Städtebau  
 

Begrenzt offener Realisierungswettbewerb
Schul- und Leistungssportzentrum Berlin

Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
17.000,- Euro
  Tilman Bock Norbert Sachs Architekten, Berlin
Hackenberg Landschaftsarchitekt, Berlin


Verfasser: Norbert Sachs


Beurteilung durch das Preisgericht:
Die Anlage wird in strenger Orthogonalität campusartig erweitert. Dieser Campusidee folgt die Setzung der Hochbauten als auch die Planung der Sportflächen und sonstigen öffentlichen Außenanlagen. Auftakt bildet der Vorplatz zur Fritz-Lesch-Straße, der nördlich durch den Schulhausbau und westlich durch einen neuen Kopfbau am Altbau gefasst wird. Preis für diesen klaren Empfangsraum ist der Abbruch des Mensagebäudes. Gewinn ist ohne Zweifel eine gekonnte Anbindung und Adressbildung des neuen Schul- und Leistungszentrums an der Fritz-Lesch-Straße. Bereits an dieser Stelle zeigt es sich jedoch, dass die architektonische Handschrift, welche sehr schlicht aber auch etwas routiniert daherkommt, dem räumlich städtebaulichen Ansatz in der Qualität etwas nachsteht. Vom deutlich formulierten Vorplatz entwickelt sich, durch ein breite Freitreppe erreichbar abgesenkt zwischen Altbau im Süden und Schulbau im Osten der Schulhof. Im Weiteren besetzen die Sportanlagen Spielfeld, Gymnastik, etc. immer wieder zueinander versetzt aber im klaren Raumkammern das Areal im Süden. Abschluß der Anlage bildet neben der bestehenden „Turnhalle „ die neue Sporthalle, die logisch von Süden her über die Sportanlagen erschlossen wird. Das Areal wird bis in seine Ränder klar strukturiert und jede Fläche wird besetzt, an den Rändern mit Schulgarten, Wiesen und Wegen. Durch die starke räumliche Fassung der Freiräume durch Baumreihen, verliert die Anlage ein wenig an Atem. Insbesondere die Straßenbegleitende Fassung der Wohnbauten konterkariert das ursprüngliche Konzept der parallel versetzten Zeilen entlang der Straße. Auch wirkt die Darstellung der Freiraumanlage sehr schematisch und das Zusammenspiel von freier Baumsetzung und Baumreihen harmoniert nicht. Innenräumlich sind die zwei neuen Bauten einfach und übersichtlich, aber ohne räumliche Überraschungen organisiert. Die Verfasser wissen, wie eine Sporthalle funktioniert und stapeln kleine Halle auf große Halle. Der Zugang zur Tribüne ist nicht sonderlich attraktiv, jedoch wird im Dach durch einen Einschnitt geschickt der wichtige Raum für Krafttraining belichtet. Das Schulhaus als eigentliches Herz der Anlage nimmt im Erdgeschoss die Gemeinschaftsräume und Verwaltung auf. Die Mensa erhält ihre Terrasse erhöht mit Blick über den Schulhof. Die Grundstufenschüler haben ihren geschützten Pausenhof im Innenhof, so dass die Pause auch ihren akustischen Widerhall hat. Auf den Geschossen werden Grund- und Oberstufe nicht strikt getrennt, erhalten aber ihre Bereiche in einer zwei resp. einhüftigen Anlage. Räumlich nicht überzeugend wirkt die doppelgeschossige Halle in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hof. Neben kleinerer Mängel bezüglich der Fluchtwege funktioniert die Anlage gut. Im Betrieb und auch im Bezug auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz liegt der Entwurf im Durchschnitt, der Gesamtkostenrahmen werden jedoch überschritten. Gesamthaft überzeugt in ihrem einfachen, entspannten Campuskonzept. Vermisst wird jedoch an der ein oder anderen Stelle eine Innovation und in der Vertiefung wünscht man sich weniger Pragmatismus und einen Hauch von Poesie.
Modellfoto
Modellfoto


Lageplan
Lageplan


EG-Grundriss
EG-Grundriss


Perspektive
Perspektive