Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb
"Archäologisches Besucherzentrum Petriplatz"

Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung:
3.500,- Euro
  Peter Kulka Architektur Köln GmbH, Köln

Verfasser / Architekt: Prof. Dr.-Ing. E.h. Peter Kulka
Mitarbeiter: Steffen Kirchberger, Christian Bruhn, Katja Göser, Timo Heinzmann, Pit Dörrwächter, Jan Kranenburg

Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden

Verfasser / Landschaftsarchitekt: Till Rehwaldt
Mitarbeiter: Ulrike Zänker

Sonderfachleute / Berater:
Tragwerksplanung: ahw Ingenieure, Münster:
- Eric Helter
Haustechnik: Brockof Ingenieure, Krefeld:
- Michael Brockof


Beurteilung durch das Preisgericht:

Das Auffallende an dieser Arbeit ist die städtebaulich scharf geschnittene Kontur mit dem Verzicht auf das Staffelgeschoss an der Gertraudenstraße. Das Besucherzentrum stellt sich in den volumetrischen Ausmaßen (die Traufhöhe des Bet- und Lehrhauses wird übertroffen) und wegen der sparsamen Öffnungen in der Fassade in einen vergleichenden sakralen Habitus in Konkurrenz zum Sakralbau des Bethauses.

Die innere Organisation des Hauses ist ganz auf einer Dramaturgie der Raumverknüpfungen aufgebaut. Mit der Ausbildung der Arkade am Eingang an der Gertraudenstraße beginnt eine Inszenierung, die mehr vom emotionalen Gestus bestimmt wird als von der Funktionalität einer Arbeitsstätte. Die Erschließung und Wegeführung im Hause selbst ist schwer überschaubar, die konstruktive Ordnung ist unklar. Einige Erschließungsdetails wie z.B. der Zugang zum Vortragssaal mit dem Aufzug sind unzumutbar. Die Eingangs-Inszenierung mit den drei Tonnengewölben wirkt aufgesetzt und ist konstruktiv unverständlich.

Bei allem Respekt für die dargestellten Rauminszenierungen - für eine Arbeitsstätte wirken die Räume überinstrumentiert. Der sakrale Anspruch an der Fassade wird teilweise mit schlecht belichteten Räumen erkauft oder aber mit übergroßen Fenstern für die falschen Raumnutzungen. Das Grabungsfeld der Lateinschule öffnet sich zu einem großen archäologischen Hof, der über eine Treppe und eine langgezogene Rampe erschlossen wird. Zwar bietet sich hier die Möglichkeit, Fundamente am Ort zu zeigen, andererseits wird durch diese Disposition der Platz stark zerteilt und seine Nutzung eingeschränkt. Dies gilt umso mehr, wenn die Bet- und Lehrschule gebaut wird.

Die zwischenzeitliche Nutzung dieser Fläche als Rasenfläche ist denkbar, der Platz wird dadurch aber noch unruhiger. Eine überzeugende Lösung, die auch längerfristig Bestand hat, kann die Jury nicht erkennen. Die Wirtschaftlichkeit des Projektes ist wegen der überhöhten Gebäudekubatur und des schlechten Verhältnisses der BGF/NF nicht gegeben. Die Jury diskutiert kontrovers über den interessanten architektonischen Beitrag, der aber wegen des sakralen Habitus den Vorstellungen eines „Arbeitshauses“ widerspricht.

Modell mit Bet- und Lehrhaus
Modell mit Bet- und Lehrhaus

Modell ohne Bet- und Lehrhaus
Modell ohne Bet- und Lehrhaus

Innenansicht
Innenansicht

Außenansicht
Außenansicht

Übersichtsplan
Übersichtsplan

Schnitt
Schnitt