Städtebau  
 

Offener Realisierungswettbewerb für Hochbau, Freiraum und Ausstellung
Erweiterung der Gedenkstätte Berliner Mauer

Auslobung


Anlass und Ziel
Die Bernauer Straße ist ein Ort von großer historischer Aussagekraft und von zugleich hoher symbolischer Bedeutung im Kontext der Berliner Mauer, der deutsch-deutschen Teilung und der internationalen Systemkonkurrenz.

Die Geschichte dieser Straße spiegelt exemplarisch die Auswirkungen des Mauerbaus: die Zerstörung von Stadtraum und Lebenswegen, die Trennung von Familienangehörigen und Freunden. Sie dokumentiert Erfolg und Scheitern der Versuche, der Diktatur durch die Flucht in den Westen zu entkommen oder Fluchthilfe zu leisten, sie steht für die Opfer des Mauerregimes und die Toten an der Berliner Mauer.

Hier befinden sich seit 1998 der zentrale Gedenkort der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Berlin "In Erinnerung an die Teilung der Stadt vom 13. August 1961 bis 9. November 1989 und zum Gedenken an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft" (Widmung), das Dokumentationszentrum Berliner Mauer und die Kapelle der Versöhnung als Stätte der Besinnung und Andacht für die Toten an der Berliner Mauer. Seit Jahren erfahren diese drei Einrichtungen einen kontinuierlichen Anstieg der Besucherzahlen - Ausdruck eines wachsenden öffentlichen und touristischen Interesses an der Berliner Mauer, dem neben dem Brandenburger Tor womöglich bekanntesten, aber aus dem Stadtbild fast vollständig verschwundenen Bauwerk Berlins. Mit dem vom Berliner Senat am 20.6.2006 beschlossenen "Gesamtkonzept zur Erinnerung an die Berliner Mauer" ist ein dezentrales, alle Mauerorte einbeziehendes und mehrere Vermittlungsebenen umfassendes Konzept erarbeitet worden. Als eine der wesentlichen Kernaufgaben ist in diesem Gesamtkonzept benannt, die Bernauer Straße zum zentralen Ort des Gedenkens an die Opfer der Mauer zu erklären, flächenmäßig erheblich zu erweitern und qualitativ auszubauen. Mit der Erweiterung der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße wird ein qualitativer Sprung vollzogen. Handelte es sich bei den bisher dort befindlichen Einrichtungen um thematisch verbundene, aber unabhängig voneinander durch anhaltendes bürgerschaftliches Engagement entstandene Einzelobjekte, so werden diese nunmehr mit Unterstützung von Bund und Land Berlin systematisch ausgebaut und zusammengefügt. Durch die Einbeziehung des weitgehend erhaltenen ehemaligen Grenzstreifens der Berliner Mauer wird das Gedenk-Ensemble - eine Einrichtung von nationaler Bedeutung - in seinen authentischen stadträumlichen Zusammenhang gebracht.

Bestandteile dieser Erweiterungsplanung sind der Neubau eines Informationspavillons an der Gartenstraße, Ecke Bernauer Straße und die Gestaltung des Kernbereichs der erweiterten Gedenkstätte zwischen Garten- und Brunnenstraße, der vollständig von Bebauung freigehalten wird, als Open-Air-Ausstellung der Gedenkstätte. Wichtiges Element darin ist das namentliche Gedenken an die Opfer. Im anschließenden erweiterten Bereich zwischen Brunnenstraße und Schwedter Straße sollen Teilflächen gestaltet und der vorhandene ehemalige Postenweg, ebenfalls als Teil der Open-Air-Ausstellung, dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht werden. Diese Aufgaben sind Bestandteil des vorliegenden Wettbewerbs. Das Konzept für die teilweise Bebauung des ehemaligen Grenzstreifens im erweiterten Bereich wurde bereits im Vorfeld als Vorgabe für die freiräumliche Aufgabenstellung des Wettbewerbs geklärt. Ebenso wird der Umbau des Dokumentationszentrums in der Bernauer Straße 111 für die notwendige Erweiterung der Dauerausstellung und der pädagogischen Angebote außerhalb dieses Wettbewerbs erfolgen.

Die erweiterte Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße soll am 9. November 2009 zum 20. Jahrestag des Mauerfalls in einem bis dahin deutlich fortgeschrittenen Stadium der Realisierung teileröffnet werden. Spätestens zum 50. Jahrestag der Errichtung der Berliner Mauer am 13. August 2001 soll sie fertiggestellt sein. Sie wird von einer noch zu errichtenden Stiftung betrieben werden. Insgesamt werden für den Ausbau der Gedenkstätte aus Mitteln des Landes Berlin, des Bundes, der Europäischen Gemeinschaft und der Lottogesellschaft ca. 11,6 Mio. Euro (ohne Grundstückserwerb) zur Verfügung gestellt.


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