Städtebau  
 

Konkurrierendes Gutachterverfahren
"Freiräumliche Aufwertung Postblock, Berlin Mitte"

Aufgabenstellung


Anlass und Ziel

Das Hauptstadtreferat der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt führte - in enger Abstimmung mit dem Grundstückseigentümer Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bundesanstalt) - ein Gutachterverfahren für die großen Freiflächenbereiche des sogenannten "Postblocks" zwischen der Leipziger-, Wilhelm- und Zimmerstraße durch. Anlass zur Durchführung einer auf fünf Teilnehmer eingeschränkten Ideenkonkurrenz war die augenfällige Diskrepanz zwischen der zentralen innerstädtischen Lage der Fläche in unmittelbarer Nachbarschaft zu bedeutenden Orten von Politik (z.B. Bundesrat, Finanzministerium), Verwaltung und Einzelhandel (Potsdamer Platz, Leipziger Platz, Friedrichstraße), Gedenk- und Touristenorten (Checkpoint Charly, Topographie des Terrors) sowie die offensichtlichen gestalterischen Defizite, die von diesen Flächen auf die angrenzenden Bereiche wirken. Trabis auf Sockeln, unterschiedlichste Zauntypen und Tormodelle, ungestaltete Zufahrtsbereiche mit großflächigen Stellplätzen, Fahnenmaste, Kunstobjekte im straßenbegleitenden Grünstreifen und Rasenflächen stellen ein Patchwork an mangelhaften Straßenraumfassungen und -nutzungen an diesem Ort dar.

Anfang der 1990er Jahre sah man im Rahmen der Hauptstadtplanung für den "Postblock" die Ansiedlung von Regierungsbauten vor. Folglich wurde im Jahr 2006 durch den Senat ein Bebauungsplan verabschiedet, in dem neben der Sicherung der Bestandsnutzungen auf den östlichen Teilflächen des "Postblocks", insbesondere an der Wilhelmstraße Sondergebiete mit der Zweckbestimmung "Bundesregierung" festgesetzt wurden.

Da in naher Zukunft die Realisierung weiterer Ministerien an diesem Standort sowie eine andere dauerhafte Nutzung nicht absehbar ist, möchte das Land Berlin dem vorhandenen Missstand an diesem Standort durch eine temporäre Aufwertung für einen Zeitraum von ca. 10 Jahren abhelfen.

Vor diesem Hintergrund sollte von einschlägig qualifizierten Freiraumgestaltern ein Ideenkonzept für eine visuelle und auf die Besonderheit des Ortes Bezug nehmende Leitidee entwickelt werden. Aus dieser Leitidee sind konkrete Konzeptvorschläge für die Gestaltung der straßenbegleitenden Freiflächen bzw. der privaten Grundstücksränder abzuleiten und anschließend in die Umsetzung zu bringen. Diese mittelfristige Installation soll dem Stadtraum ein eigenes starkes Image im Sinne eines "corporate designs" geben sowie den Blockrand in seinen räumlich-inhaltlichen Zusammenhang zum Gesamtblock ("Postblock") möglichst als Ganzes erlebbar machen. Dabei sollen die vorhandenen, sich bereits über einen längeren Zeitraum verfestigten Zwischennutzungen im südlichen Bereich mit einbezogen werden.

Es wurde von den Teilnehmern ein gestalterisch attraktives, realisierbares und wirtschaftliches Außenraumkonzept erwartet, das den Kostenrahmen in der Realisierung von 200.000 Euro (brutto) nicht übersteigt.

Die Ausführung der Bauleistungen hat im März 2015 begonnen und wird bis Ende Mai 2015 abgeschlossen sein.

Luftbild
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Übersichtskarte
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