Städtebau  
 

Offener, zweiphasiger städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb
"Schumacher Quartier Berlin-Reinickendorf, Tegel"

Ergebnis: 2. Preis


2. Preis:
32.750,- Euro
  Stadt Land Fluss, Büro für Städtebau und Stadtplanung, Berlin
J. Miller Stevens
Mitarbeiter/in: Georg Börsch-Supan, Maria Feil, Norman Kaltschmidt

bgmr Landschaftsarchitekten, Berlin
Verfasser/in: Dr. Carlo Becker
Mitarbeiter/in: Dirk Christiansen, Martin Stokmann, Friederike Lichtental

ISSSresearch & architecture, Nyons
Verfasser/in: Ingrid Sabatier, Stephan Schwarz



Beurteilung durch das Preisgericht:

Der Entwurf zeigt, dass es gelingen kann, aufbauend auf einem relativ kleinen Blockraster einen abwechslungsreichen Stadtteil neu aufzubauen.

Das Raster erlaubt auch - wenn sinnvoll und gewünscht - durch Zusammenlegungen größere Freiflächen und Baublöcke. Allerdings provoziert das Raster an den übergangsstellen und schafft hier Verschnittflächen, deren Bebaubarkeit in Frage steht.

Ein großzügiger Landschaftsraum (Heidefelder) sowie eine abgestufte Bebauung definieren den Rand zum UTR. Der Kurt-Schumacher-Damm wird durch eine grüne Fuge begleitet. Der aus dem Landschaftsraum in die Bebauung hineinragende Stadtteilpark begegnet in der Mitte dem „urbanen Freiraumband“ aus Schulcampus, Sporthallen und zugehörigen Freiflächen. Damit wird die zentrale Nord-Süd-Straßenverbindung gerahmt.

Dieses Freiraumband kann seine Qualität jedoch nur entfalten, wenn eine öffentliche Zugänglichkeit gewährleistet ist. Der Entwurf sucht räumliche Anschlüsse an die benachbarten Stadtteile, in dem er zahlreiche dort bestehende Straßen-/Wegeachsen aufnimmt. Richtigerweise wendet sich jeweils ein Platz der neuen Stadtstraße und dem Kurt-Schumacher-Damm zu. Die Blockgröße ermöglicht differenzierte Wohntypologien und Geschossigkeiten. Zu den Rändern der stark befahrenen Straßen hin erscheint die Kleinteiligkeit der Bebauung unangemessen.

Das Mobilitätskonzept sieht Tiefgaragen wie Quartiergaragen vor und berücksichtigt den Ansatz einer reduzierten Automobilität. Das wenig hierarchisierte Erschließungssystem unterstützt die Durchquerung für den Langsamverkehr. Carsharing-Angebote sowie Fahrradverleih sind ebenfalls in den Quartiergaragen vorgesehen.

Im Erdgeschoss sind - neben Wohnungen - an städtebaulich wichtigen Stellen Räume für die Nachbarschaft, Coworking sowie Gewerbe und Läden vorgesehen. Das Verhältnis Gewerbe/Läden zu Wohnungen erscheint allerdings zu optimistisch. Das Strukturkonzept für die Baufelder macht zahlreiche Vorschläge für die lokale Energiegewinnung auf dem Dach und den Umgang mit Oberflächenwasser (Dachbegrünung, Sammler).

Insgesamt stellt der Entwurf einen Beitrag dar, der eine prägnante Grundstruktur anbietet und mit den verschränkten Nutzungen sowie den „Linking Lines“ eine urbane Vielfalt ermöglichen kann.

Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Lageplan
Lageplan

Perspektive 1
Perspektive 1

Perspektive 2
Perspektive 2

Vertiefung
Vertiefung