Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb
"Neubau Oberstufenzentrum Chemie, Physik, Biologie"

Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung:
8.000,- Euro
  augustin und frank Architekten, Berlin

Verfasser: Georg Augustin, Ute Frank
Mitarbeiter: Julia Lorenz, Jan Blifernez, Andrew Wilkinson, Alexander Ammon
Landschaftsarchitekt: Office Regina Poly, Berlin


Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Arbeit überzeugt städtebaulich durch die klare eindeutige Setzung eines großen Gebäudevolumens, das alle Gebäudefunktionen auf dem Grundstück vereint. Es ist dabei fraglich, ob der an eine eher innerstädtische Bebauung erinnernde Baukörper in die offene Bebauung der Gropiusstadt passt. Das Gebäude nimmt wie selbstverständlich die gesamte Grundstücksbreite entlang des Verbindungsweges ein und formuliert einen langgestreckten Vorplatz, von dem aus sowohl die Sporthalle als auch das eigentliche Schulgebäude erschlossen werden. Durch den Baukörper entsteht das Bild eines großen Hauses, das identitätsbildend ist.

Der Baukörper entwickelt durch das Verschmelzen von 2- und 4-geschossigen Gebäudeteilen um einen großzügig bemessenen Innenhof eine skulpturale Erscheinung. Durch die ruppige Putzoberfläche und präzis gesetzte horizontal angeordnete Fensterausschnitte wird die kraftvolle Erscheinung zusätzlich unterstützt. Die Details der Fassade wie z. B. nach innen entwässernde Fensterbänke ohne sichtbare Verblechung, oder die transluzente Verglasung der Sporthalle deuten ein hohes Gestaltungspotential an.

Durch die Setzung auf dem Grundstück ergibt sich eine große zusammenhängende Freifläche hinter dem Schulgebäude, die in Sport- und Pausenflächen gegliedert ist.

Es stellt sich die Frage, ob der Baukörper in seiner Autarkie nicht die Möglichkeiten, sich zum Campus Efeuweg zu öffnen, verspielt.

Sporthalle und Schulgebäude werden durch äußerst großzügig bemessene "Straßen", die das gesamte Gebäude bis zur Außensport- bzw. Pausenfläche durchlaufen, erschlossen. Eine außerschulische Nutzung der Sporthalle ist problemlos möglich. Die Schulstraße begleitend sind die zweigeschossige Cafeteria und der Schüleraufenthalt sinnvoll angeordnet. Die vertikalen Erschließungen für die Unterrichtsbereiche in den Obergeschossen liegen jeweils seitlich an der Schulstraße. Die Obergeschosse, die sich übersichtlich ringförmig um den großzügigen Innenhof entwickeln, positionieren die gut proportionierten Unterrichtsräume an die Gebäudeaußenwände, während dienende Funktionen und kleinere Aufenthaltsbereiche zum Innenhof orientiert sind.

Es entsteht ein einfaches, robustes Erschließungssystem mit einer guten Orientierbarkeit.

Dabei ist durch eine sinnvolle Anordnung von Schächten die vom Installationskeller bis zu hinter der hohen Attika versteckten Aufstellflächen für die Lüftungstechnik auch künftig eine flexible Nutzung der Fachräume möglich. Dies ist eine souveräne Lösung für ein hochinstalliertes Gebäude ohne plakativ den High Tech Aspekt in den Vordergrund zu stellen.

Die Anordnung eines Biotops im Innenhof erscheint unpassend, weil sich dort keine Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

Durch die Übererfüllung des Programms und die üppigen Erschließungsflächen liegen die Baukosten ca. 7 v. H. über dem Soll. Ansonsten sind alle Nutzflächen nachgewiesen und bauordnungsrechtliche Problemstellungen sinnfällig gelöst (Rettungswege, Treppenräume, Brandabschnitte).
Modellfoto
Modellfoto

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG

Ansicht Süd-West
Ansicht Süd-West

Längsschnitt
Längsschnitt
 


 
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