Städtebau  
 

Offener freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb
"Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum"

Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
18.000,- Euro
  Lützow 7 C. Müller J. Wehberg Garten- und Landschaftsarchitekten, Berlin

Verfasser: Cornelia Müller, Jan Wehberg
Mitarbeiter: Kristin Keßler, Michèle Remy, Holger Schwarz, Phyllis Sperling


Beurteilung durch das Preisgericht:

Der Entwurf leistet durch seine zurückhaltende, der Identität des Ortes angemessene Ordnung und Gestaltung eine starke Integration des zukünftigen Humboldt-Forums in den Kontext der Museumsinsel.

Durch die differenzierte Prägung der unterschiedlichen städtischen Räume unter Aufnahme historischer Bezüge nach dem gewählten Prinzip der „minimalen Intervention“ gelingt es den Verfassern eine zusammenhängende urbane Qualität zu schaffen, die der Aufgabe in guter Weise gerecht wird.

Die Anbindung des Lustgartens wird über die Aufnahme der Materialität und einen einheitlichen im Straßenbereich durchlaufenden Bodenbelag gestaltet. Den nordöstlichen Abschluss bildet ein Baumkarree auf wassergebundener Decke, das in Beziehung zum neu geordneten Domvorplatz steht und den wichtigen räumlichen Abschluss Unter den Linden bildet. Im Detail sind die Stufen und Platzzuteilungen eher fraglich. Die modern gestalteten Lustgartenterrassen werden in Entsprechung zur historischen Situation als begehbare, bepflanzte Hochterrasse konzipiert und beweisen hohe Aufenthaltsqualität. Die Verfasser schlagen die Rückkehr sowohl der Adlersäule als auch der Rossebändiger an den historischen Ort vor und setzen hiermit wichtige städtebauliche Akzente am Portal IV und am nördlichen Eingang zum Schloss-Forum.

Der Schloßplatz (West) wird durch eine kleine Baumgruppe nach Norden ergänzt, die in Anordnung und Gewicht noch als zu schwach empfunden wird. Die einheitliche Pflasterung erreicht eine großzügige Platzwirkung vor dem Portal III, dem westlichen Eingang des Humboldt-Forums, die Straßenführung zeigt sich zurückhaltend.

Die Spreeseite wird durch eine kombinierte Sitz- und Freitreppe gestaltet und durch zurückhaltende Rampen bis auf mittlere Ebene harmonisch gegliedert und als Promenaden- und Aufenthaltsbereich angelegt. Der Vorschlag der Verfasser, durch Berankungen der vertikalen Mauerflächen einen Bezug zu den ehemaligen Schlossgärten der Uferseite zu erreichen sowie die symmetrische Gesamtfigur der baulichen Anlage wird durch die Jury als zu undifferenziert angesehen.

Der Schloßplatz (Süd) überzeugt durch seine einheitliche Gestaltung und durchgängige Materialität. Die vor dem ehemaligen Staatsratsgebäude (ESMT) angeordnete Baumgruppe leistet den notwendigen räumlichen Abschluss des Platzes nach Westen, greift jedoch räumlich zu weit in den Vorbereich des in das ehemalige Staatsratsgebäude integrierten historischen Portals IV ein. Die Verfasser beschränken sich auf das Zitieren des Neptunbrunnens im Bodenbelag des ehemaligen Standorts, ohne die Möglichkeit einer Rückkehr des Originals zu verbauen.

Die geforderten Stellplätze werden seitlich versetzt zu den Portalen I und II oberirdisch angeordnet. Die Fahrradstellplätze werden verteilt auf dem Gesamtareal integriert. Die Kostenobergrenze wird eingehalten.

Der Entwurf stellt nach Auffassung der Jury einen zwar differenzierten, aber letztlich nicht ganz überzeugenden Beitrag für die zukünftige Gestaltung des Umfelds des Humboldt-Forums dar.

Perspektive - von Schlossbrücke zum Bereich Schlossbereich
Perspektive - von Schlossbrücke zum Bereich Schlossbereich

Perspektive - von Liebknechtbrücke zum Spreeufer/Belvedere
Perspektive - von Liebknechtbrücke zum Spreeufer/Belvedere

Lageplan M. 1:250
Lageplan M. 1:250

Schnitt A-A im M. 1:100
Schnitt A-A im M. 1:100

Schnitt B-B im M. 1:100
Schnitt B-B im M. 1:100

Schnitt C-C im M. 1:100
Schnitt C-C im M. 1:100

Schnitt D-D im M. 1:100
Schnitt D-D im M. 1:100