Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb für Architekten als Generalplaner mit Tragwerksplanern, Fachplanern für Technische Ausrüstung, Fachplanern für Bauphysik sowie Landschaftsarchitekten
"Neubau einer Grundschule für die Europacity, Berlin-Mitte"


Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung:
9.000,- Euro
  léonwohlhage Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Verfasser: Prof. Hilde Léon mit Peter Czekay und Tilman Fritzsche
Mitarbeit: Tobias Gruber, Philipp Mumme, Andreas Meierhofer, Maria Mosquera

Tragwerksplanung: ahw Ingenieure, Berlin
Verfasser: Dipl.-Ing. Christoph Piotti

Landschaftsarchitektur: Atelier Loidl Landschaftsarchitekten Berlin GmbH, Berlin
Verfasser: Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt Leonard Grosch

Fachplanung TA: ZWP Ingenieure-AG, Berlin

Bauphysik: Müller BBM GmbH, Berlin


Beurteilung durch das Preisgericht:

Mit einer kraftvollen Setzung an der Ecke Chausseestraße und Boyenstraße tritt das kombinierte Schul- und Sporthallenhaus in den Stadtraum. Die 3-geschossig organisierten Unterrichts- und allgemeinen Räume nehmen dabei klar ablesbar die Höhe des benachbarten Modularbaus in einer regelmäßigen großmaßstäblichen Lochfassade auf. Darüber liegt auf Ebene 4 und 5 die Sporthalle, die sich über einen Materialwechsel und die stark modellierte Dachgeometrie markant absetzt. Als doppelthoher Einschnitt an der stadträumlich präsenten Ecke ausgebildet bleiben keine Zweifel am Hauptzugang zum Schulhaus.

Diese städtebauliche Setzung wird grundsätzlich begrüßt, die gestalterische Ausbildung wird in ihrer Qualität und Wertigkeit gewürdigt, wobei die erweckten Assoziationen eher von nicht-schulischen, hochwertigen Flächen für den Sockel bis hin zu wichtigen kulturellen Nutzungen für die oberen Geschosse reichen, als das Bild einer Grundschule zu vermitteln.

Der MEB an der Boyenstraße wird über einen 3-geschossigen Verbindungsgang sinnvoll an den Neubau angeschlossen, was es ermöglicht, dass alle Bereiche der Schule eine Anbindung an die zentralen gemeinschaftlichen Flächen erhalten. Deren Auftakt bildet gut organisiert das Foyer mit separat liegendem MZR und Speisesaal, beide zum großzügig dimensionierten Schulhof gelegen. Die zentrale Treppe entwickelt sich über einen maßvoll gehaltenen Luftraum in die oberen Geschosse, die ihre Belichtung und ihren besonderen räumlichen Reiz aus den beiden tief eingeschnittenen Loggien beziehen.

Die als schlanker Skelettbau entwickelte Gebäudestruktur kann die geforderten Nutzungen selbstverständlich unterbringen und erlaubt eine jederzeitige Anpassung in der Belegung. Gleichzeitig irritiert die Wirkung der vorgeblendeten Lochfassade der unteren Geschosse vor diesem Hintergrund.

Im Freiraum werden verschiedene Nutzungsangebote vorgeschlagen: ein sehr großer zentraler „Schutzkreis“ für die Jüngsten, ein amorph gestalteter Schulgarten und eine das Sportfeld überlagernde „Tobearena“. Zuschnitt und Sinn dieser Anordnung werden allerdings kontrovers diskutiert und können nicht vollständig überzeugen.

Die vorgeschlagene dezentrale Lüftung könnte die Anforderungen prinzipiell gut erfüllen, ist in den Plänen allerdings nicht nachvollziehbar dargestellt. Der Fensteranteil in den Fassaden ist gut bemessen und verspricht ein gut belichtetes und klimatisch kontrollierbares Gebäude. Die Belichtung der Sporthalle über unterschiedliche ausgerichtete Akzentund Oberlichtöffnungen entspricht leider nicht der Nutzung und kann auch hinsichtlich der gestalterischen Inszenierung nicht überzeugen.

Ein insgesamt guter Beitrag, dessen Schwächen in der Architektursprache und in der Freiraumgestaltung nicht durch die gute Organisation ausgeglichen werden können.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG

Ansicht
Ansicht