Städtebau  
 

Nichtoffener Realisierungswettbewerb für Bewerbergemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten
"Schulerweiterung und Neubau Sporthalle Lew-Tolstoi-Schule, Berlin Lichtenberg"


Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung:
4.600,- Euro
  Schulz und Schulz Architekten, Leipzig
DÄRR Landschaftsarchitekten, Halle (Saale)

Verfasser/Architekt: Ansgar Schulz, Benedikt Schulz
Mitarbeiter: Michael Weichler, Fritz Keuthen, Carsten Pesch, T. Rohländer, F. Mata

Verfasser/Landschaftsarchitekt: Matthias Därr
Mitarbeiter: Franziska Krüger



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Verfasser bieten eine längsseitig an den Bestandsbau angelegte Ergänzung an, die sich über Höhenstaffelungen geschickt mit dem Vorhandenem zu einem Ensemble verbindet. Die in der Grundfläche sparsame Lösung ermöglicht großzügige Außenräume in robuster Gliederung als Pausen- und Sportflächen.

Die Schulerweiterung wird als einhüftige Raumspange an die Flurzone des Bestands angefügt. Der tiefer in den Hof eingeschobene eingeschosssig Foyerkörper schafft im Norden einen gut positionierten neuen Schuleingang und einen für die Größe der Schule adäquaten Verteiler.

Die Grundrissfigur in den Obergeschossen ist eine klares Gegenüber von Klassenräumen, die durch transparent gehaltene Gruppenbereiche zur Hofseite aufgelockert werden. Die vorgeschlagene Zweigeschossigkeit von Gruppenbereichen wird vom Brandschutz kritisch gesehen und könnte auf eingeschossige Lösungen reduziert werden.

Die Fassaden werden als langgestreckte Fensterbänder in eleganter Maßstäblichkeit vorgestellt. Die vorgeschlagene Materialität (weiß geschlämmte Ziegelvorsatzschale) verspricht eine langlebige Ästhetik. Die gesamte Haltung bei der Fügung der Baukörper überzeugt als ruhiges architektonisches Konzept mit homogener Wirkung im Zusammenspiel von Alt und Neu.

Die Sporthalle wird dem Gesamtkonzept entsprechend längsseitig zur Zwieseler Straße gesetzt. Hier sind die Abstandsflächen etwas knapp.

Die eingeschossige Grundrisslösung lässt eine robuste Benutzbarkeit erwarten. Die Belichtung der Halle entspricht den sportfachlichen Vorgaben. Die Fassade wird in Analogie zur Schule mit Lichtbändern gegliedert. Alles in allem eine ausgewogene Entwurfshaltung von großer Strahlkraft.

Der Entwurf hat seine Schwächen in der angedachten Baukonstruktion und der baulichen Umsetzung. Die auf voller Länge vorgeschlagene Ergänzung der Schule unter vollem Betrieb wird höchst kritisch gesehen, weil erhebliche bauliche Eingriffe in die Substanz erforderlich sind. Auch das 4. OG, das teilweise über den Bestandsbau abgelastet wird, erzeugt eine komplexe Baustelle und ist für den Umbau unter Nutzung nicht zu empfehlen.

Insofern werden zwar sparsame Flächenkennwerte erreicht, die Umsetzung wird durch notwendige Auslagerungen und Interimsbauten jedoch als nicht weiter verfolgenswert gesehen.

Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Schnitt B Schule
Schnitt B Schule

Ansicht West Sporthalle
Ansicht West Sporthalle

Grundriss Schule
Grundriss Schule

Grundriss Sporthalle
Grundriss Sporthalle