Städtebau  
 

Nichtoffener Realisierungswettbewerb für Architekten als Generalplaner mit Unterauftragnehmern bzw. für Bewerber-/ Bietergemeinschaften aus Architekten mit Fachplanern für Tragwerksplanung, Technische Ausrüstung und Freianlagen
"Wohnhäuser an der Köpenicker Straße, Berlin Mitte"

Ergebnis: 4. Preis


4. Preis:
14.000,- Euro
  Schneider + Schumacher Planungsgesellschaft mbH, Frankfurt

Verfasser: Till Schneider, Kai Otto
Mitarbeit: Nemania Crnobrnja, Natalie Steinfeld, Milica Radic, Stefan Hemmer, Corena Castell Alegria, Marina Justina

Sonderfachleute: Brandschutz HHP, Berlin

Mitarbeit: Britta Lödermann, Sebastian Cestin



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Arbeit entwickelt ein eigenständiges Gebäudeensemble, das sich in der besonderen städtebaulichen Situation selbstverständlich einpasst. Durch die konsequente Schließung des Straßenraumes und gleichzeitige Rhythmisierung der Vor- und Rücksprünge wirkt die Wohnbebauung vermittelnd zur bestehenden Bebauung. Die geringfügige Höhenüberschreitung des Hochhauses sorgt für einen guten, eindeutigen Abschluss des Gesamtensembles.

Die starke Ausformulierung der Gebäudefigur führt allerdings zu einer großflächigen Überbauung des Grundstücks und schafft nach Süden eine unzulässige Abstandsflächenüberschreitung. Durch das wiederholte Herausarbeiten von 4-6-geschossigen Einzelbaukörpern werden einerseits unterschiedliche Adressen gebildet, trotzdem erscheint das Ensemble in der Gesamtbetrachtung monoton. Wenig überzeugend ist die Gestaltung der Fassade, die insbesondere in der 4-6-geschossigen Gebäudeform beliebig erscheint und nicht dem Wesen eines Wohnhauses gerecht wird.

Die Wohnungen sind alle in ihrer Struktur klar gegliedert und gut organisiert. Das Hochhaus ist als 6-Spänner mit einem innenliegenden Treppenhaus organisiert. Hier sind die Wohngrundrisse funktional gut organisiert und ausgerichtet. Die förderfähigen Wohnungen werden in den einzelnen Baukörpern untergebracht. Der Wohnungsspiegel und die durchschnittlichen Wohnungsgrößen weichen von den Vorgaben der Ausschreibung ab und können in der dargestellten Form nicht realisiert werden.

Die großflächige Bebauung des Grundstücks führt in der Gestaltung des Außenbereichs zu Zwängen. Die privaten Außenräume der Neubebauung reduzieren sich auf zu geringe Flächen.

Insgesamt liegt die Kraft der Arbeit in der städtebaulichen Setzung und in der klaren Haltung der Weiterentwicklung dieses besonderen Ortes. Die Komplexität dieses Ansatzes führt in der weiteren Vertiefung zu räumlichen und funktionalen Schwächen, die der Zielsetzung der Ausschreibung in Bezug auf den Wohnungsbau nicht gerecht wird.

Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Ansicht Nord
Ansicht Nord

Grundriss
Grundriss