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Beurteilung durch das Preisgericht: Die Arbeit präsentiert eine eindeutige Handschrift zur Markierung des Todesstreifens, die von großer Kraft des grafischen Ausdrucks gekennzeichnet ist. Im Sinne der Aufgabenstellung werden die historischen Spuren erhalten und die Gebäudegrundrisse nachgezeichnet. Der Mauerstreifen wird großflächig abgedeckt und mit einem durchdachten Markierungssystem versehen, das Assoziationen wie Stauraum am Fähranleger oder ähnliches provoziert. In dem Bestreben, zu erzählen, welche Elemente das Mauerregime zu verschiedenen Zeiten prägten, werden auch Elemente wie Panzersperren und Hundeauslauf nur grafisch und nicht authentisch eingearbeitet. Angesichts der beabsichtigten Offenheit und Leere können unbeabsichtigte Nutzungen der asphaltierten Flächen nicht ausgeschlossen werden. Die vertikale Dimension der Mauer wird wegen der angestrebten offenen Konzeption nicht angesprochen, das Opfergedenken durch Verlegung hinter den Postenweg zum Friedhof eher versteckt, denn bewusst in den Vordergrund gerückt. Die Verlegung vorhandener Relikte in ein Informationsfeld ist wegen der Dislozierung vom authentischen Ort zu kritisieren. Bezogen auf die Eindeutigkeit des Freiraumkonzepts und der Open Air Ausstellung ist der dreigeschossige Informationspavillon wenig überzeugend. Die Architektursprache ist hier nur auf sich selbst bezogen. Der Baukörper exponiert sich im Stadtraum durch seine diagonale Orientierung zum Nordbahnhof und erzeugt hierdurch uneindeutige Vorplatzdimensionen. Die Verfasser betonen die Nähe zum bestehenden Dokumentationszentrum durch die Wahl des Fassadenmaterials. Die Jury ist im Gedanken der Vergleichbarkeit beider Bauten miteinander uneinig. Die räumliche Folge von dem überdachten Außenraum (Auskragung) zum Inneren des Gebäudes ist für den Ort unangemessen. Der Luftraum, welcher sich über 3 Geschosse erstreckt, ist im Gebäude nur als Zwischenraum erfahrbar. Das Verhältnis von BGF und NF ist überaus unwirtschaftlich und wird durch die Entwurfsqualität nicht ausgeglichen. |
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