Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb
"Ein neues Museum auf der Zitadelle Spandau"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
12.000,- Euro
  staab Architekten GmbH, Berlin

Verfasser: Volker Staab
Mitarbeiter: Petra Wäldle, Rita Wirth, Matthias Tscheuschler, Bettina Schriewer, Brigitte Fischer (Ausstellungsgestaltung)
Sonderfachleute / Berater: EiSat GmbH, Berlin, Eisenloffel.Sattler + Partner, Volker Dick (Tragwerksplanung) / WINTER Beratende Ingenieure GmbH, Berlin, Mirko Zimmermann (TGA) / IBB GbR, Leipzig, Prof. Dr. Beilicke, Marco Schmöller (Brandschutz) / Rolf Eusterschulte - Typoscape (Graphik) / LichtKunstLicht, Edwin Smida (Lichtplanung)


Beurteilung durch das Preisgericht:

Der Entwurf überzeugt die Jury durch seinen angemessenen und besonnenen Umgang mit dem baulichen Bestand durch die neuen Ergänzungen, von den Einbauten über die Ausstellungsarchitektur bis zur Typographie.

Dieser Entwurfsansatz äußert sich für das Haus 8 durch die Wiederherstellung der historischen Gliederung der West- und Ostfassaden, der Herstellung eines tieferliegenden Streifens zur Verdeutlichung des einst tiefer liegenden Hofniveaus, dem Erhalt der bestehenden Raumgliederung durch die 4 Querwände und schließlich durch die Innenraumgestaltung für die Ausstellung, der es gelingt durch den Einbau eines neuen Fußbodens mit darauf gelagerten Podesten, Sockeln und verschieden dimensionierten Raumeinheiten, alle aus einem gleichen Material, einen viel versprechenden Materialdialog zu dem geschlämmten Mauerwerk der Außenwände herzustellen. In der Verbindung mit den neuen großzügigen Wandöffnungen der Querwände erlauben die neuen Raumeinheiten für Präsentationen und Nebenräume eine nutzungsorientierte flexible Weiterentwicklung und schaffen differenzierte Raumeindrücke.

Bei allem Verständnis für die materielle und gestalterische Reduktion des Entwurfes sollte jedoch der Eindruck einer überästhetisierten musealen Präsentation für die Denkmäler vermieden werden, vielmehr der Eindruck eines "Depotcharakters" oder "Schaulagers" herausgearbeitet sein. Verspricht das geschlämmte Sichtmauerwerk im Inneren von Haus 8 einen angenehmen heterogenen Hintergrund für die Vielzahl der historischen Exponate, so wird der für die Außenfassaden vorgeschlagene Schlämmputzauftrag vom Preisgericht kritisch gesehen. Ein normaler unaufgeregter Außenputz, so wie im Bestand vorhanden und von der Denkmalpfl ege vorgeschlagen, wird hier deutlich favorisiert.

Auch in Haus 6 arbeitet der Entwurf überraschend bescheiden mit dem Bestand. Grundrissstruktur, horizontale und vertikale Erschließungswege, Dachkonstruktion bleiben erhalten, insbesondere der Erhalt der Binderkonstruktion der 50er Jahre im Dachgeschoß wird begrüßt. Dagegen befriedigen die vorgeschlagene Lage des Personalraums am westlichen Eingang sowie die funktionale Wegetrennung der zu unterscheidenden Nutzungen im Haus nicht.

Die Aufgabe der linearen Gaubenbänder zugunsten einer kleinteiligeren Gaubenlösung ist schlüssig, jedoch werden die vorgeschlagenen Doppelgauben in Anzahl und Lage kontrovers diskutiert. Die Zuordnung der neuen Einbauten an den Treppenhauskernen, sowie die Aufdoppelung der Innenwände in den Ausstellungsgeschoßen für die Haustechnik zeigen die Professionalität der Entwurfsverfasser, da hiermit der Überformung der denkmalgeschützten Bestandskonstruktionen, insbesondere der Außenwände, vorgebeugt wird.
Grundrisse / Ansichten Haus 6
Grundrisse / Ansichten Haus 6

Grundrisse / Ansichten Haus 8
Grundrisse / Ansichten Haus 8

Vortragssaal Haus 6
Vortragssaal Haus 6

Ausstellung Haus 8
Ausstellung Haus 8

Ausstellungsgestaltung Haus 8
Ausstellungsgestaltung Haus 8