Städtebau  
 

Begrenzt-offener freiraumplanerischer Ideen- und
Realisierungswettbewerb "Alexanderplatz", Berlin-Mitte

Ergebnis


Preisgruppe:
18.000,- Euro
  AV1 Architekten, Kaiserslautern
J. Butz, B. Dujmovic, M. Schanne´, A. Urig


Mitarbeiter/innen:
Rita Mettler, Mauro Hagel, Dirk Richter, Liselotte Schachner, Christian Glüse, Jacqueline Prasser
Sonderfachleute:
Dr. L. Danzer (Math. Institut Uni Dortmund), Günter M. Ziegler, Ulrich H. Kortenkamp, Enno Brehm (alle Institut für Mathematik der TU Berlin), Schlotfeld Licht Berlin

Beurteilung durch das Preisgericht:
Die Verfasser formulieren einen Entwurf von großer Klarheit und unverwechselbarer Gestalt.
Sie sehen den Alexanderplatz als „Treffpunkt, Bühne, politischen Raum und Spielraum“ und geben ihm dazu durch gezielte, richtige Maßnahmen, die notwendige Basis.

Den identitätsspendenden Elementen Brunnen der Völkerfreundschaft und Weltzeituhr werden zwei attraktive Baumhaine mit stark kontrastierenden Baumarten (Ahorn und Gleditschie) hinzugestellt.

Das Hauptaugenmerk legen die Verfasser jedoch auf den „Stadtboden“. Mit ungewöhnlichen, an Kristalle erinnernden Plattenformaten wird mit großer Selbstverständlichkeit ein barrierefreier Gesamtraum aufgespannt, wobei die Gebäude einen umlaufenden Fries aus Bernburger Mosaik erhalten, was eine angenehme Zonierung und Überleitung erzeugt. Diese Dialektik zwischen den strengen Platzfassaden mit dem Plattenmuster wird als höchst reizvoll betrachtet, besitzt zudem rein baupraktische Vorteile, da Anschlüsse unproblematisch herstellbar sind – mit Ausnahme der Straßenbahntrasse.

Eine derartige Neugestaltung der Gleisstraße erscheint nicht machbar, was allerdings auch den Nebeneffekt von Kosteneinsparung und besserer Orientierbarkeit für Sehbehinderte hätte (Gefahrenstelle, taktile Orientierung notwendig).

Ungeklärt bleibt momentan die wirkliche Umsetzung der Entwässerung, sowie eine funktionierende Lenkung blinder Menschen über den Platz.

Die Baumsetzungen sind auf die Möglichkeiten des Untergrundes abgestimmt. Die großzügige Aufastung ist nur als langfristige, doch fragliche Perspektive zu verstehen, im Sinne der Transparenz dennoch wünschenswert.

Der Entwurf erzeugt im wirklichen Sinne Platz, auch für größere Veranstaltungen. Er bleibt nutzungsoffen ohne auf Nutzungsanreize zu verzichten.

Das Konzept erscheint über das Regulativ des tatsächlich auszuwählenden Natursteins im Kostenrahmen umsetzbar.

Insgesamt präsentiert sich eine überzeugende, im guten Sinne einfache Lösung für einen großstädtischen Platz, der auf allzu Extrovertiertes und Effekthascherei verzichtet
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