Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb
"Archäologisches Besucherzentrum Petriplatz"

Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
8.000,- Euro
  Max Dudler, Berlin

Verfasser / Architekt: Max Dudler
Mitarbeiter: Björn Werner, Jochen Soydan, Simon Burko, Anete Bajrami, Simona Capaul, A. Bonte. J. Hong

Atelier Loidl Landschaftsarchitekten Partnergesellschaft, Berlin

Verfasser / Landschaftsarchitekt: Bernd Joosten
Mitarbeiter: Nina Dvorak, Stefan Grieger, Anne Mertins
Sonderfachleute / Berater: Haustechnik: ZWP Ingenieur-AG, Berlin
Berater Tragwerk: WTM Engineers GmbH, Berlin
Brandschutz: Müller BBM, Berlin


Beurteilung durch das Preisgericht:

Der mit zwei Kopfbauten ausgebildete Baublock orientiert sich mit einem sechsgeschossigen Gebäudekörper als städtebauliche Dominante zum Petriplatz. Im westlichen Baufeld ist in Richtung Scharrenstraße eine Reduktion auf vier Geschosse vorgesehen. Das Hauptmotiv des Entwurfes ist das eines Raumgitters, das Objektivität und Rationalität symbolisieren soll und sich als architektonisches Leitbild sowohl im Inneren als auch im äußeren wiederfindet. So changiert der Charakter des Gebäudes zwischen einem Gerüst und einem Haus und bietet als begehbares Regal Zugang zum gläsernen archäologischen Betrieb. Die ehemalige Lateinschule wird als zweigeschossiges Volumen in der Fassade abgebildet. Im Inneren wird das Werkstatthafte des Raumprogramms durch offene und gläserne Strukturen verstärkt. Das Gebäude macht sich insgesamt frei von der geplanten Gestaltung des Bet- und Lehrhauses und formuliert einen eigenständigen Entwurfsansatz.

Ein gebäudehoher Schlitz stellt eine signifikante räumliche Zäsur im Inneren dar. Er steht als Geste für das Prinzip archäologischer Erkenntnis und eröffnet einen Ausblick auf die Organisation des Hauses. Die Grundrisse der Obergeschosse sind einfach und klar strukturiert: eine einläufige Treppe erschließt alle Ebenen und bietet Ausblick auf Regale und Vitrinen, die Fundstücke aufnehmen und geschossübergreifend präsentieren. Die Materialität der Fassade ist in Bezug auf den gewünschten rohen Charakter („veredelter Rohbau“) des Gebäudes monolithisch und fugenlos aus Dämmbeton mit dunklen Pigmenten geformt. Dazwischen sind raumhohe, mechanisch belüftete Fensterelemente vorgesehen, die zum Straßen- und Platzraum hin das Innere des Gebäudes nach Außen ablesbar machen. Der Hauptzugang befindet sich unter Kolonnaden an der Gertraudenstraße und öffnet sich zu einem großzügigen Foyer, in dem sich der Servicebereich und ein kleines Café befinden. Von dort gelangt man über eine Treppenanlage in das Ausgrabungsfeld der Lateinschule. Wenige Stützen im Befundfeld garantieren einen freien Blick auf die historischen Mauerreste.

Das Befundfeld wird witterungsbeständig in das gesamte Bauvolumen integriert und eröffnet im Untergeschoss einen Rundgang zur einem Teilbereich der Ausgrabungsstätte der Petrikirche, den man ebenfalls von der Gertraudenstraße über eine kleine Treppe erreichen kann. Eine Möbelskulptur aus Beton vermittelt das Straßenniveau der Scharrenstraße durch eine Rampe mit diesem Ausgrabungsfeld und verbindet über eine weitere Betontreppe das Ossarium und einen tiefer gelegten Bereich, wobei die Integration des Ossariums in diese Treppenanlage als unpassend gesehen wird. Hinzu kommt ein auf -1 m abgesenktes Niveau der Strackschen Petrikirchenfundamente. Insgesamt werden also 4 verschiedene Platzniveaus ausgebildet. Ein großer Nachteil dieser Konzeption ist, dass die Querung des Platzes und die selbstverständliche Einbeziehung in tägliche Wege durch die großflächige Absenkung unmöglich gemacht werden. Der Freiraum stellt die Ausgrabungen in den Mittelpunkt. Sie werden inszeniert als eine begehbare Skulptur, die über die Information hinaus zu einem neuen Ort urbanen Lebens werden soll.

Die Höhen des B-Plans werden insgesamt eingehalten, sowohl in der Höhe als auch in der Kontur. Die Betriebskosten werden als zu hoch eingestuft, da ein großer Klimatisierungsanteil zu erwarten ist.

Modell mit Bet- und Lehrhaus
Modell mit Bet- und Lehrhaus

Modell ohne Bet- und Lehrhaus
Modell ohne Bet- und Lehrhaus

Visualisierung Atrium
Visualisierung Atrium

Visualisierung Außen
Visualisierung Außen

Lageplan
Lageplan

Ansicht Gertraudenstraße
Ansicht Gertraudenstraße