Städtebau  
 

Offener, zweiphasiger städtebaulicher Ideenwettbewerb
"Wohnen an der Michelangelostraße, Berlin Pankow - Prenzlauer Berg"

Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
17.000,- Euro
  Nils Meier Architekt, Berlin

Verfasser: Nils Meier
Mitarbeiter: Romy Werner

Landschaftsarchitektur: HOLZWARTH Landschaftsarchitektur, Berlin

Verfasser: Gerd Holzwarth

Verkehrsplanung: Asphalta Ingenieursgesellschaft für Verkehrsbau mbH, Falkensee



Beurteilung durch das Preisgericht:

Der Entwurf besticht durch die konzeptionelle Klarheit seiner städtebaulichen Setzungen. Im Bereich nördlich der Michelangelostraße wird der Bestand der Wohnzeilen aus den 50er Jahren sensibel ergänzt. Dabei werden je zwei Zeilen durch eine straßenbegleitende Bebauung zu Höfen geschlossen.

Auch die weiteren Ergänzungen im nördlichen Bereich sind nachvollziehbar und schaffen klar gegliederte Stadträume. Dabei entstehen gute, den Wohnungen zugeordnete, private und öffentliche Freiräume.

Südlich der Michelangelostraße wird eine Bebauungsstruktur aus 10 bis 13 Stockwerke hohen Hochhäusern auf einem zweigeschossigen Sockel angeboten.

Auf der einen Seite definiert diese dominante Bebauungsstruktur den Straßenraum der Michelangelostraße. Auf der anderen Seite bleiben durch die möglichen Durchblicke zwischen den Hochpunkten die 11geschossigen Wohnscheiben des Mühlenkiezes Teil des Stadtraums der Michelangelostraße.

Dies wird von der Jury als stadträumliche Qualität anerkannt, die dem Maßstab der Großsiedlungsbauten gerecht wird. Leider wird der Entwurf dem nur auf konzeptioneller Ebene gerecht.

Für die spätere Umsetzung ist die Verlegung der Michelangelostraße mit Kosten verbunden, denen kein wirklicher Nutzen gegenübersteht.

Auch die Bebauungsstruktur der 18x18m großen Hochhäuser wird als unwirtschaftlich bewertet. Hier steht eine zu geringe Grundfläche dem Aufwand eines Sicherheitstreppenhauses entsprechend der Hochhausrichtlinien gegenüber.

Ebenso wird von Teilen der Jury der tatsächliche Nutzen der 26m tiefen zweigeschossigen Sockelgebäude angezweifelt. Ob sich die Sockel finanzieren lassen und sich später wirklich eine sinnvolle flexible Nutzung findet, bleibt unklar.

Insgesamt ist die Arbeit gerade im nördlichen Bereich sowie im Bereich der Schule und des Sportstandorts sehr sorgfältig durchgearbeitet und liegt bei den städtebaulichen Kennzahlen im oberen Drittel.

Allerdings wird die Bebauungsstruktur südlich der Michelangelostraße sehr kontrovers diskutiert und es bleiben Zweifel, ob sich am Ende der urbane Eindruck der stadträumlichen Perspektive wirklich einstellt.

Modellfoto © H. - J. Wuthenow
Modellfoto © H. - J. Wuthenow

Perspektive
Perspektive

Lageplan 1:1000
Lageplan 1:1000

Lageplan 1:500
Lageplan 1:500