Städtebau  
 

Nichtoffener Realisierungswettbewerb für Architekten als Generalplaner mit Unterauftragnehmern bzw. für Bewerber-/ Bietergemeinschaften aus Architekten mit Fachplanern für Tragwerksplanung, Technische Ausrüstung und Freianlagen
"Wohnhäuser an der Köpenicker Straße, Berlin Mitte"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
39.750,- Euro
  ARGE Love architecture and urbanism ZT GmbH & Architektur Consult ZT GmbH, Graz / Österreich

Mitarbeit: Martin Priehse, Wolfgang Isopp, Irena Teodorcevic, Markus Steper, Hannes Walzl, Wolfgang Mitterer, Julius Papa, Donika Luzhmica, Eva Beyer

Landschaftsarchitektur: YEWO Landscapes e.U., Wien / Österreich

Verfasser: DI Dominik Scheuch, Georg Auersperg, BsC

Tragwerksplanung: Thomas Lorenz ZT GmbH, Graz / Österreich

Verfasser: Prof. DI Dr. Thomas Lorenz
Mitarbeit: DI Jürgen Kraker, DI Roland Reichl

Technische Ausrüstung: Ebert Ingenieure GmbH, Berlin

Mitarbeit: Carsten Thomas



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Arbeit liefert einen sehr interessanten Beitrag für den grundsätzlichen Umgang mit Nachverdichtung im komplexen Wohnungsbau. Der dreigeschossige, flache Baukörper ist gut positioniert und zollt der hohen Wohnscheibe den erforderlichen Respekt. Die langgestreckte Bauform setzt neue typologische Ansätze für innerstädtisches Wohnen mit einem breiten Angebot verschiedener Wohnformen um. Insbesondere die differenzierte Ausformulierung der Freiräume lässt eine hohe Attraktivität für die Wohnqualität an diesem Standort erwarten.

Die Erdgeschossebene entlang der Köpenicker Straße ist von Gewerbeeinheiten bestimmt, besonders gewürdigt wird die Verbindung der rückseitigen Einheiten mit darüber liegenden Wohnungen. Die darüber auskragenden Wohneinheiten schaffen einen überdachten Vorbereich, der statische Nachweis dafür ist jedoch noch zu erbringen. Die Anzahl und Dimensionierung der öffentlich zugänglichen ‚Erschließungsfugen‘ wird aufgrund der stark belebten Köpenicker Straße insbesondere bei Nacht kritisch bewertet, bei der weiteren Planung sollte die Verschließbarkeit dieser Bereiche geprüft werden. Besonders gewürdigt wird die Vielzahl der möglichen Wohnungstypen.

Die privat nutzbaren Innenhöfe auf dem 1. Obergeschoss schaffen attraktive Freiräume für die angrenzenden Wohnungen, die vom Lärm des Heizkraftwerks in unmittelbarer Nachbarschaft nicht betroffen sind. Die Besonnung der nach Süden ausgerichteten Wohnungen ist zu optimieren. Neben weiteren Gemeinschaftsgärten auf dem 2. Obergeschoss vervollständigen begrünte Dächer das Bild der fünften Fassade, das auch für die Bewohner der angrenzenden Wohnscheibe von hoher Bedeutung ist. Der zusammenhängend gestaltete Freiraum zwischen dem Flachbaukörper und der Wohnscheibe wertet das gesamte Wohnumfeld entscheidend auf. Die inselartig angelegten Grün- und Spielflächen schaffen abwechslungsreiche Angebote für neue und alte Bewohner. Ob die Freiflächen den Anforderungen entsprechend Spielflächennachweis der Berliner Bauordnung ausreichen, ist in der weiteren Planung zu überprüfen. Die Überschreitung der Abstandsflächen zum Wohnhochhaus im Westen ist nicht möglich und bedarf einer Korrektur.

Das Hochhaus an der Michaelkirchstraße setzt einen überzeugenden städtebaulichen Akzent, gleichwohl ist hier eine Erhöhung um zwei bis drei Geschosse vorstellbar. Ein Zwischengeschoss vermittelt auf gelungene Art und Weise zum Flachbaukörper, der klar strukturierte Grundriss ermöglicht einen flexiblen Umgang mit den gewünschten Wohnungstypen. Die modulare Fassadengestaltung aus Glasfaserbeton und Holzelementen im Kontrast zur einheitlich geprägten Umgebung wird besonders gewürdigt.

Insgesamt überzeugt die Arbeit durch eine maßvolle, städtebauliche Einbindung und durch das Angebot an vielfältigen, innovativen Wohnformen.

Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Ansicht Nord
Ansicht Nord

Grundriss
Grundriss