Städtebau  
 

Begrenzt offener Realisierungswettbewerb
Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering Großbeeren

Ergebnis: Ankauf


Ankauf
14.200 Euro
  Stefan Ludes Architekten, Berlin
Dipl.-Ing. Stefan Ludes

Mitarbeiter: Dipl.-Ing. Christof Walter, Dipl.-Ing. Kai Kendzierski, Dipl.-Ing. Annkatrin Kirschner, Dipl.-Ing. Matthias Kohls, Dipl.-Ing. Sandra Schulze, Frank Wilhelm

Landschaftsarchitektur: Lützow 7, Berlin
Großküchentechnik: Ingenieurbüro Flügel, Essen
Haustechnik: Fröhling + Köddermann, Münster
Blitzschutzanlagen: Ingenieurbüro Tenbieg, Münster


Beurteilung durch das Preisgericht:
Der Entwurf spannt entlang der Magistrale parallel zum Höhenverlauf eine kleine Stadtlandschaft auf, die aus Bauten, Höfen und Zwischenräumen gebildet wird. Diese versuchen in einen räumlichen Dialog zur Umfriedung zu treten.

Durch Enge und Weite entstehen qualitativ und nutzungsmäßig sehr unterschiedliche Orte. Die Anlage ist streng axial, bildet aber durch ein kluges Gleichgewicht zwischen Wiederholung und Ausnahme dennoch ein abwechslungsreiches Raumgebilde.

Die Außenräume und Höfe sind sorgfältig gestaltet. Aktivierende Nutzungen wie Sport und Spiel sind den Wohnhöfen und den Gemeinschaftsanlagen zugeordnet. Eher kontemplative Höfe werden zwischen der offenen Magistrale und den Nordwesttrakten der Zellen vorgeschlagen. Obwohl diese Enge kritisch gesehen wird, ist die Orientierung auf die Magistrale und die dadurch entstehende Nachbarschaft, im Gegensatz zum Blick in die Weite der Landschaft, eine mögliche Wohnsituation. Wenig attraktiv sind die Abstandshöfe zwischen den Werkhallen, so dass sich das Mehr an Abwicklung kaum aufwiegt durch ein Mehr an Qualität. Im Gegensatz ergibt sich eine Einschränkung der Flexibilität im sich wechselnden Gebrauch.

Die Teilanstalten sind in einer L-förmigen Disposition mit vorgelagerten Funktionsräumen an die Magistrale angebunden. Die Einsehbarkeit der Flure in die zweischenklig organisierten Wohngruppen wird erheblich durch die zwischengeschalteten Aufenthaltsräume gestört, was so nicht zu akzeptieren ist.

Insgesamt zeichnet sich die Arbeit durch eine problemlose Orientierung aus. Durch das Heranrücken der Gesamtanlage an den südlichen Rand des Grundstücks muss das leicht abfallende Gelände aufgenommen werden, was jedoch ganz unaufgeregt gelingt, in dem das Gelände ausgeglättet wird und zur Nordseite ein Wall entsteht, der gleichzeitig Einfriedung ist.

Die architektonische Sprache mit Bundmauerwerk und farbigen Blechen in nicht vandalengefährdeten Zonen erinnert eher an Schulbauten, was eine gewisse Verfremdung und Irritation auslöst. Bei einer zweiten Betrachtung strahlen die Bauten trotz Strenge aber auch eine gewisse Freundlichkeit aus, welche durchaus angenehm ist. Leider fehlt der aus Sicherheitsgründen geforderte Dachüberstand. Die innenliegenden Langzeitbesucherräume sind zu bemängeln.

Die Arbeit liegt im unteren Kostenrahmen und lässt durchschnittliche Betriebskosten erwarten. Die Arbeit überzeugt durch das Zusammenspiel von Innen und Außen. Die Wohntrakte können aus betrieblicher Sicht nicht genügen.
Modell
Modell

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG

Schnitt Ansicht
Schnitt Ansicht