Städtebau  
 

Offener zweistufiger landschaftsplanerischer Ideen- und
Realisierungswettbewerb Park auf dem Gleisdreieck

Auslobung


Anlass und Ziel
Mit dem Wettbewerb für den Park auf dem Gleisdreieck in Berlin wird die Wiedereingliederung eines Areals in das städtische Gefüge eingeleitet, das durch die Bahnnutzung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eine aus dem Umfeld herausgehobene Exklave gebildet hat. Nach langjähriger Diskussion über die Neugliederung des Gebiets ist durch die Vereinbarungen im städtebaulichen Rahmenvertrag zwischen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und der Vivico Real Estate GmbH im Herbst 2005 ein Stand erreicht worden, der es erlaubt, die Realisierung des Parks auf dem Gleisdreieck einzuleiten.

Im zweistufigen landschaftsplanerischen Ideen- und Realisierungswettbewerb ist für einen auch überbezirklich bedeutsamen Bereich von etwa 42 ha ein Gesamtkonzept zu erarbeiten. Schwerpunkt der Aufgabenstellung ist der zukünftige Park auf dem Gleisdreieck, der mit Ideen- und Realisierungsteil zusammen etwa 32 ha umfasst.

Bürgerinitiativen haben sich über Jahrzehnte für die Realisierung einer großzügigen Parkanlage auf dem Gelände eingesetzt. Damit sich die Anwohnerinnen und Anwohner bei der Gestaltung dieses Geländes aktiv einbringen können, wird dieses Verfahren im Vorfeld und zwischen den Wettbewerbsstufen von einer intensiven Öffentlichkeitsbeteiligung begleitet.

Das Parkkonzept muss und kann jedoch nicht allen sich daraus ergebenden Anforderungen Rechnung tragen.

Mit dem Park auf dem Gleisdreieck wird in zentraler Lage, im Spannungsfeld zwischen Kiez und Metropole, ein neuer öffentlicher Raum entstehen. Die zukünftigen Parkflächen sind im Osten, Süden und Westen von dicht bebauten, mit Freiräumen nicht ausreichend ausgestatteten Stadtvierteln umgeben. Die Bewohner dieser Quartiere decken mit ihrem soziokulturellen Hintergrund und ihren Anforderungen an öffentliche Freiräume ein breites Spektrum ab. Im Norden liegt das Geschäfts- und Unterhaltungsviertel des Potsdamer/Leipziger Platz. Diese spezifisch urbane Situation, die Mischung unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen mit ihren jeweiligen Nutzungs- und Gestaltungsansprüchen in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander, soll sich im Charakter des Parks niederschlagen.

Der Zuschnitt des zukünftigen Parkgeländes entspricht nicht der klassischen kompakten Grundfigur eines zusammenhängenden Stadtparks. Die Fläche wird durch Bahntrassen und eingeschobene Baufelder zerteilt. Eine der Herausforderungen in diesem Wettbewerb besteht darin, dennoch einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Parkabschnitten herzustellen und ihn trotz unterschiedlicher Bereiche als Einheit erkennbar zu machen, das "Flächenpatchwork" zusammenzubinden.

Für die Wiedereingliederung in das städtische Gefüge ist die Einbindung in übergeordnete Wegeverbindungen, zwischen den Stadtteilen und zwischen verschiedenen Grünflächen, von großer Bedeutung. Trotz der

notwendigen Verknüpfung des zukünftigen Parks mit der Umgebung soll die besondere Topographie, der Plateaucharakter des Areals erkennbar bleiben.

Für das gesamte Wettbewerbsgebiet soll ein tragfähiges Grundgerüst gefunden werden, das flexibel genug ist, um sich den unterschiedlichen Realisierungshorizonten der Teilbereiche und den sich ändernden Nutzungsvorstellungen anpassen zu können. Unterschiedlich dimensionierte, differenziert gestaltete Räume sind anzubieten. Es wird ein schlüssiges Gesamtkonzept mit klarer Grundstruktur erwartet, welches die Orientierung im Raum erleichtert. Attraktive öffentliche Räume mit unterschiedlichen Angeboten und Atmosphären sollen entstehen, die den vielfältigen Bedürfnissen und Wünschen der späteren Besucher und Besucherinnen entgegenkommen. Es wird eine intensive entwurfliche und argumentative Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung erwartet.

Wesentliche Ziele für den Entwurf sind es, einerseits für das Bewegungsbedürfnis vieler Anwohner differenzierte Angebote zu machen, und andererseits dem nachdrücklich geäußerten Wunsch nach Ruhe und Naturgenuss Rechnung zu tragen. Es kann ein Park der zwei Geschwindigkeiten entstehen. Ökologisch wertvolle Bereiche sollen in das Parkkonzept eingebunden werden. Ebenso sind historische Schichten und Relikte zu berücksichtigen. Die Bahngeschichte wie auch die verbleibende Bahnnutzung geben dem Areal seinen spezifischen Charakter. Dies kann als Ausgangsbasis dienen für die Schaffung eines ganz besonderen Ortes in der Berliner Innenstadt.





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Flächenkonzept
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