Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb
"Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin Mitte"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
47.500,- Euro
  Staab Architekten GmbH, Berlin

Verfasser: Prof. Volker Staab
Mitarbeit: Petra Wäldle, Simon Banakar, Eriona Zeneli, Sönke Reteike, Peter Axelsen

Sonderfachleute / Berater: Tragwerkskonzept: B+G Ingenieure Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt a.M. , Prof. Klaus Bollinger, Prof. Christoph Gengnagel, Kim Boris Löffler, Rafael Pastrana, Tommaso Pagnacco

Energiekonzept: WBP WINKELS BEHRENS POSPICH Ingenieure für Haustechnik GmbH, Münster Prof. Andreas Winkels



Beurteilung durch das Preisgericht:

Ein filigraner, gläserner 5-geschossiger Turm mittig auf einer Plattform und ein eingeschossiger Riegel entlang der Von-der-Heydt-Straße sind die einzigen wahrnehmbaren Elemente der Bauhauserweiterung. Alle Ausstellungsflächen werden auf einer Ebene unter der als Plateau mit eingeschnittenem Hof vollständig neu gestalteten Freifläche angeordnet.

Die mit der Brückenrampe beginnende promenade architecturale wird dabei zwar teilweise eingebaut, behält jedoch ihre Wirkung als kompositorisches Element im erweiterten Ensemble und darüber hinaus im Dialog mit dem neuen Zugangsturm. Hierbei erhält allerdings der Freiraum eine neue, nunmehr weitgehend befestigte Prägung, was in Bezug auf die heutige gärtnerisch-grüne Komposition kritisch diskutiert wird.

Das erklärte Ziel des Entwurfs, den Bestand zu stärken und gleichzeitig einen wahrnehmbaren, zeichenhaften Eingang für die abgesenkten Ausstellungsflächen zu schaffen gelingt über diese klare und durchdachte Intervention. Der trotz seiner Leichtigkeit prominente Eingangs- und Begegnungsturm kann durch seine freie Stellung Besucherströme aus allen Richtungen aufnehmen und ist im Sinne der Niedrigschwelligkeit und des Treffpunkts ein präziser Vorschlag. Gleichzeitig wird eine eindeutige Antwort auf die schwierige Adressbildung und Orientierung des Grundstücks gegeben.

Kontrovers wird die zurückhaltende Größe des Eingangsturms diskutiert, er besticht allerdings durch seine Leichtigkeit und seine experimentelle Bauweise, was als hervorragender Beitrag zur Weiterentwicklung der Idee Bauhaus gesehen wird.

Im Kontrast zur Leichtigkeit des Turms ist der Sockel mit seinem eingeschnittenen Hof als monolithische Komposition ausgebildet.

Die Verfasser begreifen ihren Ansatz als Weiterentwicklung des Bestandsensembles. Bestand und Neubau werden in ihrer Funktion und Bespielbarkeit als Einheit verstanden. Dazu wird der Bestand um eine oberirdische Bürospange östlich erweitert. Gleichzeitig legt sich das Ausstellungs- und Logistikgeschoss nördlich und an den beiden westlichen Giebelseiten direkt an den Bestand, was einen zwar verdeckten jedoch starken Eingriff in die Substanz bedeutet. Die Anschlussbedingungen und Möglichkeiten wären bei der weiteren Planung zu überprüfen und zu klären.

Durch dieses umfassende Anbauen gelingt der Arbeit beispielhaft die auch für die Besucher offene und einladende Verbindung zwischen Erweiterung und dem Bestand. Die teilweise anders als in der Einpassplanung vorgesehene Funktionszuordnung entspricht so nicht der Vorstellung des Museums und muss überprüft werden.

Die vielfältigen Möglichkeiten der Bespielung und Inszenierung der unterschiedlichen Elemente der neuen Gesamtanlage – Bestand, Plattform, Ausstellungsebene und Eingangsturm – werden von der Jury als besonderes Merkmal dieses Entwurfs gewürdigt.

Der Anspruch, ein einziges, als Gesamtfigur erleb- und bespielbares neues Ensemble für das Berliner Bauhaus-Archiv zu schaffen findet in diesem Entwurf allerdings eine überzeugende Übersetzung. Die prägnante Materialisierung und detaillierte Durcharbeitung stellen eine eindeutige und nachvollziehbare Haltung zur komplexen Aufgabe dar.

Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Lageplan
Lageplan

Außenperspektive
Außenperspektive

Innenperspektive
Innenperspektive

Grundriss EG
Grundriss EG

Grundriss UG
Grundriss UG

Schnitt B-B
Schnitt B-B