Städtebau  
 

Offener Realisierungswettbewerb Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum
- Zentrale Universitätsbibliothek und Computer- und Medienservice
der Humboldt-Universität zu Berlin

Ergebnis


1. Ankauf:
8.500,- Euro
  Cepl Pellnitz Weißenberger, Berlin

Beurteilung durch das Preisgericht:
Die neue Bibliothek der HU fügt sich wie selbstverständlich in das vorhandene städtebauliche Umfeld ein und bildet zugleich einen markanten Abschluss des Blockes vor der aufgeständerten Bahntrasse. Die unterschiedlichen Traufhöhen der Dorotheenstädtischen Bebauung werden aufgenommen und geschickt zur Ausbildung von Mittelrisaliten genutzt. Diese risalitartigen Überhöhungen an der Planck- und Geschwister-Scholl-Straße betonen die sonst eher unauffälligen, knapp dimensionierten Eingänge zu diesen Straßen.
Trotz dieser Erschließungssymmetrie gibt es eine aus den Funktionen abgeleitete Hierarchie der Eingänge. Der Haupteingang befindet sich an der Geschwister-Scholl-Straße und damit in dem Gebäudeteil, in dem die öffentlichen Räume eine höhere Besucherfrequenz erwarten lassen. Die Besucher gelangen durch den zu knapp dimensionierten Eingang in ein großzügiges, über alle Geschosse reichendes Foyer, von dem die Hör- und Vortragssäle, die Ausstellungsräume, Leihstelle, Poststelle, Zeitungsleserraum und das Café erschlossen sind. Mit diesem Foyer erhält die Bibliothek ein ihrer Funktion und Bedeutung angemessenes Foyer – auch für alle wissenschaftlichen Festveranstaltungen. Der zweite Eingang von der Planckstraße ist seiner Bedeutung entsprechend eher funktional. Er erschließt die in dem Gebäudezentrum liegende zentrale Treppenhalle, die alle Bereiche der Bibliothek erschließt und im 2. OG einen Blick auf die Großstadt ermöglicht.
Auf dieser Etage liegt räumlich konzentriert der ruhig gestaltete große Lesesaal, der mit seinem Oberlicht und seiner kühlblauen Stoffbespannung Konzentration und wissenschaftliche Kühle ausstrahlt. Eine Etage höher liegt der ebenfalls durch Oberlicht belichtete wohl proportionierte Lesesaal mit den raumhoch aufgestellten historischen Büchern. Die Verbindung zwischen Mitarbeiter- und Buchbereich ist nur über die zweite Etage möglich. Dieses Defizit wäre nur mit einer Buchtransportanlage auszugleichen.
Die Fassade unterstreicht mit dem geschlossenen Sockelgeschoss und seinen sorgfältig profilierten Pfeilern aus sandsteinfarbenem Klinkerbeton den öffentlichen Charakter des Gebäudes.
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Modell

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Lageplan

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Grundriss EG

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Perspektive