Städtebau  
 

Nichtoffener Realisierungswettbewerb für Architekten
"Neubau eines Seminargebäudes für das Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin Steglitz-Zehlendorf"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
4.500,- Euro
  Verfasser: Prof. Volker Staab, Dipl.-Ing. ETH, bevollmächtigt: Alfred Nieuwenhuizen, Dipl.-Ing.

Mitarbeiter: Petra Wäldle, M.A. (Arch), Sophia Martinetz, M.Sc., Roberto Zitelli, M.A.

Sonderfachleute / Berater: Tragwerksplaner: ifb frohloff stafffa kühl ecker, Berlin - Henning Ecker, Dipl.-Ing.
Haustechnik: wpb Ingenieure für Haustechnik GmbH, Berlin- Andreas Winkels, Dipl.-Ing.


Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Arbeit hat eine umfangreiche und kontroverse Diskussion im Preisgericht ausgelöst.

Der Verfasser versteht sein Haus als „dienendes Gebäude“. Durch das geschwungene Dach wird eine flache Kubatur geschaffen, die bewusst eine niedrige Gebäudehöhe in Richtung des Gartens und Haupthauses ausbildet. Das Gebäude nimmt sich durch seine liegende Proportion zurück.

Die Einbindung in den Kontext und in die Topografie gelingt dem Entwurf auf besondere Weise, indem er sich in der Höhenentwicklung an den benachbarten Bestandsgebäuden, insbesondere dem Gewächshaus, orientiert. Im Zwischenraum zum Gewächshaus entsteht dadurch eine gute Aufenthaltsqualität - unterstützt durch die in die Außenwand des Neubaus eingeschnittene Sitzbank und das niedrige Dach. Erkauft wird dies allerdings durch eine kleine Treppe als Zugangsbereich. Auf der östlichen Seite begünstigt die Tieflage des Neubaus einen ebenerdigen, schwellenlosen Zugang aus Richtung des Rosengartens und der Villa.

Das Foyer ist in seiner ganzen Länge zum Garten hin ausgerichtet. Es entsteht eine logische Raumfolge: Garten - Vordach - Foyer - Kernzone - Konferenz- / Seminarräume. Die dem Haupthaus und Garten abgewandte Lage der Seminarräume wird kontrovers diskutiert. Der Charakter der Nutzung: Konzentration und Klausur versus Ein- / Ausblick und Öffnung zu Garten und Villa ist hierbei entscheidend.

Das Foyer ist in seiner Dimensionierung gelungen und durch seine Lage und Offenheit für Besucher gut auffindbar. Die lichte Raumhöhe von 3,0m im Konferenzsaal erscheint angesichts seines ansonsten guten Zuschnittes als nicht ausreichend. Die Teilbarkeit ist vorbildlich gelöst und führt zu wohlproportionierten Seminarräumen. Die Unterteilung durch Trennwände scheint reibungslos und ohne großen Arbeitsaufwand durchführbar zu sein. Die dienenden Nebenräume wie Teeküche, Garderobe und Stuhllager sind im Erdgeschoss mit Zugang vom Foyer und / oder Saal optimal angeordnet. Die WCs liegen im Untergeschoss und werden durch das Foyer erschlossen.

Die Beschränkung auf wenige Materialien wird als angemessen und wohltuend empfunden, insbesondere das Holz im Innenraum. Der durchgängige Material Sichtbeton an der Außenhülle bis hinein in das geschwungene Vordach verdeutlicht die absichtsvolle Wahl der Formgebung. Diese wird vom Preisgericht als ebenso manieriert wie angemessen beurteilt. Die Realisierung des Vordachs wird in der dargestellten Form angezweifelt, es müsste überarbeitet werden.

Insgesamt wird die Realisierung des Entwurfes als - lohnende - Herausforderung betrachtet.

Perspektive 1
Perspektive 1

Perspektive 2
Perspektive 2

Modellfoto © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow
Modellfoto © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG

Grundriss UG
Grundriss UG

Ansicht von Norden
Ansicht von Norden

Ansicht von Süden
Ansicht von Süden