem Gebäude in Kombination mit den horizontalen Fensterbändern zu einer eigenständigen wie selbstbewussten Präsenz im Stadtraum. Die runden Fenster werden hingegen zunächst als Chiffre verstanden wie auch der schräge Dachabschluss hinterfragt. Aus Sicht der Energieeffizienz ist das Gebäude positiv zu bewerten.

Der konsequente Ausdruck des Entwurfs überwiegt und überlässt trotz des guten städtebaulichen Ansatzes nicht ausreichend Spielraum zur Entwicklung räumlicher Qualitäten und Beziehungen.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG

Ansicht
Ansicht