Städtebau  
 

Nichtoffener Ideen- und Realisierungswettbewerb
"Freiräume Europacity / Heidestraße und Nordhafen"

Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung:
4.000,- Euro
  Atelier LOIDL, Berlin

Verfasser: Leonard Grosch, Bernd Joosten
Mitarbeiter: Stefan Grieger, Anna Jan, Anne Mertins


Beurteilung durch das Preisgericht:

Die offene, klar strukturierte Promenadengestaltung mit ihrer als angenehm empfundenen Zurückhaltung wird sehr begrüßt. Prägnant im Entwurf sind mehrere geometrische Figuren im Stadthafenbecken und im Nordhafen. Hierbei ist das konsequent herausgearbeitete, abgestufte Stadthafenbecken in Eichenholz als Schwerpunkt ausformuliert. Der so auf Straßenniveau entstehende großzügige Platzbereich auf der Nordseite des Hafenbeckens wird als optimaler Gastronomiestandort positiv bewertet, ebenso der südliche Platzbereich, der sich durch ein Abrücken der Brücke formt. Das Hafenbecken mit seiner loungeartigen Anmutung wird als über das Quartier hinaus wirkender Anziehungspunkt mit einer besonderen Aufenthaltsqualität verstanden. Positiv wird die offene Blickbeziehung vom Nordhafenplatz auf das Wasser gesehen.

Sehr kontrovers wird die Materialwahl Holz im Hinblick auf die Kosten diskutiert. Zum einen stellt sich die Frage, ob die Ausführung im vorgegebenen Kostenrahmen qualitätvoll umgesetzt werden kann, zum anderen bestehen Bedenken in Bezug auf die langfristige Unterhaltung. Die geometrischen Elemente im Nordhafenbereich erscheinen in ihrer Ausbildung zu formalistisch. Im Detail ist die Ausrichtung der Brückenrampe auf den Cafébereich am Speicher zu prüfen. Unklar bleibt, inwiefern die massiv erscheinende Brückenansicht im Stadthafenbecken vom Verfasser auch in einer konstruktiv filigranen Lösung denkbar ist.

Die Retentionsbodenfilter sind in diesem Entwurf sowohl in ihrer Form als auch in ihrer Zugänglichkeit von der Heidestraße bemerkenswert wartungsfreundlich angelegt. Vom Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin wird darauf hingewiesen, dass Unterwasserelemente, wie die Betonstufen über dem Wasserspiegel, kenntlich gemacht werden müssen.

Der Ideenteil erweckt den Eindruck, wenig vertieft worden zu sein. Die Bestandsbäume auf dem Bayer-Schering-Areal erscheinen zu massiv. Die hier geforderten Blickbeziehungen sollten klarer in die Gestaltung integriert werden.

Insgesamt überzeugt die Arbeit mit einem spannenden Ansatz für eine außergewöhnliche Gestaltung im öffentlichen Raum, der von allen Beteiligten anerkennend gewürdigt wird.
Lageplan
Lageplan

Städtebauliche Einbindung
Städtebauliche Einbindung

Schnitt A-A
Schnitt A-A

Schnitt B-B
Schnitt B-B

Schnitt C-C
Schnitt C-C

Perspektive
Perspektive


Perspektive

Detail Nordhafen
Detail Nordhafen