Städtebau  
 

Hafen Tempelhof Gutachterverfahren Außenanlagen

Ergebnis: 2. Preis


2. Preis:
3.000,- Euro
  Büro Kiefer, Berlin


Beurteilung durch das Preisgericht:
Das Büro Kiefer konzentriert sich auf die 'Inszenierung der zentralen Wasserfläche des Hafens', die im Westen und Osten von Freitreppen gesäumt wird. Das historische Speichergebäude bleibt sehr gut erlebbar. Besonders positiv gewertet wird auch die aufgebaute Spannung zwischen alt und neu.

Der als Gussasphaltfläche mit eingelegten Edelstahlbändern gestaltete Platz wird zum Tempelhofer Damm mit bannerartigen Fahnen gefasst. Sie werden als raumbildendes Element befürwortet, allerdings im Hinblick auf mögliche Werbebegehrlichkeiten nicht unproblematisch gesehen. An der Kante zum Hafenbecken ist der Platz mit langgestreckten Bänken möbliert, die einem schönen Blick auf das Hafengelände ermöglichen. Pflanzgefäße gliedern hier wie auch auf Hafenkaiebene funktional unterschiedliche Bereiche; auch sie werden in der Dauerunterhaltung als schwierig eingestuft. Die dem Westgebäude vorgelagerte Treppe ist keine zufriedenstellende Verbindung zwischen Vorplatz und Hafenareal.

Vom westlichen und östlichen Hafenkai führen Freitreppen anstelle der bisherigen Böschungen an das Wasser heran. Die historische Kontur bleibt dabei sehr gut ablesbar. Auch die weitgehende Freihaltung der nördlichen Kaimauer von Nutzungen ist ein hervorzuhebender Aspekt des Konzeptes. Schmale, in die Wasserfläche gebaute Holzstege fungieren als Bootsanleger. Über Stege zugänglich ist das in amorpher Form konzipierte Badefloß, das als Insel den nordöstlichen Bereich des Hafenbeckens bestimmt. Seine Lage in Verlängerung eines wesentlichen Ausgangs aus dem Zentrum ist dazu geeignet, Besucher des Einkaufszentrums zu einem Besuch der Außenanlagen zu motivieren. Das Badefloß stellt die zentrale Attraktion des Ortes dar, ist jedoch durch die zu geringe Durcharbeitung zu wenig in seinen Qualitäten erkennbar. Die Hafenmolen sind mit Ausnahme des asphaltierten Rad- und Fußweges als Rasen- und Schotterrasenflächen ausgebildet, die auf selbstverständliche Weise als langgestreckte Rampen zur einfach konzipierten Brücke ansteigen.

Insgesamt werden bemerkenswerte konzeptionelle Ideen vorgestellt, die sich allerdings mehr zu einem Gesamtbild mit hoher und nachhaltiger Qualität zusammenfügen könnten.
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