Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb für Architekten als Generalplaner mit Landschaftsarchitekten und Tragwerksplanern – "Erweiterungsbau Alice Salomon Hochschule Berlin, Berlin Marzahn-Hellersdorf"


Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung:
5.000,- Euro
  MGF Architekten GmbH, Stuttgart
Verfasser: Dipl. Ing. Josef Hämmerl
Mitarbeit: Sandro Rendina M.A., Jonas Faber B.A., Tim Fügmann B.A., Dipl. Ing. Armin Günster, Dipl. Ing. Anna Lips

Tragwerksplanung: IBB Danai Ingenieurgemeinschaft für Baustatik u. Baukonstruktion, Berlin
Mitarbeit: Saidon Traoie, Olaf Scheel

Landschaftsarchitektur: Wiedemann + Schweizer Landschaftsarchitektur, Stuttgart
Verfasserin: Dipl. Ing. Ines Wiedemann



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Arbeit 1294 formuliert in einem 1. Bauabschnitt am Kokoschkaplatz einen Baukörper, der zwar der Kreisform des Platzes folgt, dann allerdings zur Peter-Weiss-Gasse nur mit einem sehr schmalen Gebäudeteil in Erscheinung tritt. In einem 2. Bauabschnitt wird die Mensa an dieser Stelle eingeschossig angeschlossen und bildet somit die Kante der Blockrandbebauung aus. Mit einem 3. Bauabschnitt soll dann ein vollständiger, blockartiger Komplex entstehen, der raumgreifend in den Innenhof zum Bestand einschneidet und durch seine 5-Geschossigkeit nicht B-Plan-konform ist. Der Anbau an den Westflügel des Jobcenters/Bestands ist ebenfalls kritisch zu bewerten, da dort der Brandüberschlag über 5 m durch eine Brandwand sichergestellt werden müsste. In den Block hinein ist ein Lichthof eingeplant, der die notwendige Belichtung im Inneren garantiert. Die Freiraumplanung ist nur äußerst marginal dargestellt.

Die Grundrisse sind insgesamt sehr sinnfällig und klar strukturiert, die Erschließungsgänge münden immer in eine angenehme Belichtungssituation hinein, die Seminarräume haben günstige und ausreichend große Zuschnitte. Dunkle Kernzonen sind mit Nebenräumen wie WCs, Lager oder Kopierräumen besetzt. Auffällig ist die große, repräsentative Treppe, die vom Foyer aus alle Geschosse erschließt und sich großzügig in eine Verkehrs- bzw. Verteilerfläche einfügt. Aus brandschutzrechtlichen Gründen müsste diese Treppe allerdings als notwendige Treppe ausgeführt und somit eingehaust werden (resp. eine solche zusätzlich vorgesehen werden), was ihrer Wirkung einen großen Abbruch täte. Weiterhin gibt es insgesamt nur einen Aufzug, was aus Sicht des Nutzers nicht ausreichend ist.

Die Arbeit liegt ca. 69 % über dem vorgegebenen Kostenrahmen. Dies liegt vor allem an dem schlechten Verhältnis BGF/NF und an der geschosshohen Verglasung. Die Kosten für eine Aufstockung über der dann bereits genutzten Fläche der Mensa in einem 3. BA wären ebenfalls als sehr hoch anzusehen, da aufwändig.

Die Fassade aus Betonwerkstein ist gegliedert in einen 2-geschossigen Sockelbereich, der über beide Geschosse als Arkade geplant ist und damit eine Betonung erfahren soll, in einen 2-geschossigen Mittelteil, der eine stringente, wenngleich recht schematische Struktur mit stehenden Fensterformaten aufweist und in ein 5. Obergeschoss, das kleinteiliger entwickelt ist und die Hierarchie der Gliederung abrundet.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG

Ansicht
Ansicht