Städtebau  
 

Landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb
"Aktives Stadtzentrum Marzahner Promenade"

Ergebnis: 1. Preis (nach Überarbeitung)


1. Preis:
8.000,- Euro
  bbzl - böhm benfer zahiri landschaften städtebau, Berlin

Verfasser: Ulrike Böhm, Katja Benfer, Cyrus Zahiri


Beurteilung durch das Preisgericht
in der 1. Preisgerichtssitzung am 16.10.2009:


Ideenteil
Der Entwurf greift das Konzept der Marzahner Promenade mit ihren Raumfolgen aus Wegen und Plätzen auf und konzentriert sich auf den Verlauf der Promenade. Dabei wird der Bezug zwischen steinerner und grüner Promenadenseite konzeptionell herausgearbeitet. Die Arbeit reagiert damit sensibel auf die vorhandene Eigenart der Promenade. Durch die Profilierung der grünen Böschung und die Betonung der Nahtstelle in Form der steinernen Aufkantung gelingt den Verfassern eine die Orientierung erleichternde Gestaltung. Diese macht die gesamte Promenade als räumliche und gestalterische Einheit erlebbar. Das steinerne Band wird als angemessenes Element beurteilt.
Positiv wird der Umgang der Arbeit mit dem Bestand in der Promenade gewürdigt. Die Oktogone bleiben erhalten und werden als neue besondere und grün gestaltete Platzflächen herausgearbeitet. Gewürdigt wird auch der Ansatz, die vorhandenen Pflasterungen und Treppen zu erhalten. Allerdings wurde die Realisierbarkeit vor allem bei der Aufbereitung und Wiederverwendung der Pflasterung in Frage gestellt. Der Verlust zahlreicher Bäume in der als grüne Skulptur ausgebildeten Böschung und der Rückbau von Parkplätzen in der Franz-Stenzer-Strasse erscheinen dem gegenüber als weniger sensibel.
Die großen steinernen Flächen vor den Erdgeschosszonen der Promenade erscheinen in Dimension und Ausprägung monoton und verleihen dem Promenadenraum wenig neue Aufenthaltsqualität. Von den Eigentümern wird kritisiert, dass die Wegeführung teilweise von den Gewerbeeinheiten wegführt bzw. die Entfernung des Bandes zu den Gewerbetreibenden vergrößert wird. Schlüssig ist die durchgängige barrierefreie Erschließung der Promenade ohne aufwendige Rampenkonstruktionen. Allerdings kann die genaue Ausformulierung des Verlaufs des neuen Wege- und Rampenbandes an einigen Stellen noch nicht überzeugen.
Die stärkere Bündelung der Querungen und eine Fokussierung durch richtungsgebende Grünelemente und Baumreihen schafft eine klare Verknüpfung der Promenade sowohl zur Franz-Stenzer-Straße als auch zur Landsberger Allee.

Realisierungsteil
Im Bereich des Victor-Klemperer Platzes wird die Zweiteilung beibehalten. Das gliedernde Band wird schlüssig bis zum Endpunkt, der Promenade am Freizeitforum Marzahn geführt. Eine allerdings deutlich zu schmale Rampe führt auf die dem Freizeitforum vorgelagerte Terrasse, die durch großzügige Treppenanlagen mit dem Platz verbunden wird. Die steinerne Anmutung mit der Freistellung des Blicks über den Platz auf die Marzahner Promenade überzeugt. Nicht nachvollziehbar bleibt allerdings das Patchwork aus grünen Rechteckflächen, die weder die vorhandenen Wegebezüge aufnehmen, noch überzeugende Nutzungsangebote schaffen, was auch von den Bürgern im Rahmen der Bürgerbeteiligung kritisiert wurde. Dieser Mangel scheint auch nicht durch ein Beteiligungsverfahren mit den Nutzern aufhebbar.
Die skulpturale Ausgestaltung der Böschung wirkt im Verlauf der Promenade weitestgehend überzeugend, wird aber auch aufgrund der zum Teil starken Überformung der Bestandssituation vom Preisgericht kontrovers diskutiert. Als überdimensioniert und diskfunktional wird vom Preisgericht allerdings die grüne Großskulptur in Verbindung mit der Anordnung und Ausprägung der Spielangebote vor dem Freizeitclub bewertet.
Insgesamt wird der konzeptionelle Ansatz zur Gestaltung der Promenade positiv gewürdigt, vor allem auch der Umgang mit dem Bestand. Allerdings kann die Durcharbeitung des Entwurfsansatzes im Realisierungsteil an vielen Stellen nicht überzeugen.
Lageplan
Lageplan

Realisierungsteil
Realisierungsteil

Perspektive
Perspektive

Perspektive
Perspektive

Perspektive
Perspektive