Städtebau  
 

Nichtoffener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb
"Olivaer Platz"

Ergebnis: 2. Preis


2. Preis:
6.250,- Euro
  birke.zimmermann Landschaftsarchitekten, Berlin

Verfasser: Florian Birke, Claudia Zimmermann


Beurteilung durch das Preisgericht:

Der Arbeit gelingt es, durch eine prägnante räumliche Gliederung unter dem Einsatz ausgesuchter Materialien (Muschelkalk) die Proportionen der historischen Platzfigur in dem Nachkriegsplatzraum zu doppeln. Eine strenge Lineatur aus niedrigen Mauern und Hecken im Norden und Süden definiert eine weite, baumüberstandene Rasenfläche. Befestigte Flächen in unterschiedlicher Breite rahmen den inneren, grünen Kern und bilden eine großzügige Promenade mit Sitzbänken unter einer Baumreihe. Die Promenade und die niedrige Heckenlinie an der Lietzenburger Straße werden vom Preisgericht in ihrer strengen, formalen Haltung als adäquate Lösung an der Lietzenburger Straße verstanden. Die dank der niedrigen Hecken gewährleistete Überschaubarkeit des Platzes von und zu den Platzwänden wird als richtige stadträumliche Entscheidung vom Preisgericht gewertet. Erkauft wird die konsequente Markierung der Rasenfläche durch die parallel verlaufenden Heckenbänder durch eine gelenkte Zugänglichkeit des Rasens über schmale Querwege.

Positiv gesehen wird, dass die Querwege die südlichen und nördlichen Straßen richtig anbinden.

Das Preisgericht ist unterschiedlicher Meinung darüber, ob die kleinen Platzecken im Nordwesten und Südosten als Restflächen außerhalb des Platzes oder als gelungene Auftakte anzusehen sind. Einig ist sich das Preisgericht in der Einschätzung, dass der südliche Gehweg in dem Bereich von der mittleren Durchwegung bis zur Konstanzer Straße zu schmal ist. Insgesamt wird das Spiel von Innen und Außen als Stärke der Arbeit gesehen und trägt zu ihrer räumlichen Entschiedenheit bei.

Das Café in der Platzmitte an der Nord-Süd-Achse mit dem anschließenden Spielplatz scheint aus räumlichen Gründen richtig gewählt, während aus Gender-Gesichtspunkten die durch das Café verdeckte Lage der Spielfläche moniert wird.

Die Parkplatzlösung fügt sich harmonisch in die Gestaltung ein und reduziert die große Rasenfläche nicht wesentlich, vielmehr bietet der Parkplatz in seiner Kompaktheit gute Möglichkeiten für andere Nutzungen.

Insgesamt haftet der Arbeit eine gewisse gestalterische Starrheit an, sie leistet aber dennoch in ihrer einfachen, formalen Eleganz, der ausgesuchten Materialität, den räumlichen Proportionen und ihrer Nutzbarkeit einen robusten und gelungenen Beitrag für diesen schwierigen Stadtraum.
Visualisierung
Visualisierung

Lageplan
Lageplan

Entwurfsplan
Entwurfsplan

Detail
Detail

Alternative mit Parkplatz
Alternative mit Parkplatz