Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb
Neubau Zentral- und Landesbibliothek, Berlin Tempelhof-Schöneberg

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
90.000,- Euro
  MOA - Miebach Oberholzer Architekten, Zürich (CH)

Landschaftsarchitekten: T160 Landschaftsarchitektur, Zürich (CH)

TGA: Polke Ziege von Moos AG, Zürich (CH)

Tragwerksplaner: Schnetzer Puskas International AG, Basel-Stadt (CH)


Beurteilung durch das Preisgericht:

Der überzeugende robuste und durchaus flexible Charakter der Bibliothek, der kräftige Ausdruck ähnelt einer Kulturmaschine. Eine einfache Wiederholung von Knoten, Gelenken und Decken führen zu dem strukturellen Aufbau des Gebäudes. Der Verfasser erzeugt durch die Beschränkung der verwendeten Bauelemente eine maximale Effizienz und Funktionalität in der Organisation des Gebäudes.

Zehn runde Kerne bedingen die Wirksamkeit in einem Feld von 74 x 120m, die einfach angelegt, aber sehr überzeugend sind, weil dadurch viele gefragte Aspekte gelöst werden. Hier sind die interne und externe Erschließung, der Medientransport sowie Technikschächte und Sanitäranlagen untergebracht. Die Betonkerne mit Zwischenschritten von 23 Metern verbinden als Scharniere die Dreiecksdeckenfelder, mit einem sehr überschaubaren modularen Raster von 6 x 6 x 6 Metern.
Dieses Raster und die runden Kernen wiederholen sich in allen Geschossen, wodurch die charakteristische, wohltuende und ruhige Überschaubarkeit entsteht und gleichzeitig Orientierung erzeugt wird.

Hierzu gehört auch die strikte Wiederholung der Geschosshöhen von 5,40m in allen Geschossen mit der Dreiecksfigur der Decken, die sich in der kleinmaßstäblichen Balkenstruktur wiederholt.

Durch das Zurückspringen der diagonal gegenüberliegenden Eingänge entstehen über Eck zwei zweigeschossige überdachte Bereiche, die das Erdgeschoss großzügig zugänglich machen für die dort richtig untergebrachten öffentlichen Funktionen.

Im 2. bis 5. OG befinden sich die Fachbereiche, die miteinander über die verspringenden dreieckigen Lufträume verbunden werden und dadurch die Organisation über diese vier Etagen ermöglichen. Dabei sind die vom Verfasser vorgeschlagenen unkonventionellen Einteilungsmöglichkeiten erfrischend. Die Grundrisse der Bibliothek sind absolut frei bespielbar.

Im 6. bis 8. OG sind innenliegend die Magazine untergebracht, ringförmig umschlossen von den Hintergrundbereichen, bzw. von den Flächen für die Zwischennutzung. Auch hier bietet die richtige Stellung der Kerne organisatorische Hilfe. Im Bauch des Gebäudes befindet sich der zentrale Luftraum, wo die freien Treppen und Rolltreppen noch mal das ganze Haus von oben nach unten diagonal durchquerbar machen: von links unten der Eingang vom Stadtplatz nach rechts oben zum Café mit Aussicht zum Park als Geschenk.

Die gezeigte und wünschenswerte Transparenz der Fassade und des Sonnenschutzes wird in Frage gestellt. Die minimale Lösung wird klimatisch und wartungstechnisch angezweifelt.

Es wäre wünschenswert, wenn im gleichen Dreiecksraster von oben Tageslicht ins Gebäude geleitet werden könnte. Technik auf dem Dach ist vorgesehen, aber nicht im Modell dargestellt. Die statische Lösung in den Ecken des Gebäudes wird angezweifelt.

Die vorgeschlagenen 60 Schwarzkiefern auf dem Stadtplatz setzen die innere Struktur des Gebäudes fort.

Modellfoto Süd-West © H. - J. Wuthenow
Modellfoto Süd-West
© H. - J. Wuthenow

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Grundriss
Grundriss

Grundriss 1. OG
Grundriss 1. OG

Schnitt
Schnitt

Innenansicht
Innenansicht