Städtebau  
 

Nichtoffener Realisierungswettbewerb für Architekten als Generalplaner oder für Bewerber-/ Bietergemeinschaften aus Architekten mit Fachplanern für Tragwerksplanung, für Technische Gebäudeausrüstung und mit Landschaftsarchitekten
"Neues Wohnen an der Briesestraße, Berlin Neukölln"

Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung:
5.500,- Euro
  Architektur (Generalplaner): Axthelm Rolvien GmbH & CoKG, Potsdam

Verfasser: Annette Axthelm, Henner Rolvien
Mitarbeit: Daniela Hofmann, Elena Cenci, Stefan Anders, Dennis Fonteiner, Niels Henning

Landschaftsarchitektur: Holzwarth Landschaftsarchitektur, Berlin

Verfasser: Gerd Holzwarth
Mitarbeit: Phillipp Rösner, Dominikus Littel

Tragwerksplanung: LHT Bauingenieure GmbH, Berlin

Verfasser: Rens Lichtenau
Mitarbeit: Herr Grinko, Herr Nitschke, Herr Westfeld

Technische Ausrüstung: RWplan GbR, Potsdam

Verfasser: Holm Rose
Mitarbeit: Evgenij Ivcenko



Beurteilung durch das Preisgericht:

Städtebauliche Einbindung:
Der Entwurf folgt einer klassischen Block-Rand-Bebauung mit privatem Innenhof, der von zwei Passagen von der Westseite aus erschlossen wird. Dabei ist der südliche Bauteil zur Brandwand hin zurück versetzt und bildet einen attraktiven kleinen Platz vis-à-vis zur Lessinghöhe aus. Dort ist folgerichtig auch das Café verortet.

Erschließung:
Auffällig bei der Arbeit sind die sehr großen Baukörpertiefen von ca. 19 m, die von der Jury kritisch diskutiert werden. Dadurch ergibt sich eine rationale Erschließung mit insgesamt 4 innenliegenden doppelten Treppenhäusern, die folgerichtig aus den Brandschutzanforderungen abgeleitet sind. Aus der Gebäudekonfiguration ergeben sich geringe Abstände zur Brandwand an der Kienitzer Strasse, durch die die Wohnungen im mittleren Baublock unzureichend belichtet sind. Die Erschließung der Treppenhäuser erfolgt zum Teil aus den Durchgängen in den Hof und aus dem Hof selbst. Einzig der Baublock an der Kienitzer Straße hat eine eindeutig auffindbare Adresse.

Konstruktion:
Die Außenwände sind als tragende Konstruktion aus gedämmten Hohlziegeln mit einem einheitlichen Fensterraster vorgeschlagen. In den oberen Geschossen sind diese teilweise verdreht. Dies erscheint nicht nachvollziehbar und widerspricht dem Anspruch der Wirtschaftlichkeit.

Barrierefreiheit:
Grundsätzlich sind alle Wohnungen mit Ausnahme der Atelierwohnungen barrierefrei geplant.

Wohnungsgrößen:
Durch die große Tiefe ergeben sich einige Wohnungen mit reiner Nordorientierung sowie extrem tiefe und schmale 2-Zimmer-Wohnungen. Die Gemeinschaftswohnungen liegen als Ein-Zimmer-Appartements mit Gemeinschaftsraum an einem schmalen Mittelflur im südlichen Bauteil. Im Hof befinden sich einige Atelierräume, dadurch wird die Chance vertan, den öffentlichen Raum auch auf der Westseite aufzuwerten.

Stellplätze:
Die Tiefgaragenzufahrt erfolgt von der Briesestraße, das komplette Grundstück ist mit einer Tiefgarage und zahlreichen Abstellräumen unterkellert.

Wirtschaftlichkeit:
Die hohe Ausnutzung mit entsprechender Wohnfläche lässt eine wirtschaftliche Umsetzung erwarten.

Architektonische Haltung / Identität / Fazit:
Mit den Mitteln eines klassischen Städtebaus mit Lochfassade hat die Arbeit es geschafft, wirtschaftlich viel Wohn- und Abstellfläche zu generieren und damit einen anerkennungswürdigen Beitrag zur Diskussion geleistet. In ihrer bescheidenen Haltung bleibt die Arbeit jedoch hinter anderen Ansätzen zurück.

Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Lageplan
Lageplan

Perspektive Kienitzer Straße
Perspektive Kienitzer Straße

Perspektive Briesestraße
Perspektive Briesestraße

Grundriss EG
Grundriss EG

Grundriss OG
Grundriss OG