Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb
"Neubau des Leonardo-da-Vinci-Gymnasiums"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
32.000,- Euro
  huber staudt architekten, Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Verfasser: Joachim Staudt / Christian Huber
Mitarbeit: Sohta Mori / Matthias Gall

Landschaftsarchitektur: WEIDINGER Landschaftsarchitekten, Berlin
Verfasser: Dipl. Ing. Jürgen Weidinger
Mitarbeit: Esther Augustin

Planung Energieeffizienz: IBG Ingenieurbüro Grube, Berlin
Verfasser: Dipl. Ing. Olaf Grube

Sonderfachleute / Berater:
Tragwerksplanung und Bauphysik: Eisat GmbH, Berlin / Herr Sattler, Herr Benath


Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Arbeit überzeugt durch ein klare Architektursprache, die sich von der Umgebungsbebauung deutlich abhebt und damit einen Gegenpol setzt, der dem Schulgebäude die notwendige Wirkung verleiht. Die beiden weißen, kubischen Gebäudeteile mit liegenden Fensterausschnitten sowie Gebäudeein- und Unterschnitte (Loggien, Eingangsbereiche) verleihen dem Gebäude einen ruhigen Auftritt mit eigenem Charakter.

Der großzügige Vorplatz direkt an der Christoph-Ruden-Straße bietet die erforderlichen Flächen vor dem Haupteingang und vermittelt zwischen den öffentlichen Bereichen und dem Schulgelände. Fahrradstellplätze sind an den Straßen angeordnet und stören somit nicht die Innenbereiche.

Im Innern setzt sich die Großzügigkeit im Erdgeschoss fort. Foyer und Pausenhalle sind zusammengelegt und bieten gemeinsam mit der Galerie im 1. OG einen gebäudehohen multifunktional nutzbaren Raum mit einem Glasdach. Durch vier flache Stufen wird einerseits eine größere Raumhöhe im angrenzenden Mehrzweckraum geschaffen und andererseits die Aufenthaltsqualität interessanter gestaltet. Die Treppenstufen führen allerdings trotz des Aufzugs zu Problemen bei der Nutzung durch Menschen mit Behinderungen. Dies ist gegebenenfalls zu überarbeiten.

Der Mehrzweckraum, die Cafeteria und der Raum für Darstellendes Spiel sind offen zur Pausenhalle und zusammenschaltbar, können aber abgetrennt werden. Die Pausenhalle fungiert gleichzeitig als ‚Scharnier‘ zur Erschließung des rückwärtig gelegenen Pausenhofs und sonstiger Außenflächen.
Die vertikale Erschließung erfolgt über eine Freitreppe sowie insgesamt fünf Treppenhäuser. Die Erschließung ist insgesamt kompakt und vermeidet lange Wege. Der Aufzug ist zentral angeordnet.

Die großen offenen Hallenbereiche und die Freitreppe sind brandschutztechnisch in der vorliegenden Form nicht realisierbar und bedürfen der Überarbeitung in dieser Hinsicht.

Die Räume in den Obergeschossen sind in den zwei nahezu quadratischen Gebäudeteilen um den Luftraum der Pausenhalle bzw. einen innenliegenden Hof angeordnet. Es gibt nur wenige innenliegende Räume. Die Erschließungsflächen sind auch hier großzügig gestaltet, so dass sie eine zusätzliche Aufenthaltsqualität bieten. Dies wird durch Sitzbänke unterstützt. Anordnung und Lage der Fachräume und der Cluster sind zweckmäßig. Der Oberstufenbereich ist zusammengefasst und getrennt von den anderen Clusterbereichen. Diese besitzen je eine eigene Loggia. Die naturwissenschaftlichen Fachräume sind dem einem Cluster zugeordnet, was aus Nutzersicht positiv bewertet wird. Die Cafeteria ist nach Süden orientiert und verfügt über einen zugeordneten Freibereich. Die Anlieferung kann problemlos von der Christoph-Ruden-Straße aus erfolgen.

Der Innenhof dient der Belichtung der ansonsten innenliegenden Räume. Seine Nutzbarkeit erscheint jedoch fraglich. Eine Begrünung ist aufgrund der eingeschränkten Lichtverhältnisse und des hohen Pflegeaufwandes wohl ausgeschlossen.

Raumhöhen und Raumgrößen sind insgesamt in Ordnung, lediglich die WC-Flächen sind zu klein; hier besteht ein Überarbeitungsbedarf (eventuell zu Lasten der zu großen Gruppenräume).

Die Gebäudestruktur gibt den Verfassern die Möglichkeit zur klaren Gliederung der notwendigen Funktionsbereiche im Außenraum, die zugunsten eines erwünschten‚ gesamtgrünen‘ Eindrucks jedoch wenig ausformuliert wurden. Die vorgeschlagene starke Gliederung der Freianlagen stärkt einerseits die Störungsfreiheit der Einzelbereiche, schwächt aber den Gesamteindruck einer Schule im Quartier.

Trotz einer eher unkompakten Baukörpergestaltung liegt die Gesamtenergieeffizienz im oberen Bereich der eingereichten Wettbewerbsbeiträge. Aufgrund der vergleichsweise großen Hüllfläche bei gleichzeitig hohen energetischen Anforderungen kommt einer wirtschaftlichen Bauweise eine hohe Bedeutung zu. Dabei ist die vorgeschlagene Vorhangfassade mit Faserbeton kritisch zu hinterfragen, wenngleich ihr Ausdruck gestaltprägend ist. Insgesamt liegen die Nachhaltigkeitsmerkmale im positiven Bereich.

Perspektive
Perspektive

Modell
Modell

Lageplan
Lageplan

Grundriss
Grundriss

Ansicht
Ansicht

Schnitt
Schnitt