Städtebau  
 

Offener landschaftsplanerischer Wettbewerb
"Parklandschaft Tempelhof"

Ergebnis: Engere Wahl


Engere Wahl:   Landschaftsarchitekt: Büro Kiefer + Anna Viader Städtebau-Landschaftsarchitektur, Berlin
Gabriele Kiefer, Anna Viader
Mitarbeit: Erik Ott, Andreas Westendorf, Melanie Krebs, Rickmer Niehuus, Shyuenwen Shyu, Anne Rhode

Architekt / Stadtplaner: Graft, Berlin / Chora, architecture and urbanism, London
Lars Krückenberg, Wolfram Putz


Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Arbeit verwandelt den Tempelhofer Park in einen intensiv genutzten urbanen Energiepark. Urbane Landwirtschaft ist das Thema, gekoppelt mit der Gewinnung regenerativer Energien. Aus der gewonnenen Energie soll zumindest der Unterhalt des Parks zu finanzieren sein. Damit ist ein wichtiger Aspekt der Auslobung, nämlich innovative Konzepte für eine ressourcenschonende Stadtentwicklung zu finden, sehr explizit thematisiert.

Die Besetzung der Mitte mit einer Felderwirtschaft ist im Ergebnis eine Entscheidung, genuine Qualitäten des Ortes, nämlich Offenheit, Weite und "Landschaftlichkeit" zu besetzten.

Die Verfasser gehen einen radikalen Weg der Umformung. Im berechtigten Bestreben, die Thematik der Landwirtschaft in ihrem gestalterischen Ausdruck zu urbanisieren, überhöhen die Verfasser neben der Feldeinteilung mit dem Panoramapark sowohl real als auch bildlich. Historische Wege werden erhöht und zu urbanen erhöhten Plätzen verdichtet. Die wegebegleitenden Pappeln assoziieren ländliche Flurgehölze, beschnittenen Platanen barocke Baumparterres. Beide Elemente stehen in einem eigenartigen Widerspruch und stehen beinah stellvertretend für das Dilemma der Arbeit, zwischen forcierter kleinteiliger Landwirtschaft und urbaner Parkgestaltung.

Das funktional eindrucksvoll vertiefte Konzept führt zu einer räumlichen Differenzierung von drei Parkebenen: Außenpark, Ringpark und Panoramapark. Der Außen- und Ringpark bleiben allerdings unklar in der stadträumlichen Zuordnung und in der Funktionsdifferenzierung. Es wird zwar im Text beschrieben, dass unterschiedlichste Nutzungen sowohl kulturell als auch sportlicher Art im Außenpark stattfinden können, eine räumliche Darstellung fehlt allerdings. Der Ringpark begleitet den Taxiway und nimmt intensive Freizeitnutzungen auf. Fraglich ist, ob die Esskastanien und Obstbaumbepflanzung des Ringes überhaupt in ihrer symbolischen Kodierung dem Ort angemessen sind.

Eine genaue Verortung der IGA-Flächen findet nicht statt. Die Flächen sollen wohl aber im Norden liegen. Thema der IGA sollen in Konsequenz der Ausrichtung der Arbeit Energie- und Ressourceneffizienz sein. Die angebotene Wege- und Flächenstrukturierung im Norden, insbesondere rund um den Alten Flughafen, lassen jedoch eine Weiterentwicklung für IGA-Inhalte durchaus zu.

Bei aller Anerkennung der Programmierung bleibt die Frage, ob das Projekt dem Ort angemessen ist.
Lageplan
Lageplan

Perspektive
Perspektive

Perspektive
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Detail
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