Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb für Architekten als Generalplaner mit Landschaftsarchitekten und Tragwerksplanern – "Erweiterungsbau Alice Salomon Hochschule Berlin, Berlin Marzahn-Hellersdorf"


Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
8.000,- Euro
  motorplan Architekten, Weimar
Verfasser: Johann Bierkandt
Mitarbeit: Urs Löffelhardt, Georg Falkenhahn, Meike Stübinger, Bernardo Villagra

Tragwerksplanung: Staupendahl & Partner GmbH, Leipzig
Verfasser: Thomas Staupendahl
Mitarbeit: Dr. Thomas Hampf

Landschaftsarchitektur: plandrei Landschaftsarchitektur GmbH, Erfurt
Verfasser: Stefan Dittrich
Mitarbeit: Claudia Wiegand



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Verfasser schlagen eine klare Gebäudeformation vor, welche sich durch eine einheitliche 7-Geschossigkeit zum Kokoschkaplatz auszeichnet. Trotz der damit eintretenden Abweichung vom B-Plan wird durchaus positiv gewertet, dass damit auf die Differenzierung zwischen 5-Geschossigkeit und möglichem Hochpunkt absichtlich verzichtet wird. Diese Lösung bildet ein ruhiges städtebauliches Statement.

Die Teilung der Bauabschnitte mit allen konstruktiven und technologischen Konsequenzen ist problematisch; die Realisierung des 2. Bauabschnittes sieht neben dem Anbau der Mensa eine Schließung des zunächst offen verbleibenden Bereich des Erdgeschosses des 1. BA vor. Im 3. Bauabschnitt ist eine Aufstockung beider vorhergehend errichteten Gebäudeteile geplant. Beide spätere Baumaßnahmen sind in der Realität des jeweils in Nutzung befindlichen Hochschulbetriebes nur extrem aufwendig organisierbar.

Zur Genehmigungsfähigkeit des Entwurfes sind unabhängig der kritischen vorgenannten 7-Geschossigkeit Nachbearbeitungen erforderlich hinsichtlich des Brandüberschlags am westlichen Anbaubereich; ein erforderliches Schließen der Fassade kollidiert mit der dort angeordneten Nutzung.

Die Nutzungsverteilung wurde vorteilhaft vorgenommen. Der Hauptzugang befindet sich richtigerweise mittig am Kokoschkaplatz und erschließt ein angemessenes Foyer und auch gleichzeitig die Mensa. Diese wird erdgeschossig zwischen Kokoschkaplatz und Hof durchgesteckt; dies bedient die einerseits gewünschte Öffentlichkeit zum Straßenraum wie auch die Ruhemöglichkeiten im Hofbereich.
Die Seminarräume in den Obergeschossen werden mit einem angemessen breiten Flurbereich zum Kokoschkaplatz erschlossen; sie bieten Flächen für informellen Austausch und gleichzeitig wirkt das Hochschulleben in den Straßenraum hinein.
Die noch undefinierten Raumflächen im 3. BA werden sehr effizient, aber ohne Aufenthaltsqualitäten mit Mittelflurerschließung dargestellt.
Der Seminarwerkstatt im Erdgeschoss fehlt ein Anschluss an das Foyer; ein ausschließlicher Zugang von außen ist nicht akzeptabel.

Die Fassaden sind mit breitformatigen Fensteröffnungen unprätentiös entworfen und neutral dargestellt; sie bedienen relativ nüchtern die Funktion eines Hochschulgebäudes. Mit geschlossenen Brüstungen und normalen Öffnungsflügeln sind Herstellung und Wartung unproblematisch. Als gestalterisch interessant werden die in den Obergeschossen zunehmenden Pfeilerbreiten gewertet.
Problematisch sind die Raumzuschnitte bzw. Trennwandanschlüsse, die nicht immer mit den Fensteranschlüssen kompatibel sind.

Der Entwurf liegt für die Errichtung des 1. Bauabschnittes ca. 50% über den vorgesehenen Kosten. Das begründet sich vorwiegend im schlechten Verhältnis von BGF zu NF sowie der vollständigen Unterkellerung.

Bauabschnittsbildung, Baurecht sowie Errichtungskosten für den 1. BA sind kritisch. Der Entwurf wird aber hinsichtlich seiner Nutzbarkeit und als Statement für die gestellte Aufgabe positiv bewertet.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG

Ansicht
Ansicht