Städtebau  
 

Begrenzt offener Realisierungswettbewerb
"Erweiterungsbau Ludwig-Hoffmann-Grundschule"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
14.000,- Euro
  Arbeitsgemeinschaft AFF Architekten & Nitschke-Donath-Architekten, Berlin

Verfasser: Martin Fröhlich, Sven Fröhlich
Mitarbeiter: Ulrike Dix, Jan Musikowski, Peter Schick, Sascha Schulz, Robert Zeimer


Beurteilung durch das Preisgericht:
Der Entwurf sieht einen U-förmigen 2-geschossigen Baukörper vor, der die Bauflucht der Lasdehner Straße sowie die nord-östliche Baugrenze zur vorgesehenen Grünanlage aufnimmt. Der Entwurf geht somit "über das Grundstück hinaus" auf die geplante Durchwegung zwischen Kadiner und Lasdehner Straße ein. Die Qualitäten der neu zu planenden Grünanlage und deren ausreichende Besonnung werden dadurch berücksichtigt, der Außenraum wird weiterentwickelt.

Die Gestaltung des Gesamtgebäudes als konsequent zweigeschossiger Baukörper wurde vom Preisgericht gewürdigt. Die räumliche Ausbildung des Innenhofbereiches nimmt Bezug auf die Gebäudefluchten des Hortgebäudes und des Schulaltbaus.

Dieser in der Mitte des U-förmigen Gebäudes entstehende Hofraum soll Schulhof für den Neubau und zugleich räumliche Fassung des campusartigen Gesamtgeländes sein. Durch die Planung eines ein Meter hohen massiven Sockels wird der Schulhofbereich klar definiert. Die vorgesehene Freitreppe des Sockels soll diesen als "Bühne" mit dem übrigen Schulgelände verbinden. Die Anbindung an dieser Stelle ist jedoch nicht eindeutig gelöst und trennt Hofraum und Schulgelände.

Die Haupterschließung des Gebäudes über eine Seitentreppe sowie die barrierefreie Erschließung für Behinderte sind nicht befriedigend gelöst. Die Fassadengestaltung stellt einen Bezug zur Architektursprache des Ludwig-Hoffmann-Baus her. Durch die handwerkliche Verwendung des Materials Ziegel sowie die Neuinterpretation und Weiterentwicklung der Schmuckfelder des Bestandes in eine kindgerechte Ornamentgrafik wird dieses Ziel erreicht. Die Gestaltung dieser Ornamente erfolgt durch andersfarbige Ziegel im Mauerwerk der Außenschale und nutzt somit die typologischen Möglichkeiten des Mauerwerksbaus.

Die Fassade ist als Lochfassade, mit liegenden großen Fensterformaten, Festverglasungen und schmalen, stehenden Öffnungsflügeln geplant. Teilbereiche sind als perforierte Fassade ausgeführt. Art und Lage der Öffnungen und perforierten Bereiche, besonders an der zur Lasdehner Straße gelegenen Fassadenseite, erscheinen gestalterisch noch nicht abschließend geklärt.

Das Raumprogramm ist in großen Teilen erfüllt. Die Anordnung fast aller Klassenräume im 1. OG wurde positiv gewürdigt, das Fehlen von WC-Anlagen im 1. OG allerdings bemängelt. Ein Betreuungsraum wurde auf zwei kleinere Raumeinheiten verteilt, dieses scheint von der Nutzung problematisch. Die beiden Lehrmittelräume wurden zu einem Raum zusammengefasst. Die offene Treppe im Foyerbereich dient als Haupterschließung. Der angegliederte Luftraum erzeugt einen großzügigen Raumeindruck, ist aber aus brandschutztechnischer Sicht zu überarbeiten. Der zweite bauliche Rettungsweg ist zu korrigieren.

Das vorgesehene Energiekonzept mit entsprechendem Wärmeschutzstandard der Gebäudehüllflächen sowie die Anlagentechnik erfüllen im Wesentlichen die Anforderungen an den Passivhausstandard.

Lageplan
Lageplan

Grundriss
Grundriss

Isometrie
Isometrie

Ansichten
Ansichten

Schnitte
Schnitte