Städtebau  
 

Nichtoffener kooperativer freiraumplanerischer Realisierungs- und Ideenwettbewerb
"Campus Charlottenburg - verlängerte Hertzallee, Berlin Charlottenburg"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
5.750,- Euro
  Lavaland GmbH, Berlin
TH Treibhaus, Berlin


Verfasser: Laura Vahl und Deniz Dizici

Mitarbeiter: Victor Garcia Segarra, Michal Boleraszky

Sonderfachleute / Berater: Lichtplanung, Anselm von Held


Beurteilung durch das Preisgericht:

Der Entwurf verschränkt in überzeugender Weise die Idee des Campus als eines geräumigen Ortes mit der Idee der ehemaligen Kurfürstenallee als Transitraum zwischen den angrenzenden städtischen Räumen des Ernst-Reuter-Platzes und des Zooareals mit der Volkswagenbibliothek mit den einfachen Mitteln der Materialwahl für die Bodenflächen.
Im gesamten Projektbereich spannt eine Mosaikpflasterdecke aus Basalt einen gleichförmigen, deutlich lesbaren Raum zwischen den Fassaden auf, in den über die gesamte Länge die lineare Transitachse mittig wie eine streifenförmige Intarsie aus Granitplatten eingelegt ist.

Der über die Basalt-Mosaikfläche aufgespannte Raum wird beidseits der von den Verfassern Fuge genannten Granitachse durch eingelegte Streifen aus Granitkleinpflaster räumlich gegliedert, die jeweils Bereiche intensiverer Angebote markieren.
Vor den Fassaden der Gebäude und vor den Bildhauerateliers der UDK liegen streifenförmig gefasste Staudenbeete in der Basaltdecke, teilweise als Unterpflanzung des Baumbestandes, teilweise als freie Flächen.

Der Baumbestand der Allee bleibt weitgehend erhalten, nur zum Campuspark werden durch Gehölzentnahmen neue Blickbezüge ermöglicht.
Das Preisgericht würdigt insbesondere, dass durch diese klare und gleichförmige Behandlung der Bodenbelagsflächen, die den lang gestreckten Raum des Campus bis zu den Fassaden weitet, und die konsequent durchlaufende kontrastierende lineare Achse mit wenigen Mitteln eine deutlich lesbare Ordnungs- und Orientierungsstruktur innerhalb der heterogenen Umgebung des Campus entsteht.
Innerhalb dieser Raumstruktur markieren die Verfasser vier platzartige Bereiche: am Institut für Bergbau und Hüttenwesen mit gastronomischer Nutzung, zwischen Erweiterungsbau und Hauptgebäude, am zukünftigen Hybrid-Lab-Gebäude als Gelenk zwischen Mensa und Park bzw. Hauptgebäude, und den Entréeplatz Fasanenstraße genannten weiträumigen Platzbereich im Realisierungsteil. Das Preisgericht hebt lobend hervor, dass dieses Entrée mit seinem Möbelangebot aus Bank, Langbank, Lounger und Tisch Gelegenheit für gemeinsames Arbeiten im Freien schafft. Die Verfasser wollen die Aufenthaltsqualität des Entrées zusätzlich durch eine gastronomische Nutzung erhöhen, die in einem Gebäudehybrid aus Technikanlage, Schaufenster der Wissenschaften und Campus-Kiosk untergebracht ist.

Als besonders gelungen wird bewertet, dass das starke lineare Element der Fuge der ehemaligen Kurfürstenallee gleichwohl innerhalb des umfassenden, durch das Basaltmosaik markierten Gesamtraumes verbleibt und auf diese Weise die räumliche Qualität dieses lang gestreckten Campus betont wird.
Darüber hinaus lässt die Kombination schwarzer Basaltflächen, ockerbis orangefarbener Klinkergebäude, dem hellgrauen Granitband, der dezenten Farbigkeit von Gräser- und Staudenflächen und dem Grün der Bäume eine ruhige und gleichzeitig elegante Atmosphäre erwarten. Es gelingt der Arbeit in besonderem Maße, die hohe Wertigkeit des Ortes deutlich sichtbar zu machen.

Perspektive
Perspektive

Lageplan 1:200
Lageplan 1:200

Lageplan 1:500
Lageplan 1:500