Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb
"Umwelt-Bildungszentrum Havelmathen"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
9.000,- Euro
  Sturm und Wartzeck GmbH, Architekten BDA, Innenarchitekten, Dipperz

Verfasser: Susanne Wartzeck, Jörg Sturm
Mitarbeiter: Steffen Schultheis, Steffen Heil, Anika Becker, Ulrike Gollbach, Franziska Röder-Young
Landschaftsarchitekt: Schulz Landschaftsarchitekten AKH, Kassel (Ines Schulz)


Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Verfasser orientieren sich mit ihrem Konzept am tradierten Typus der Hofanlage. Drei Gebäude differenzieren sich durch ihre Nutzungen als Wohn-, Lern- und Gemeinschaftsgebäude. Die Erschließung der Gebäude erfolgt über den zentralen Hof, der Haupteingang ist vom Hoftor aus über die Diagonale des Hofes gut einsehbar und auffindbar.

Durch den gewählten Materialeinsatz und durch die Beschränkung auf Ziegeloberfläche und Holzlamellen wird eine ortstypische Charakteristik im Ensemble erreicht und eine gute Alterungsfähigkeit gewährleistet. Die Reduktion in der Materialwahl und das Ziel, die Charakteristik der alten Bausubstanz weitgehend zu erhalten, führt dazu, dass die Hoffassade des Neubaus sich mit der Holzlamellenstruktur relativ geschlossen zum Hof zeigt. Das Preisgericht würde sich hier eine stärkere Öffnung zum dahinterliegenden Erschließungsgang zur Belebung des Hofraumes wünschen.

Die Maßnahmen, um die erforderliche Erweiterung der Nutzfläche zu erreichen, sind als behutsame weitere Entwicklung der Bestandsanlage zu werten. Der nördliche Anbau an das ehemalige Gesindehaus bleibt unter der vorhandenen Traufe. Durch die Ausbildung des Verbindungsbaukörpers zwischen Scheune und Neubau als gläserne Fuge bleibt die Ablesbarkeit der Einzelbaukörper erhalten.

Der Innenhof wird wohltuend zurückhaltend gestaltet und klar gegliedert. Die Inszenierung der "Leerstelle", an der sich die Heysche Villa befand, durch die Gemeinschaftsfläche wird begrüßt. Die östliche Einfassungsmauer wird von der Jury ebenfalls positiv bewertet. Die weitere Einfassung des Grundstückes ist jedoch wenig ausformuliert und nicht nachzuvollziehen.

Die Umsetzung einer Rasenfläche unter den vorhandenen Linden erscheint fraglich. Darüberhinaus ist sie für die vom Auslober gewünschte öffentliche Nutzung des Innenhofes ungeeignet. Die außenliegenden Freiflächen werden durch die Verfasser in drei separate Bereiche gegliedert. Die Ausformulierung der grünen Klassenzimmer bleibt skizzenhaft und formal wenig nachvollziehbar. Der Lehrgarten ist nach Westen ausgerichtet und ist gut platziert. Der sich anschließende Bauerngarten ist gut proportioniert, wirkt jedoch wenig eingebunden. Insgesamt wirken die außenliegenden Freiflächen fragmentarisch und lassen einen gestalterischen Zusammenhang vermissen.
Modell
Modell

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG

Freiflächenplan
Freiflächenplan

Ansicht / Schnitt Süden
Ansicht / Schnitt Süden

Ansicht Osten
Ansicht Osten

Perspektive
Perspektive