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Beurteilung durch das Preisgericht: Die neue Schule liegt rückwärtig zur Lipschitzallee und erhält durch die Verlängerung des Efeuwegs eine eher schwache Adressierung. Dieses Problem wird erkannt und daher suchen die Verfasser nach maximaler Sichtbarkeit, indem ein sechsgeschossiger Kubus mit maximaler Fernwirkung konzipiert wird. Zusammen mit der zweigeschossigen Sporthalle entsteht zum Efeuweg hin ein angemessen proportionierter öffentlicher Vorplatz. Der hohe Baukörper vermag in der großen Maßstäblichkeit der nachbarlichen Gropiusstadt bestens zu bestehen, die zweigeschossige Sporthalle leitet geschickt über zu den niedrigeren Schulbauten des zukünftigen Campus Efeuweg. Die Sporthalle ist für die außerschulische Nutzung gut separat nutzbar, die Galerie bietet eine kleine willkommene Tribüne. Die Erschließung der Hausmeisterwohnung bleibt unklar. Die Fassade bleibt in ihrem architektonischen Ausdruck unpräzise. Die Fassade erhält durch drei Monumentalordnungen - Erdgeschoss, piano nobile, Dachabschluss - eine wohlproportionierte vornehme Erscheinung. Das Gebäude will öffentlich sein in seiner Erscheinung, die bewusst die Geschossigkeit überspielt. Was das Äußere verheißt, nämlich Großzügigkeit und Zentriertheit, wird vollständig eingelöst. Eine großzügige Freitreppe, mehr Skulptur als Treppe, bietet Sitzstufen und Aufenthaltsmöglichkeiten und führt vorbei an Cafeteria und dem erhöht gelegenen Verwaltungs- und Lehrerbereich ins piano nobile mit Bibliothek und großzügigen Aufenthaltsbereichen. Die öffentlichsten Gemeinschaftsnutzungen liegen richtig und prominent miteinander räumlich verbunden. Die vier weiteren Geschosse sind von dort an um den Innenhof logisch organisiert. Zweigeschossige Lufträume verbinden in spiralförmiger Anordnung maximale räumliche Verknüpfungen in der Vertikalen. Großzügigste Vorbereiche bereichern die Aufenthaltsqualität zusätzlich. Es entsteht so etwas wie eine kleine Stadt in der fast von jeder Stelle Blickbezüge horizontal und diagonal quer durch das Haus möglich sind. Auch der Blick nach Außen wird belohnt durch Weitsicht über die niedrige Bebauung der Umgebung. Die Nutzungen sind funktional gut organisiert. Die Cafeteria im Erdgeschoss profitiert von einem schön proportionierten, südlich gelegenen Außenraum, der angenehm intim etwas vom Haupteingang weggerückt ist. Die Unterrichtsräume sind nach außen liegend gut belichtet. Gewisse, zum Hof liegende Räume müssten im Einzelnen auf genügende Belichtung überprüft werden. Drei Räume des Chemie-Unterrichts liegen im 4.OG, aber zentral verbunden durch die Treppe und den doppelgeschossigen Raum. Auch der Brandschutz ist noch nicht in Gänze gelöst, da durch die überhohen Geschosse (EG 6,2 m, OGs 4,2 m) das Gebäude in die Hochhausregelungen fällt. Das Problem scheint jedoch lösbar. Die doppelgeschossigen Lufträume sind durch Sprinkleranlagen brandschutztechnisch ausgerüstet. Der Verwaltungsbereich im Erdgeschoss ist nicht behindertengerecht. Die Fassade ist im Übrigen trotz ihrer primären Monumentalordnung sehr konventionell und sehr funktional ausgebildet. Ein hoher Sturz, der Technikdecken zulässt, wie auch die Brüstungen sind konventionell konstruiert mit Kerndämmung und verkleidet mit einer opaken, mit Photovoltaik ausgerüsteten Glasverblendung. Gelochte Aluminiumlisenen mit dahinter liegenden Lüftungsflügeln sorgen für die Nachtauskühlung, die Fenster sind angenehm öffenbar. Das Energiekonzept entspricht einem hohen Standard und trotz des großen Volumens liegt die Arbeit leicht unter dem Kostenrahmen. Im Außenraum ist die Schule neben den öffentlichen Platzräumen gesäumt und gerahmt von einem lichten Baumhain. Dadurch erhalten auch die Spielfelder bis hin zum Biotop ihre selbstverständliche räumliche Fassung. Der Entwurf spiegelt eine Schule als Ort der Kommunikation, wo zufällige Gespräche informelle Begegnungen, Innovation und Forschergeist unterstützen, wider. Nach außen ruhig, aber gleichzeitig zeichenhaft, öffnet sich im Innern eine überraschend reiche Welt. Die neue Lise-Meitner-Schule könnte zum Wahrzeichen und Zentrum des langsam entstehenden Campus Efeuweg werden, sowohl architektonisch wie ideel. |
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Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Württembergische Straße 6, 10707 Berlin Telefonzentrale: 030 90139-3000 / Berliner Behördenrufnummer: 115
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