Städtebau  
 

Begrenzt offener Realisierungswettbewerb
"Probebühnenzentrum Deutsches Theater"

Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
4.500,- Euro
  Stephan Braunfels Architekten BDA

Verfasser: Prof. Dipl.-Ing. Stephan Braunfels
Mitarbeiter: Josef Konrad, Tchavdar Todorov, Mandy Boas, Atussa Hamid
Tragwerksplanung: Sailer Stepan und Partner GmbH, München, Dr.Ing. Kurt Stepan
Sonderfachleute / Berater: Berater Janowski & Co. Beratende Ingenieure GmbH, Berlin (Haustechnik)


Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Arbeit ordnet alle Funktionsbereiche in einem frei stehenden, kompakten Gebäudekubus von 28,72m Höhe an, der auf die Achse des Anatomischen Theaters ausgerichtet ist. Beidseits des Gebäudes entwickeln sich klar zugeschnittene, gut verwendbare Betriebshöfe.

Die sparsame Verwendung von Baufläche wird positiv bewertet, die große Gebäudehöhe wird vom Preisgericht und von der Denkmalpfl ege als problematisch eingestuft. Das Gebäude wird zum größten und höchsten Volumen innerhalb des Ensembles der umgebenden Bestandsgebäude und überragt diese deutlich, was seiner Stellung als dienendes Betriebsgebäude nicht entspricht.

Mit der Ausrichtung auf das Anatomische Theater wird eine Lesart als neuer, großer Bühnenturm vermieden, gleichzeitig überrascht der eher schematische, starke bauliche Zusammenhang zwischen diesen beiden Gebäuden, der Maßstabssprung wird umso deutlicher.

Das Gebäude rückt in voller Höhe sehr nahe an die denkmalgeschützten Theatergebäude heran. Ein Blickbezug aus dem Rangfoyer des Deutschen Theaters in die Parkflächen der Humboldt-Universität ist dadurch nicht möglich.

An der nördlichen Grundstücksgrenze werden die beiden Betriebshöfe mittels einer geschosshohen Unterschneidung als Fahrverbindung miteinander verbunden. Die Betriebshöfe werden ohne bauliche Abgrenzung zum nördlich angrenzenden Parkgelände der Humboldt-Universität dargestellt. Diese neu zusammen gelegten Außenräume überzeugen letztlich nicht, eine bauliche Trennung dieser Bereiche entspricht eher der unterschiedlichen Verwendungsart dieser Außenräume als Park bzw. als Betriebsfläche.

Das Gebäude ist konsequent als Funktionsgebäude gestaltet. Die große Bauform wird umseitig mit vertikalen Lamellen gefasst, die Maßstäblichkeit des Gebäudes wird dadurch weiter aufgehoben.

Das Gebäude ist kompakt und effizient erschlossen, mit kurzen horizontalen Wegen auf allen Geschossebenen, die räumliche Organisation ist im Wesentlichen funktionsgerecht. Die Anlieferung erfolgt vom östlichen Hof zunächst in ein Warenumschlagslager. Da hier keine Hebebühnen vorgesehen ist, ist die Nutzung der nahe gelegenen Hebebühne am Bestandsgebäude erforderlich. Die Transportwege im Erdgeschoss sind stellenweise beengt.

Das Gebäude ist oberhalb des Erdgeschosses konsequent zoniert in einen nördlich gelegenen Bereich mit den gestapelten Großräumen und einen südlich gelegenen Bereich mit dienenden Räumen in geringerer Geschosshöhe. Es gibt wenig innenliegende Räume, dadurch ist weitgehend unterstützende Fensterlüftung möglich, die Lüftungskosten werden dadurch reduziert.

Die Baukonstruktion ist einfach und wirtschaftlich. Die Aufrechterhaltung des Theaterbetriebs während der Bauzeit ist möglich. Das Gebäude weist eine mittlere Kompaktheit auf, die Wärmedämmung entspricht der EnEV, eine Unterschreitung wird nicht erreicht. Das dargestellte energetische Gesamtkonzept ist schlüssig.

Insgesamt überzeugt die Arbeit mit ihrer kompakten und wirtschaftlichen räumlichen Organisation, die städtebauliche Gestaltung wird als problematisch eingestuft.
Modell
Modell

Lageplan
Lageplan

Grundriss, Ansichten
Grundriss, Ansichten

Grundrisse, Ansichten, Schnitte
Grundrisse, Ansichten, Schnitte

Perspektiven
Perspektiven