Städtebau  
 

Städtebauliches Gutachterverfahren
"Meraner Straße / Am Mühlenberg, Berlin Tempelhof-Schöneberg"

1. Rang - Zur Realisierung vorgeschlagener Entwurf


03 Architekten GmbH, München


Beurteilung durch das Obergutachtergremium:
Die Beibehaltung der fließenden Freibereiche und Grünflächen durch den Einsatz von Punkthäusern wird ausdrücklich begrüßt. Die bewusste gestalterische Abgrenzung zum Bestand wird als klare und nachvollziehbare städtebauliche Haltung erachtet.

Die drei achtgeschossigen Punkthäuser verleihen dem Gebiet eine neue Prägung, jedoch ohne dieses zu überformen. Die Neubauten setzten neue Akzente und wirken zugleich auf selbstverständliche Art raumgliedernd. Durch Drehung einer gleichgearteten Punkthaustypologie wird die Balance zwischen Wiederholung und Variation auf subtile Weise erreicht. Der zusätzliche Anbau an das Bestandshochhaus hingegen wird städtebaulich kritisch gesehen, da dessen bestehende Schlankheit einer Scheibenwirkung geopfert werden müsste.

Die Außenraumgliederung bleibt weitgehend erhalten, im Zusammenhang damit insbesondere die bestehenden Sichtachsen. So selbstverständlich die Punkthäuser in Teilbereich 1 und 4 wirken, so fragwürdig erscheint die Besetzung des Teilbereiches 2 mit einem gleichartigen Baukörper, welcher sich dort, in Konkurrenz zum bestehenden Hochhaus, in vorgeschlagener Form nicht behaupten kann.

Die nunmehr vorgeschlagene Aufstockung von Bestandsgebäuden war bereits im Rahmen des Zwischenkolloquiums als mögliche Option verworfen worden. An dieser Einschätzung wird weiterhin festgehalten, Aufstockungen sollen nicht erfolgen.

Die allseitig orientierten Wohnungen der Punkthäuser machen die Sicherstellung des 2. Rettungsweges über Drehleitern der Feuerwehr ebenfalls von allen Gebäudeseiten erforderlich, was sich qualitätsmindernd auf die Gestaltung der Freiflächen auswirken wird. Gegenüber den im Rahmen des Zwischenkolloquiums vorgestellten 12-geschossigen Hochhäusern (mit Sicherheitstreppenraum) erscheint dies nachteilig, zumal die angestrebte Wohnungsanzahl in vorliegender Form nicht erreicht werden kann.

Weder der vorgegebene Wohnungsschlüssel noch die Wohnungsgrößen werden mit vorliegendem Entwurf nachgewiesen, zudem die angestrebte Wohnungsanzahl – im Gegensatz zum Stand aus dem Zwischenkolloquium – nicht erreicht. Letzteres insbesondere dann, wenn auf Aufstockungen des Bestandes und den Anbau an das Bestandshochhaus verzichtet würde. Die Wohnungen sind derzeit im Mittel deutlich zu groß, zudem der Anteil kleiner Wohnungen zu gering.

Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sich der Wohnungsschlüssel mit vorgestellter Baukörperstruktur der Punkthäuser abbilden lässt, zudem die bereits angelegte Flexibilität der Grundrisse eine exaktere Näherung erlaubt.
Lageplan
Lageplan

Perspektive Blick in den Park
Perspektive Blick in den Park

Grundrisse
Grundrisse

Erdgeschoss
Erdgeschoss