Städtebau  
 

Begrenzt-offener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb
"Zwei Parks auf dem Friedrichswerder"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
11.000,- Euro
  Büro Kiefer, Gabriele G. Kiefer, Berlin

Mitarbeiter/in:
Andreas Westendorf, Sibylle Lacheta


Beurteilung durch das Preisgericht:
Die städtebauliche Leitidee überzeugt mit ihrer Spannung zwischen städtischer Repräsentation und vielfältiger Bespielbarkeit. Sie arbeitet mit wenigen puristisch geformten Elementen - der niedrig geschnittenen Hecke und dem steinernem Betonband im Kontext mit großzügigen Rasenflächen und Baumpflanzungen. Formales Empfinden und die Besinnung auf wesentliche Gestaltungselemente zeichnen diese Arbeit aus.
Im nördlichen Park wird der Promenadenstreifen entlang der Kurstraße parkseitig durch eine Banklinie zur Rasenfläche abgegrenzt und erschafft mit dieser subtilen Geste eine Zonierung: zum Auswärtigen Amt die Steinfläche, townhausseitig baumbestandene Rasenflächen.
Die vier Querungen im Rasenband rhythmisieren den langgestreckten Park mit Feingefühl. Die spielerisch gruppierten Robinien kontrastieren mit dem am südlichen Ende subtil abgewinkelten Bankband, dem urbanen Winkel. Die Promenade erweitert sich hier zu einem kleinen Platzbereich.
Die lange Bank - laut Verfasser aus Ortbeton - wirkt in ihrer klaren Form überzeugend, sollte jedoch in ihrer haptischen Qualität überdacht und formal für unterschiedliche Nutzungen weiter ausgearbeitet werden.
Das Grundkonzept - die Formulierung der Promenade entlang der Straße - setzt sich im südlichen Park fort und schafft Zonen des flüchtigen Durchschreitens und ruhigen Verweilens in den großzügig angelegten Parkflächen. Die Zonen sind nicht formale Spielerei, sie sind wohlüberlegte Differenzierungen in der Nutzbarkeit der Flächen.
Nord- und Süd-Park werden von je einer kräftigen Ost-West-Verbindung gestärkt, die den Stellenwert dieser Querung visualisiert. Die Breite oder Enge der Verbindungen steht im Zusammenhang mit alten Nutzungsspuren und historischen Verbindungen und ist nicht formale Spielerei.
Der Erhalt der alten Bäume im südlichen Park schafft Atmosphäre gleich nach Fertigstellung des Parks und gibt eine große klare Gliederung - offene Parkfläche im Dialog zum eher geschlossenen Bereich am Südende.
Im südlichen Park überzeugen die niedrig geschnittenen Ligusterhecken in ihrer Verklammerung mit der baulichen Banklinie. Die Raumkantenbildung lässt die Überschaubarkeit der unterschiedlichen Bereiche (Spielplatz, Rasenflächen, Parkplatz) bestehen und schafft Flächen unterschiedlicher Nutzungsmöglichkeiten. Der Spielplatz findet seine selbstverständliche Erweiterung in den angrenzenden Rasenflächen.
Einfache Gestaltelemente - vegetative Hecke und Bankband - rahmen und fassen den am Südende platzierten Spindlerbrunnen und überzeugen auch hier. Allerdings sollte die Zugänglichkeit zum Spindlerbrunnen von der Kleinen Kurstraße aus durch eine Öffnung der Banklinie geschaffen werden. Zudem sollte der Parkplatz in seiner streng funktionalen Gestaltung bezüglich der Stellplatzausformung und Baumlosigkeit noch einmal überdacht werden.
Vielfältige Nutzungsanforderungen und gestalterische Überlegungen - wie die Verschmelzung von Stadtpark, Stadtgarten und Stadtplatz - werden mit überzeugender Einfachheit bei diesem Entwurf in Einklang gebracht und schaffen hohe Qualitäten.
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