Städtebau  
 

Offener freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb
"Freiraumgestaltung Umfeld Humboldt-Forum"

Ausschreibung


Anlass und Ziel

Der Deutsche Bundestag hat mit den Beschlüssen in 2002, 2003 und 2007 die entscheidenden Ziele zur Realisierung des Humboldt-Forums definiert und die Bundesregierung mit der Umsetzung beauftragt. Die Nutzung des Gebäudes als Humboldt-Forum wurde damit bestätigt.

Die Empfehlung der Expertenkommission „Historische Mitte Berlin“, bei der städtebaulichen Neugestaltung der Spreeinselmitte weitgehend auf den historischen Stadtgrundriss zurückzugreifen und sich an der Kubatur des ehemaligen Berliner Schlosses zu orientieren, wurde in dem anschließenden Wettbewerb mit dem preisgekrönten Entwurf von Franco Stella aufgenommen.

Das Abgeordnetenhaus von Berlin fasste 2009 den Beschluss, für die Realisierung des Humboldt-Forums und das nähere Umfeld das entsprechende Planungsrecht zu schaffen.

Das im Krieg stark beschädigte Berliner Schloss wurde im Jahre 1950 von den Machthabern der DDR gesprengt. Es war zuvor über viele Jahrhunderte Residenz der Kurfürsten von Brandenburg, der preußischen Könige und zuletzt der Deutschen Kaiser gewesen. Mit der Errichtung des geplanten Humboldt-Forums in der städtebaulichen Figur des Schlosses werden an diesem geschichtsträchtigen Ort Räume entstehen, die dem kultur- und kunstinteressierten Besucher die Vielfalt und den kontinuierlichen Wandel der Kulturen der Welt vor Augen führen.

Im Humboldt-Forum werden die außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin (Ethnologisches Museum und Museum der Asiatischen Kunst), mit dem Ausstellungs- und Veranstaltungsraum und dem Laut-Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin sowie mit den dazu passenden Medien der Zentral- und Landesbibliothek Berlin zusammengeführt. Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin wird die Komplexität außereuropäischer Kulturen über vielfältige Medien wie Bilder, Texte, Tonaufnahmen, Tanz und Theater vermitteln. In einer gemeinsamen Veranstaltungszone von Museen, Bibliothek und Universität – der Agora – wird mit ihren attraktiven Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Bildungsangeboten ein besonderer Anziehungspunkt für alle kulturell Interessierten entstehen. Vorzufinden sind darüber hinaus Restaurants, Cafés, Buchläden und Shops. Die Agora wird mit übergeordneten themenorientierten Veranstaltungen ein Forum für den globalen Dialog der Weltkulturen in Berlin sein.

Aufgabe des freiraumplanerischen Wettbewerbes ist es, einen den Dimensionen und der Bedeutung dieses Projektes entsprechenden Freiraum zu gestalten. Die in dem Wettbewerb zu bestimmende Gestaltung soll eine auf die Historie begründete und zukunftsfähige Formensprache aufweisen.

Trotz der unterschiedlichen Nutzungsanforderungen an die einzelnen der vier Platzbereiche des Humboldt-Forums wird eine einheitliche Gestaltung erwartet, die den Schloßplatz als ein Ganzes herausarbeitet und erlebbar macht und gleichzeitig den Bezug zu den bestehenden Kunst- und Kultursammlungen der Museumsinsel verdeutlicht.

Für die zu gestaltende Fläche im Realisierungsbereich von ca. 38.000 m² stehen 12.179 Mio. Euro für Planung und Realisierung zur Verfügung. Die Freiraumgestaltung soll zur Eröffnung des Humboldt-Forums 2019 weitestgehend abgeschlossen sein.

Luftbild
Luftbild; Foto: Dirk Laubner

Lageplan
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